Haftbefehl sagt Konzerte in Düsseldorf und Berlin ab: Der Rapper steht laut seinem Bruder Capo unter ärztlicher Aufsicht. Alle Infos zum Gesundheitszustand.
Große Sorge um einen der bekanntesten Rapper aus unserer Region: Haftbefehl, mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan, muss sich gerade voll und ganz auf seine Gesundheit konzentrieren. Das hat sein Bruder Cem Anhan, selbst als Rapper Capo bekannt, in einer Videobotschaft öffentlich gemacht. Wie der SPIEGEL berichtet, veröffentlichte Cem Anhan das knapp einminütige Video in der Nacht zu Montag auf dem Instagram- und TikTok-Account seines Bruders – im Namen der ganzen Familie.
Die Botschaft ist klar: Die für Oktober geplanten Konzerte in Düsseldorf und Berlin werden abgesagt. Haftbefehl stehe derzeit unter ärztlicher Aufsicht, heißt es in dem Statement. Die Familie habe diese Entscheidung gemeinsam mit ihm getroffen.
„Wir wissen, dass viele jetzt enttäuscht sind, und es tut uns umso mehr leid“, lässt Cem Anhan seinen Bruder über die sozialen Medien ausrichten. Die Familie bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung und bittet darum, die Entscheidung zu respektieren – und Haftbefehl die Zeit zu geben, die er jetzt braucht.
Auf Instagram, wo Haftbefehl mehr als 1,2 Millionen Follower hat, ist das Video von Capo aktuell der einzige Beitrag auf dem Account. Nach Angaben der FAZ häufen sich in den sozialen Netzwerken die Genesungswünsche für den aus Offenbach stammenden Musiker.
Schon im Juni hatte Haftbefehl aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit angekündigt und sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, nachdem zuvor mehrere Termine kurzfristig abgesagt worden waren. Als Grund nannte er damals die Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“, in der er offen über seine Drogensucht und die Folgen seines Kokainkonsums gesprochen hatte. Die dadurch entstandene öffentliche Aufmerksamkeit habe ihn zusätzlich stark belastet.
Die FAZ berichtet zudem über Hintergründe zur Problematik: Der Frankfurter Suchtforscher Heino Stöver, ehemaliger Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences, ordnet in der Zeitung die gesundheitlichen Risiken von Kokainkonsum ein. Eine Tagesdosis von 1,5 Gramm gilt demnach als Referenzwert – bei deutlich höheren Mengen drohen laut Stöver Kreislaufbeschwerden, kardiologische Schäden und weitere körperliche Störungen, die im schlimmsten Fall tödlich enden können.
Nach seiner mehrmonatigen Pause hatte Haftbefehl am 20. September sein Bühnencomeback gefeiert – mitten in unserer Stadt, in Frankfurt am Main. Wie der SPIEGEL berichtet, sang er bei diesem Auftritt keinen Song allein, sodass unklar blieb, welchen Anteil er jeweils selbst beisteuerte. Es war der erste öffentliche Auftritt nach den gesundheitlichen Rückschlägen und ein Zeichen, dass es für ihn weitergehen sollte.
Umso mehr überrascht nun die erneute Absage der Herbst-Termine. Für viele Fans in Frankfurt und darüber hinaus ist Haftbefehl längst mehr als nur ein Künstler – er steht für ein Stück Lebensgefühl dieser Stadt. Genau deshalb wünschen sich gerade jetzt so viele Menschen aus der Region, dass es ihm bald wieder besser geht.
Wir von Radio Frankfurt wünschen Haftbefehl von Herzen gute Besserung und alles Gute auf seinem Weg zurück zur Gesundheit.




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