
Frankfurt zieht Bilanz: Wie die Stadt nach Hitze und Trockenheit mehr Grün, Wasser und Schatten schafft – von Trinkbrunnen bis Baumpflanzungen.
Hitze, Trockenheit, kaum Regen: Der Sommer 2026 hat Frankfurt ganz schön ins Schwitzen gebracht! Wie aus einer Mitteilung der Stadt Frankfurt am Main hervorgeht, waren die Folgen überall im Stadtbild sichtbar: vertrocknete Wiesen, Bäche und Gräben, die kaum noch Wasser führten, und Blaualgen im Main. Das Grillen auf den städtischen Grillplätzen musste deshalb zeitweise untersagt werden. Auch Bäume und Pflanzen standen unter massivem Stress – sogar im Palmengarten und Botanischen Garten kam es trotz Bewässerung zu Verbrennungen und Blatt-Welke bei einigen Stauden.
Laut Stadt Frankfurt am Main sagt Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, dieser Sommer habe gezeigt, wie sehr sich die klimatischen Bedingungen verändern. Die Stadt habe auf die akuten Folgen reagiert und gleichzeitig weitergemacht.
Nach Angaben der Stadt Frankfurt am Main sind inzwischen 29 öffentliche Trinkbrunnen in Betrieb, 17 weitere werden mit Unterstützung des Landes vorbereitet. Im nächsten Sommer sollen an besonders heißen Orten zusätzlich Nebelduschen dazukommen. Auch der Klimabonus läuft gut: Seit dem Start 2023 wurden rund 5000 Anträge gestellt, mehr als 2000 davon bereits erfolgreich abgeschlossen. Gefördert werden Dach-, Fassaden- und Hofbegrünung, Entsiegelung und Regenwasserspeicherung – insgesamt wurden dafür schon rund 19 Millionen Euro bewilligt.
Das Grünflächenamt setzt laut Stadt zudem verstärkt auf Regen- und Mainwasser für Grünanlagen und Bäume, statt Trinkwasser zu verbrauchen. In der Taunusanlage sollen künftig zwei Zisternen Drainage- und Regenwasser sammeln und für die Bewässerung nutzen. Parallel wurde die Vorsorge für Starkregen vorangetrieben – mit einem neuen Frühwarnsystem und einem aktuellen Statusbericht zur Überflutungsvorsorge.
Die Stadt Frankfurt am Main teilt mit, dass in den vergangenen drei Jahren mehr als 5000 Bäume gepflanzt wurden – bis 2030 sollen es insgesamt 10.000 werden. Am Merianplatz kamen acht neue Bäume dazu, auf dem Friedhof Westhausen wurden aus Wegen Blühwiesen. Im neuen Schönhofviertel sorgen Wiesen-, Stauden- und Rasenflächen für mehr Aufenthaltsqualität und Kühlung an heißen Tagen. Zwischen Europaviertel und Gallus entstand am Wasserturm eine neue Grünfläche, und am Europagarten haben die Bodenarbeiten begonnen – Baustart soll 2027 sein.
Auch Beteiligung spielt eine Rolle: Für die Erneuerung von Spielplätzen, zuletzt am Rebstockpark-West, wurden Bürgerinnen und Bürger eingebunden. Zapf-Rodríguez wird in der Mitteilung der Stadt zitiert, Beteiligung sei für sie Teil guter Stadtplanung und gelebte Kinderrechte.
Wie die Stadt Frankfurt am Main weiter berichtet, zeigt das gemeinsame Projekt „NEWS“ von Grünflächenamt und Palmengarten, wie Bewässerung mit Bodensensoren gezielter organisiert werden kann. Auch die Entschlammung von Rebstockweiher und Försterwiesenweiher im Projekt „Blue Planet“ sowie die EMAS-Zertifizierung von Palmengarten und Botanischem Garten gehören zu den Projekten, mit denen die Stadt aus den Erfahrungen dieses Sommers lernen will.
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