
Das Zeppelinmuseum nahe dem Frankfurter Flughafen lässt euch per VR-Brille in echte Luftschiffe einsteigen.
Klingt verrückt, ist aber wahr: Ein Museum nahe dem Frankfurter Flughafen lässt euch virtuell in ein Luftschiff steigen. Einfach VR-Brille aufsetzen, und schon steht ihr mitten am Frankfurter Flughafen, bereit, einen Zeppelin zu betreten – und könnt sogar Gegenstände in die Hand nehmen. Das Zeppelinmuseum in Zeppelinheim, nur eine Viertelstunde zu Fuß vom Frankfurter Flughafen entfernt, macht Geschichte zum Erlebnis. Der Sound der Weltstadt trifft hier auf echte Abenteuerluft!
Das Museum steckt voller spannender Details. In einer Ecke steht ein Originalteil aus dem Luftschiff Zeppelin LZ 130 – federleicht, kaum zu glauben. Die Außenhaut war damals in Aluminiumfarbe lackiert, damit das Schiff höher steigen konnte und das Sonnenlicht reflektiert wurde. Und wusstet ihr, dass für den Betrieb eines einzigen Zeppelins mit 80 Passagieren ganze 120 Personen Besatzung gebraucht wurden? Für sie entstand die Siedlung Zeppelinheim. Bis 2016 war dort noch der Dialekt aus dem Bodenseeraum zu hören – weil die meisten Luftschiffer von dort kamen, wo die Schiffe gebaut wurden.
Museumsleiter Christian Kunz weiß auch, warum damals am Flughafen Männerschuhe besonders genau geprüft wurden: Beschlagene Sohlen hätten auf den Laufgängen des Zeppelins Funken schlagen können – ein echtes Brandrisiko. Solche kleinen Geschichten machen das Museum so besonders.
Wer durch die Ausstellung schlendert, kommt aus dem Staunen nicht raus. Es gibt Mitmachstationen, an denen ihr zum Beispiel eine Zeppelinwand knüpfen oder durch Drehen kleiner Elemente herausfinden könnt, wofür einzelne Bauteile verwendet wurden. Im Untergeschoss läuft ein Kino mit Filmen zur Geschichte der Zeppelin-Luftschifffahrt. Und aktuell zeigt die Sonderausstellung „aerial.couture“ Fotografien von Angelika von Braun aus dem Jahr 1937 – die läuft noch bis zum 31. Januar 2027. Das gesamte Museum ist übrigens barrierefrei zugänglich.
Highlight für Kunz persönlich? Ganz klar die Virtual-Reality-Brillen. Damit steht ihr plötzlich am Frankfurter Flughafen, bereit, den Zeppelin zu betreten, hindurchzulaufen und alles zu erkunden. Das ist keine trockene Museumsführung – das ist echtes Abtauchen in die Vergangenheit!
Das Museum wurde in den 1980er Jahren von ehemaligen Luftschiffern gegründet, die in Zeppelinheim lebten. Sie riefen die Zeppelin-Kameradschaft ins Leben, die später zum Verein für Zeppelinluftschifffahrt wurde. Ursprünglich durften nur Mitglieder beitreten, die selbst mit einem Zeppelin geflogen waren. Die erste Frau im Verein war als Kind mit ihrer Familie gereist – Elisabeth Koetter wurde später sogar erste Vorsitzende und Museumsleiterin. Eine Geschichte, die zeigt, wie viel Herzblut in diesem Ort steckt.
Und Kunz hat noch eine Geschichte auf Lager, die euch nicht loslässt: „Die Tochter eines Luftschiffers erzählte mir einmal mit strahlenden Augen: Immer, wenn ihr Vater mit dem Zeppelin in Rio de Janeiro war, hat er eine frische Ananas mitgebracht. Und sie sagte: Die war so süß, sie spürt sie immer noch in ihrem Mund.“ Gänsehaut-Moment garantiert!
Der Eintritt läuft nach dem Motto „Zahle, was du willst“ – fairer geht’s kaum. Vor dem Gebäude könnt ihr zwei Stunden mit Parkscheibe parken, die nächste S-Bahn-Station ist acht Minuten zu Fuß entfernt, und Fahrradständer gibt es auch. Ende August kommt außerdem der Zeppelin NT an den Kronenhof in Bad Homburg. Passend dazu entwickelt das Museum eine Postkarte mit Sonderbriefmarke – gegen eine kleine Spende zu erwerben und als Luftschiffpost verschickbar. Also, Frankfurt: Auf geht’s ins Museum – die VR-Brille wartet!






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