Tschaikowskis Oper „Mazeppa
Die Oper Frankfurt eröffnet ihre neue Saison mit einem echten Knaller: Tschaikowskis Oper „Mazeppa“ feiert am 13. September um 18 Uhr ihre Premiere im Haus. Und das ist alles andere als gewöhnliche Opernkost – denn dieses Werk packt euch mit einer düsteren Wucht, die ihr so schnell nicht vergessen werdet!
Die Produktion ist keine Neuerfindung, sondern kommt direkt von den Tiroler Festspielen Erl nach Frankfurt – damals, im Sommer 2024, noch unter der Leitung des Frankfurter Intendanten Bernd Loebe. Jetzt übernimmt die Oper Frankfurt diese Inszenierung als erste Saisonpremiere. Ein starkes Zeichen für Qualität und Kontinuität!
Mazeppa war ein ukrainischer Feldherr, der 1709 in der Schlacht bei Poltawa auf der Seite der Schweden gegen den russischen Zaren kämpfte. Dass Tschaikowski – ein russischer Komponist – genau diesen Stoff zur Grundlage seiner siebten Oper machte, ist schon pikant. Und dass die Produktion vier Monate vor dem russischen Angriff auf die Ukraine geplant wurde, macht das Ganze noch brisanter.
Der südafrikanische Regisseur Matthew Wild hat in seiner Inszenierung bewusst darauf verzichtet, einen direkten Bezug zum aktuellen Krieg herzustellen. Stattdessen zeigt er Mazeppa als das, was er ist: ein skrupelloser Politiker, ein Karrierist, der mit Folter und Gewalt seinen Weg geht. „Es geht um Machtmissbrauch“, sagt Dirigent Karsten Januschke, der bereits in Erl die musikalische Leitung inne hatte und diese Aufgabe nun auch in Frankfurt übernimmt.
Karsten Januschke kennt die Oper Frankfurt wie seine Westentasche. Seit 2008 ist er dem Haus eng verbunden – damals begann er als Korrepetitor, später wurde er zum Kapellmeister berufen. Mittlerweile arbeitet er freischaffend, kehrt aber immer wieder nach Frankfurt zurück. Kein Wunder, dass er sagt: „Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen.“ Und er fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, er sei wohl „der Einzige, der das Museumsorchester duzt.“
In dieser Spielzeit leitet er neben „Mazeppa“ auch noch die Premierenserie der Händel-Oper „Flavio“ im Bockenheimer Depot. Sein Repertoire ist dabei denkbar breit: Von Barock bis Gegenwart hat er in Frankfurt unter anderem Jacques Offenbach und Aribert Reimann dirigiert – und 2018 brachte er im Bockenheimer Depot Olga Neuwirths Oper „Lost Highway“ zur deutschen Erstaufführung.
„Mazeppa“, entstanden zwischen Tschaikowskis meistgespielten Opern „Eugen Onegin“ und „Pique Dame“ und 1884 in Moskau uraufgeführt, ist stärker besetzt als seine bekannteren Bühnenwerke. Mehr Blechbläser, ein größeres Schlagwerk – Januschke spricht von einem „kantigeren Klang“ der Partitur. Es gibt sogar ein Zitat aus Modest Mussorgskys Historienoper „Boris Godunow“.
Besonders beeindruckend: die Vertonung der Schlacht von Poltawa, die den letzten der drei Akte eröffnet. Januschke beschreibt es als kompositorischen Coup – nachdem die Musik in den Hintergrund tritt, nehme man die Szene auch akustisch als zurückgelassenes Schlachtfeld wahr. Fast vier Stunden dauern die drei Akte einschließlich zweier Pausen – ein echtes Opernfest!
Das Ende des Werks beschreibt Januschke als besonders wirkungsvoll: Mazeppa – gesungen von Bariton Petr Sokolov – „entflieht im Pianissimo“, während Maria, verkörpert von Nombulelo Yende, ein Wiegenlied singt. „Ein Erlöschen“ – und in dieser Gestalt einzigartig in der gesamten Opernliteratur.
Ihr wollt Frankfurts Kulturleben hautnah erleben? Dann ist „Mazeppa“ euer Pflichttermin in dieser Saison! Der Sound der Weltstadt zeigt sich eben nicht nur im Radio – auch auf der Opernbühne schlägt Frankfurt ein.






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