
Ein Hausverwalter gesteht vor dem Landgericht Frankfurt die Veruntreuung von über 730.000 Euro – rund 400 Fälle in fünf Jahren. Alle Details zum Prozess hier.
Ein Fall, der viele Frankfurter Wohnungseigentümer betrifft: Vor dem Landgericht Frankfurt hat ein 46-jähriger Hausverwalter gestanden, mehr als 730.000 Euro von seinen Kunden veruntreut zu haben. Beim Prozessauftakt ließ er keine Zweifel offen – und nannte auch sein Motiv: „Die Verlockung, die Gier war zu groß.“
Mit seinem im Hochtaunuskreis ansässigen Unternehmen hatte der Mann über 50 Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) sowie Einzel-Grundbesitzer betreut – vor allem in Frankfurt und im Hochtaunuskreis. Die Beträge auf den Verwaltungskonten seiner Kunden wurden ihm offenbar zum Verhängnis: Er überwies sich immer wieder Geld auf sein Privatkonto, wenn er es brauchte – unter Angabe von erfundenen Rechnungsnummern. Das Geld floss in seinen Alltag, aber auch in Anschaffungen wie einen Oldtimer.
Die Staatsanwaltschaft geht von rund 400 einzelnen Fällen aus – und zwar im Zeitraum von Februar 2021 bis Januar 2026. Der Vorwurf: gewerbsmäßige Untreue. Fünf Jahre lang blieb das System unentdeckt.
Der Angeklagte selbst erklärte, wie er dabei vorging: Entstand durch eine illegale Überweisung ein „Loch“ auf dem Konto einer WEG, stopfte er es mit Geld von einer anderen WEG. Wurde zum Beispiel eine Handwerkerrechnung über 2.000 Euro fällig, griff er einfach auf das Konto einer anderen Eigentümergemeinschaft zurück. Ein System, das er jahrelang aufrechterhalten konnte – auch durch gefälschte Kontoauszüge und manipulierte Unterlagen für Eigentümerversammlungen. Termine mit Kunden schob er mit Ausreden immer wieder hinaus.
Erst ab dem Frühjahr oder Sommer 2025 sprachen erste Kunden ihn auf Unstimmigkeiten an. Der Angeklagte sagte dazu selbst: „Da habe ich gemerkt, es wird langsam eng.“ Doch selbst dann hörte er nicht auf – laut Staatsanwalt überwies er noch rund 100 Mal Geld auf sein eigenes Konto, nachdem er bereits unter Druck geraten war.
Im März 2026 wurde der Mann schließlich verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sein Vermögen im Wert von mindestens 326.000 Euro wurde eingefroren. Der Vorsitzende Richter wies darauf hin, dass diese Summe bei einem rechtskräftigen Urteil möglicherweise an die Betroffenen ausgezahlt werden könnte.
Die Große Wirtschaftsstrafkammer plant, das Urteil noch in dieser Woche zu verkünden. Für die betroffenen Eigentümer in Frankfurt und dem Hochtaunuskreis bleibt die bange Frage, wie viel von dem veruntreuten Geld sie tatsächlich zurückbekommen werden.
Dieser Fall zeigt: Wer seine Immobilie durch einen Verwalter betreuen lässt, sollte regelmäßig und genau hinschauen – und sich nicht mit verschobenen Terminen oder vagen Auskünften abspeisen lassen. Wir halten euch auf dem Laufenden, wie das Urteil ausfällt. Jetzt reinhören – bei Radio Frankfurt, dem Sound der Weltstadt!






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