
Im Großen Hasenpfad 25 in Sachsenhausen läuft seit drei Monaten eine Kernsanierung – die Mieter wurden nie informiert. Was ihr über eure Rechte wissen müsst.
Stellt euch vor, ihr wacht morgens auf und lebt plötzlich auf einer Baustelle – ohne vorher auch nur ein Wort davon gehört zu haben. Genau das passiert gerade den Mietern im Großen Hasenpfad 25 in Sachsenhausen. Seit drei Monaten läuft dort eine Kernsanierung, die das Gebäude aus den 1970er Jahren auf Neubaustandard bringen soll. Das Problem: Die betroffenen Mieterinnen und Mieter wurden nie ordnungsgemäß informiert.
Der Eigentümer des Hauses, die Relevo-Holding, hat die geplante Maßnahme nicht etwa den Mietern mitgeteilt – sondern auf Instagram veröffentlicht. Dort heißt es: „Das Gebäude aus den 1970er Jahren wird nun von uns vollständig kernsaniert und auf Neubaustandard gebracht. Im Fokus steht dabei eine umfassende energetische Sanierung im Rahmen eines KfW-Projekts.“
Den Bewohnerinnen und Bewohnern war bislang lediglich angekündigt worden, dass die Wasserrohre erneuert werden sollen. Von einer vollständigen Kernsanierung – keine Silbe. Dabei ist eine solche Ankündigung gesetzlich vorgeschrieben, und zwar drei Monate im Voraus. Die fehlt bis heute.
Der Verein „Mieter helfen Mietern“ hat reagiert und am Donnerstag eine Mieterversammlung einberufen. Rund 20 Mietparteien sind erschienen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Situation die Menschen in dem Haus wirklich umtreibt. Ihre Namen möchten die Betroffenen nicht nennen. „Sie haben Angst vor Nachteilen“, erklärt Conny Petzold vom Verein „Mieter helfen Mietern“.
Und das ist leider keine Seltenheit: Wer sich gegen den Eigentümer stellt, befürchtet oft, dass es Konsequenzen für das eigene Mietverhältnis haben könnte. Dabei gilt: Auch bei einer Kernsanierung bleiben Mietverträge gültig. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Großen Hasenpfad 25 müssen sich nicht einfach alles gefallen lassen.
Dieser Fall in Sachsenhausen zeigt, wie wichtig es ist, über Mieterrechte Bescheid zu wissen. Wer in Frankfurt zur Miete wohnt und mit ähnlichen Situationen konfrontiert wird, sollte sich nicht alleine durchkämpfen müssen. Anlaufstellen wie „Mieter helfen Mietern“ sind genau für solche Fälle da – und sie machen deutlich, dass organisierte Mieter eine starke Stimme haben können.
Seit Kurzem stehen übrigens auch Container vor dem Haus am Großen Hasenpfad 25. Zuvor war der Bauschutt einfach in der Tiefgarage abgeladen worden – auch das ein Zeichen dafür, wie wenig Rücksicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner genommen wurde.
Der Sound der Weltstadt Frankfurt ist laut und lebendig – aber er darf nicht auf Kosten derer gehen, die diese Stadt mit Leben füllen. Die Mieterinnen und Mieter im Großen Hasenpfad 25 verdienen Transparenz, Respekt und die Einhaltung ihrer gesetzlichen Rechte. Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören – und informiert bleiben mit dem besten Programm im Main-Gebiet!






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