Lufthansa-Jumbo aus Frankfurt bricht Landung in Los Angeles ab: Das Fahrwerk setzte schon auf, dann starteten die Piloten in letzter Sekunde durch.
Das hätte ins Auge gehen können! Eine Boeing 747 der Lufthansa, gestartet in Frankfurt, hat beim Landeanflug auf den Flughafen Los Angeles für einen echten Nervenkitzel gesorgt. Wie t-online berichtet, entschieden sich die Piloten am Samstag, den 10. Oktober, zu einem sogenannten „Go-around“ – also einem Abbruch der Landung in letzter Sekunde. Das Fahrwerk hatte da schon teilweise die Landebahn berührt!
Der Jumbojet zog danach steil nach oben durch. Beobachter vor Ort berichteten, es habe kurz ausgesehen, als könnte es zu einem sogenannten Tailstrike kommen – also einem Aufsetzen mit dem Heck auf der Landebahn. Dazu kam es zum Glück nicht. Auch das russische Portal Incidentia.ru berichtet über den Vorfall und schreibt, dass die Maschine mit dem Kennzeichen D-ABYK bei der Landung auf Bahn 24R nur knapp mit dem Heck die Piste verfehlte, bevor sie durchstartete.
Nach Angaben von Incidentia.ru war im Funkverkehr mit der Flugsicherung von starker Turbulenz und Wind aus 290 Grad mit 16 Knoten die Rede. Die Besatzung hatte demnach bereits die Landeerlaubnis erhalten, entschied sich aber im allerletzten Moment doch noch für den Abbruch.
Laut Flugdaten von Flightradar24, auf die sich t-online beruft, drehten die Piloten nach dem Durchstarten eine Schleife über Los Angeles und landeten rund 15 Minuten später sicher auf dem Flughafen LAX. Warum genau der erste Anflug abgebrochen wurde, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Ein Go-around klingt erstmal dramatisch, ist im Flugbetrieb aber ein ganz normales und standardisiertes Sicherheitsmanöver. Für sich genommen ist so ein Durchstarten kein Zeichen für eine akute Notlage. Piloten brechen die Landung immer dann ab, wenn der Anflug instabil wird – sei es, weil die Maschine zu hoch oder zu schnell unterwegs ist, oder weil der Wind plötzlich dreht. Auch wenn ein Flugzeug nach dem ersten Aufsetzen wieder abspringt oder zu spät aufsetzt, ist das Durchstarten oft die klügere Entscheidung.
Wie wichtig diese Entscheidung sein kann, zeigte sich erst im September in Miami auf traurige Weise. Laut einem vorläufigen Bericht der US-Behörde NTSB setzte dort ein Frachtflugzeug erst rund 3.750 Fuß hinter dem Landebahnbeginn auf, statt durchzustarten. Die Maschine schoss über die Landebahn hinaus, fünf Menschen am Boden starben. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vorfall in Los Angeles: Die Lufthansa-Piloten haben sich hier offenbar für das sicherste Manöver entschieden, statt ein Risiko einzugehen.
Ein Flug aus unserer Heimatstadt, der international für Aufsehen sorgt – auch wenn’s diesmal nicht die schönste Art von Schlagzeile war. Am Ende ging alles glimpflich aus, der Jumbo landete sicher. Genau solche Geschichten rund um Frankfurt und seinen Flughafen verfolgen wir für euch weiter – schließlich ist der Sound der Weltstadt auch am Himmel über unseren Köpfen zu Hause.






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