
Das Fliegende Künstlerzimmer belebt den François-Mitterrand-Platz im Frankfurter Bahnhofsviertel. Kunst, Begegnung und Kreativität für 270 Kinder im Kiez.
Das Bahnhofsviertel – für viele Frankfurter ein Ort mit Geschichte, Energie und jeder Menge Gegensätzen. Doch eine Ecke war bisher eher trist: der François-Mitterrand-Platz. Eine graue Asphaltfläche, an der nicht viel passierte. Das ändert sich jetzt! Denn mit dem „Fliegenden Künstlerzimmer“ zieht ein ganz besonderes Projekt in den Kiez ein – und der Sound der Weltstadt bekommt eine neue kreative Note.
Zur Eröffnung verwandelte sich der Platz in ein buntes Bild aus Seifenblasen, bunten Girlanden und fröhlichem Gewusel. Sozialdezernentin Elke Voitl (Die Grünen) zeigte sich begeistert: Der Platz sei belebt mit Kindern und keine Steinwüste mehr. Genau das war das Ziel.
Der Holzmodulbau, der ein bisschen an ein Baumhaus erinnert, entstand durch eine Kooperation der Stadt Frankfurt mit der Crespo Foundation. Auf achtzig Quadratmetern soll in den nächsten fünf Jahren ein Ort für Kunst, Kreativität und Begegnung entstehen – vor allem für die rund 270 Kinder, die im Bahnhofsviertel zuhause sind.
„Für Kinder und Jugendliche ist es oft ein langer Weg zu Kunst und Kultur“, sagt Christiane Riedel, Vorständin der Crespo Foundation. Das Fliegende Künstlerzimmer dreht das Prinzip um: Es kommt direkt in die Nachbarschaft. An drei Tagen in der Woche werden Künstlerinnen und Künstler als „Artists in Residence“ vor Ort sein und gemeinsam mit den Kindern Projekte entwickeln.
Stipendiat für das erste Jahr ist das Künstlerkollektiv „YRD.Works“ aus Offenbach. Ruben Bausch, einer der drei Freunde hinter dem Kollektiv, bringt es auf den Punkt: „Wir wollen den Kindern zeigen, dass sie etwas verändern können.“ Das erste sichtbare Ergebnis? Blau-rote Minigolfbahnen, verteilt auf dem François-Mitterrand-Platz. Simpel, spielerisch, wirkungsvoll.
Betreut wird das gesamte Projekt von einem Team aus Sozialarbeiterinnen und Künstlern, dazu kommen Kooperationen mit lokalen Initiativen und Einrichtungen im Viertel. Ein echter Community-Ansatz – ganz im Sinne von Radio Frankfurt und dem besten Programm im Main-Gebiet.
Entworfen haben den besonderen Modulbau die Architekten Michael Müller und Nikolaus Hirsch. „Das Zimmer kann ein Theater werden, wie es jetzt bereits eine Bühne für Reden ist“, sagt Müller. Und das Beste daran: Als „fliegendes“ Zimmer lässt sich das Gebäude auf einem Lkw transportieren und kann so immer wieder neue Orte beleben.
Ursprünglich war das Format ein Programm zur Schulentwicklung im ländlichen Raum. Friederike Schönhuth, Leiterin des Fördermanagements bei der Crespo Foundation, entwickelte die Idee eines mobilen Ateliers auf dem Schulhof. Mittlerweile gibt es bereits sieben dieser sogenannten „Flieküs“. Das Zimmer im Bahnhofsviertel steht dabei allen offen – Schönhuth erzählt mit einem Schmunzeln: „Heute Morgen haben uns Banker angesprochen, ob sie hier Yoga machen dürfen.“
Das Fliegende Künstlerzimmer zeigt, wie Kultur und soziales Miteinander Hand in Hand gehen können. Ein Holzbau auf einem Asphaltplatz, der plötzlich Kinder, Künstler, Sozialarbeiterinnen und neugierige Banker an einen Tisch bringt – das ist Frankfurt in seiner ganzen Vielfalt. Wir von Radio Frankfurt finden: Genau solche Projekte braucht unsere Stadt! Jetzt reinhören und mehr über das Lebensgefühl der Weltstadt erfahren.






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