
Frankfurt verleiht am 28. August 2026 den Goethe-Preis an Uwe Timm – Shida Bazyar hält die Laudatio in der Paulskirche. Der Eintritt ist frei!
Ein besonderer Moment für Frankfurt und die Literaturwelt: Am Freitag, 28. August 2026, verleiht die Stadt Frankfurt am Main den Goethe-Preis 2026 an den Schriftsteller Uwe Timm. Die feierliche Zeremonie findet um 16 Uhr in der legendären Paulskirche statt – und das Beste daran: Der Eintritt ist frei! Ihr könnt dabei sein, wenn Frankfurt einem seiner bedeutendsten literarischen Ehrengäste huldigt.
Der Goethe-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen, die Frankfurt zu vergeben hat. Das Kuratorium begründet die Wahl mit klaren Worten: Uwe Timm werde ausgezeichnet „für sein reiches und vielfältiges Werk, das wie dasjenige Goethes von tiefster Humanität geprägt ist und weltumspannend die Möglichkeiten der Literatur auslotet.“ Stärker kann man ein literarisches Lebenswerk kaum würdigen.
Uwe Timm wurde 1940 in Hamburg geboren und studierte Philosophie und Germanistik in München sowie an der Sorbonne Université in Paris. Bereits mit seinem Debütroman „Heißer Sommer“ von 1974 – einem literarischen Zeugnis der 68er-Revolte – sorgte er für Aufmerksamkeit. Große Erfolge feierte er Anfang der 1990er Jahre mit der Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“, die mehrfach übersetzt und 2008 sogar verfilmt wurde.
Sein Werk ist beeindruckend vielseitig: Romane, Erzählungen, Lyrik, Hörspiele, Filmdrehbücher und Kinder- und Jugendbücher gehören dazu. Sein Kinderbuch „Rennschwein Rudi Rüssel“ wurde 1990 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und 1995 ebenfalls verfilmt. Mit der autobiografischen Erzählung „Am Beispiel meines Bruders“ aus dem Jahr 2003 löste Timm eine wichtige gesellschaftliche Diskussion über die deutsche Erinnerungskultur und den Nationalsozialismus aus. Zuletzt erschien 2023 sein Werk „Alle meine Geister“.
Die Ehre, die Laudatio auf Uwe Timm zu halten, kommt Shida Bazyar zu – selbst eine bemerkenswerte Stimme der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Bazyar wurde 1988 in Hermeskeil geboren, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig.
Ihr Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ aus dem Jahr 2016 wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet – unter anderem mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis. Außerdem war er für den International Booker Prize nominiert. Mit „Drei Kameradinnen“ folgte 2021 ein weiteres Werk, das auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt. Demnächst erscheint ihr neuer Roman „Die Lücken“ – man darf gespannt sein!
Die Urkunde überreicht Oberbürgermeister Mike Josef persönlich. Musikalisch umrahmt wird der Abend von Anne-Sophie Bertrand an der Harfe – ein stimmungsvoller Rahmen für diesen besonderen Anlass.
Die Preisverleihung steht allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Der Eintritt ist frei, allerdings ist die Platzzahl begrenzt. Eine Anmeldung ist bis spätestens Dienstag, 25. August, über die Website der Stadt Frankfurt erforderlich. Also schnell sichern und dabei sein, wenn Frankfurt seinen Sound der Weltstadt auch in der Literatur beweist!
Der Goethe-Preis wird alle drei Jahre am 28. August verliehen – dem Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe. Die Liste der früheren Preisträgerinnen und Preisträger liest sich wie ein Who-is-Who der Kulturgeschichte: Sigmund Freud (1930), Hermann Hesse (1946) und Thomas Mann (1949) gehören ebenso dazu wie in jüngerer Zeit Barbara Honigmann (2023), Dževad Karahasan (2020) und Ariane Mnouchkine (2017). Uwe Timm reiht sich damit in eine außergewöhnliche Tradition ein.






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