
Markus Krösche bleibt bei Eintracht Frankfurt – doch der Frieden ist einer auf Zeit. Was hinter der Entscheidung steckt und wie es mit dem Sportvorstand…
Geht er? Bleibt er? Die unendliche Geschichte rund um Markus Krösche und Eintracht Frankfurt hat vorerst ein Ende gefunden – aber nur vorübergehend. Der Sportvorstand bleibt, und das aus einem ganz pragmatischen Grund: Sein Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2028, und ihn freizustellen hätte die Eintracht richtig viel Geld gekostet. Geld, das Krösche selbst erst eingetrieben hat. Ein klassisches Patt – und ein Frieden auf Zeit.
Schaut man auf den zurückliegenden Transfersommer, wird klar: Die Eintracht hat laut dem Bewertungsportal „Transfermarkt.de“ rund ein Viertel ihres Spielerwerts eingebüßt. Dafür steht ein erhebliches Transferplus in den Büchern. Klingt gut – ist aber nicht ohne Konsequenzen. Denn wer jedes Jahr mit Transfers Geld verdienen muss, wird auf dem Platz nicht automatisch besser.
Was Krösche dabei gekonnt hat: Er hat Spieler abgegeben, deren Wert nicht weiter gestiegen wäre, und dabei ordentliche Summen erzielt. Sein Ruf in der Branche ist deshalb weiterhin gut. In Frankfurt selbst sieht das anders aus – dort nehmen ihm manche übel, dass er lange mit der AC Mailand verhandelt hat und nicht auf den ehemaligen Trainer Albert Riera eingewirkt hat, als dieser wiederholt aus der Ferne auf die Eintracht zielte.
Die aktuelle Lage im Kader ist gemischt. Im zentralen Mittelfeld und im Tor ist die Eintracht in dieser Saison stärker aufgestellt – unter anderem durch den Zugang Noah Atubolu, der vom SC Freiburg kam. Die Sturmbank ist dagegen dünn besetzt, die Abwehr unerfahren. Nach Platz acht in der vergangenen Saison hat sich der Kader auf dem Feld also nicht deutlich verbessert.
Das ist kein Geheimnis, und es ist auch nicht allein Krösches Versagen. Denn das Grundproblem betrifft fast die gesamte Bundesliga: 17 (oder 14, je nach Zählweise) von 18 Klubs müssen mehr Geld mit Transfers einnehmen, als sie ausgeben. Das Geschäftsmodell, das viele in Frankfurt als „Krösche-Modell“ sehen, ist in Wahrheit das Modell der gesamten Liga. Geht Krösche, wird sich daran nichts ändern.
Krösche hat Fehler gemacht – teure Verträge für Mittelklassespieler, die sich nicht ausgezahlt haben. Und der Sommer war turbulent: die Mailand-Wochen, die Veröffentlichung eines kroatischen Immobiliendeals, der vermeintliche Konflikt mit Trainer Adi Hütter. Manches davon selbst verschuldet, manches nicht. Am ersten Spieltag in Berlin wirkte er genervt, als er auf all das angesprochen wurde.
Trotzdem gilt: Krösche ist nach wie vor einer der erfolgreichsten und gewieftesten deutschen Fußballmanager. Er hat das Prinzip Eintracht – Talente verpflichten, entwickeln, teuer verkaufen – immer wieder zum Funktionieren gebracht. Und das ist der Grund, warum er vorerst bleibt.
Für beide Seiten wäre eine Trennung früher oder später wohl das Richtige. Das Verhältnis ist belastet, die Luft dünn geworden. Krösches Verhältnis zu Trainer Adi Hütter ist dabei eine klassische Verbindung zwischen kurzfristiger Trainerperspektive und mittelfristiger Managerstrategie – nicht ungewöhnlich, aber auch nicht einfach.
Der aktuelle Frieden ist also genau das: ein Frieden auf Zeit. Oder, wie es treffend heißt – ein Frieden bis zum nächsten Anruf aus Mailand. Wie das weitergeht? Bleibt spannend. Wie immer bei der Eintracht!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.