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Gedenktag für Drogentote: Frankfurt erinnert an 45 Menschen

Am 21. Juli erinnert Frankfurt mit Trauercafé, Kundgebung und Trauermarsch an 45 Drogentote. Die Suchthilfeträger setzen auch ein politisches Zeichen.

Redaktion
·
16. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Woche

Ein Tag, der bewegt – der bundesweite Gedenktag für Drogentote

Am 21. Juli ist es wieder so weit: Frankfurt erinnert gemeinsam an die Menschen, die infolge ihres Drogenkonsums gestorben sind. Die Frankfurter Suchthilfeträger begehen in diesem Jahr den bundesweiten Gedenktag für Drogentote – und die Zahlen dahinter machen betroffen. Seit dem vergangenen Gedenktag sind allein in Frankfurt 45 Menschen verstorben. Bundesweit waren es 2.150 Todesfälle. Das sind 2.150 Leben, 2.150 Geschichten, 2.150 Familien, die trauern.

„Verändern, um Leben zu retten“ – das Motto trifft den Kern

Unter diesem Motto kommen die Suchthilfeträger zusammen, um nicht nur zu trauern, sondern auch ein klares politisches Zeichen zu setzen. Denn der Gedenktag ist mehr als ein stiller Moment des Innehaltens – er ist auch ein Appell. Die Suchthilfeträger warnen ausdrücklich davor, dass der Verlust von Aufenthaltsorten im Bahnhofsviertel Menschenleben gefährden kann. Verdrängung rettet keine Leben – das ist die Botschaft, die an diesem Tag in Frankfurt laut werden soll.

So läuft der Tag ab

Der Gedenktag startet am Dienstagvormittag mit einem Trauercafé bei La Strada in der Mainzer Landstraße 93 – ein Ort zum Ankommen, Erinnern und Miteinander-sein. Ab 13 Uhr findet die zentrale Kundgebung statt. Wegen einer Baustelle am bisherigen Veranstaltungsort am Kaisertor weicht man in diesem Jahr auf den Jürgen-Ponto-Platz aus.

Danach zieht ein Trauermarsch zur Gedenkplatte im Lesegarten der Taunusanlage. Dort werden die Namen der Menschen verlesen, die seit dem vergangenen Gedenktag verstorben sind – ein bewegender Moment, der die Gesichter hinter den Zahlen sichtbar macht.

Warum dieser Tag wichtig ist

Es ist leicht, Drogentote als Statistik wahrzunehmen. Dieser Gedenktag macht genau das Gegenteil. Er holt die Menschen zurück ins Bewusstsein der Stadt – mit Namen, mit Geschichten, mit Trauer. Frankfurt zeigt damit einmal mehr, dass Mitgefühl und politisches Engagement keine Gegensätze sind. Das Bahnhofsviertel ist nicht nur ein Symbol für Herausforderungen – es ist auch ein Ort, an dem täglich Menschen Hilfe suchen und finden. Wer diese Strukturen gefährdet, riskiert Menschenleben.

Wenn du am 21. Juli in der Nähe bist: Komm vorbei, hör zu, steh dabei. Denn jeder Name, der verlesen wird, verdient Gehör – mitten in unserer Stadt, mitten im Herzen von Frankfurt.

Quellen


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