
Bäckerei Moos aus Aßlar mit 480 Mitarbeitern im Schutzschirmverfahren: Was hinter der Krise des hessischen Traditionsbetriebs steckt und wie es weitergeht.
Das hat so keiner kommen sehen: Die Bäckerei Moos aus Aßlar, ein echtes Traditionsunternehmen aus unserer Region, steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten! Rund 480 Mitarbeiter an 59 Standorten bangen gerade um ihre Zukunft. Wir sagen euch, was los ist.
Die Bäckerei Moos hat beim Amtsgericht Wetzlar ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung unter einem sogenannten Schutzschirm beantragt. Das Gericht hat den Antrag genehmigt und damit ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Wie Bild berichtet, erklärt Kommunikationsberater Holger Voskuhl dazu: Die Voraussetzungen hierfür seien, dass das Unternehmen bisher nicht zahlungsunfähig ist und positive Sanierungsaussichten vorliegen.
Wichtig für alle, die sich Sorgen um ihre Lieblingsfiliale machen: Die Geschäftsführung bleibt im Amt! Mit Unterstützung des Sachwalters Professor Dr. Jan Roth soll der 1986 gegründete Familienbetrieb nun saniert werden. Sanierungsgeschäftsführer ist Stefan Hofherr.
Die Gründe für die Krise sind leider keine Überraschung in der Backbranche. Nach Angaben von Bild kämpft auch die Bäckerei Moos mit enorm steigenden Kosten. Rohstoffe wie Mehl und Energie für die Backöfen seien deutlich teurer geworden, so Voskuhl. Diese Preiserhöhungen könne man nicht mehr in der Form an die Kunden weitergeben.
Interessant: Erst im April hatte sich Bäckermeister und Firmengründer Hartmut Moos, bekannt durch den Spruch „Ohne Moos nix los“, aus der Geschäftsführung zurückgezogen. Nur wenige Monate später steckt sein ehemaliger Betrieb nun mitten in der Krise.
Die gute Nachricht für die 480 Beschäftigten: Produktion und Verkauf laufen erstmal ganz normal weiter! Die Gehälter für Oktober bis Dezember übernimmt die Bundesagentur für Arbeit, wie Bild berichtet. Zu den konkreten wirtschaftlichen Aussichten hält sich das Unternehmen aktuell noch bedeckt. Man prüfe gerade die Möglichkeiten, führe verschiedene Gespräche und entwickle einen Sanierungsplan, so Voskuhl gegenüber Bild.
Die Bäckerei Moos ist leider kein Einzelfall. Hohe Energie-, Rohstoff- und Personalkosten sowie die Konkurrenz durch billiges Brot und Brötchen vom Discounter setzen der gesamten Branche zu, berichtet Bild. So wirft auch in Niedersachsen eine Familie wegen fehlender Nachfolge das Handtuch, dort schließt Ende Mai 2027 eine Bäckerei-Kette mit 10 Filialen und 120 Mitarbeitern. Und auch eine Thüringer Traditionsbäckerei mit 147-jähriger Geschichte kämpft sich gerade mit harten Einschnitten aus der Insolvenz – dort bleiben von ursprünglich 280 Mitarbeitern nur 150 im Job.
Wir von Radio Frankfurt bleiben für euch dran an diesem Thema aus dem Main-Gebiet. Denn was in Aßlar passiert, betrifft am Ende nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch alle, die gerne mal ein Brötchen von Moos genießen. Jetzt reinhören und auf dem Laufenden bleiben, wie es für die Traditionsbäckerei weitergeht!






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