
Die Gemüseheldinnen bauen auf ihrer Stadtfarm in Sachsenhausen eine neue Gartenhütte – mit 56 Metallpflöcken als Fundament.
Auf der Stadtfarm am Hainer Weg 255 in Sachsenhausen ist gerade richtig was los: Die Gemüseheldinnen stemmen ihr bislang größtes Bauprojekt. 56 Metallpflöcke wurden in den Boden gedreht, gebohrt und gebuddelt – sie bilden das Fundament für eine neue weiße Gartenhütte mit 20 Quadratmetern. Dazu kommt eine Outdoor-Küche davor. Frankfurt, das klingt nach echtem Stadtleben mit Wurzeln!
Was viele nicht wissen: Das gesamte Material für die Hütte stand schon seit zwei Jahren auf der Farm bereit. Ein Baumarkt hatte es den Gemüseheldinnen gespendet – jetzt geht’s endlich richtig los. Laura Setzer (39), die kreative Kraft der Initiative und intern liebevoll „Schmetterling“ genannt, bringt es auf den Punkt: „Das Material steht schon seit zwei Jahren hier. Ein Baumarkt hat sie uns gespendet, und jetzt geht es richtig los mit der Hütte und einer Outdoor-Küche davor.“
Der Boden der Stadtfarm macht es den Helferinnen und Helfern dabei nicht leicht. Er ist schlicht zu hart, um die Hütte direkt daraufzustellen. Die Lösung: Die Metallpflöcke schaffen Abstand zwischen Boden und Planken – und sorgen nebenbei sogar für einen natürlichen Ablauf bei Hochwasser aus dem angrenzenden Teich.
Die Stadtfarm der Gemüseheldinnen ist mehr als ein Garten. Auf 4.500 Quadratmetern wird gesät, gezogen, gepflanzt, gehegt und geerntet. Sonnenblumen, Kürbisse, Gurken, essbare Blüten wie Borretsch, Kornblumen und Kapuzinerkresse – hier wächst alles, was Frankfurts Küchen bunter macht. Libellen huschen über den großen Teich, Frösche quaken, und mehr als 30 ehrenamtliche Gärtnerinnen und Gärtner packen regelmäßig mit an.
Insgesamt betreuen die Gemüseheldinnen 18 Gärten in ganz Frankfurt. Ganz neu dabei: ein Dachgarten am Roßmarkt – laut eigenen Angaben der erste Dach-Gemüsegarten der Stadt, auf dem essbares Grün wächst. Die Initiative startete einst ganz klein in der Grünen Lunge im Nordend und hat sich seitdem zur echten Stadtbewegung entwickelt. Auf der Stadtfarm in Sachsenhausen sind sie seit 2022 aktiv und haben aus einer ehemaligen Gärtnerei-Brache einen echten Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen gemacht.
Was treibt die Gemüseheldinnen an? Für Laura Setzer geht es um weit mehr als Gemüse. Es geht um Sicherheit in Krisenzeiten, um Zusammenhalt, um ein Frankfurt, das auch in Zeiten des Klimawandels resilient bleibt. „Pflanzen und Gärten beruhigen, die Menschen kommen zusammen und schaffen etwas Nützliches, Leckeres und Schönes“, sagt sie. Ihr Bild dafür ist stark: „Die Gärten sind eine Art Muckibude für Visionskraft.“
Mittlerweile beschäftigen die Gemüseheldinnen zehn Angestellte in Teilzeit. Wer mitmachen will, findet immer eine Aufgabe – ob Unkrautrupfen, Bauen, Bildungsveranstaltungen zu Themen wie Stressabbau und Burn-out-Prävention oder Feste organisieren.
So viel Power, so viel Herzblut – und trotzdem gibt es Sorgen. „Es ist alles im Fluss, trotzdem müssen wir immer wieder bangen, ob es so weitergeht“, so Setzer. Es gibt Finanzierungslücken, obwohl die Stadt die Initiative finanziell unterstützt. Wer die Gemüseheldinnen kennenlernen und selbst erleben möchte, wie urban farming in Frankfurt aussieht, hat schon bald die Gelegenheit dazu.
Am 8. September ab 11 Uhr steigt das nächste große Fest auf der Stadtfarm am Hainer Weg 255 in Sachsenhausen. Vorträge, Führungen und ein gigantisches Buffet warten auf alle, die neugierig sind. Hört rein, schaut vorbei – und macht Frankfurt ein bisschen grüner!






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