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G7 öffnen die Öl-Reserven: Wird Diesel jetzt auch bei uns günstiger?

G7-Staaten geben 100 Millionen Barrel Öl und Diesel frei – wir erklären, was die Reserve-Freigabe für Dieselpreise in Deutschland wirklich bedeutet.

Redaktion
·
3. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Stunden

100 Millionen Barrel gegen die Diesel-Krise

Diesel ist teuer, Diesel ist knapp – das spürt ihr an jeder Tankstelle im Rhein-Main-Gebiet. Jetzt reagieren die großen Industriestaaten mit einem richtig dicken Paket: Die G7-Staaten haben beschlossen, gemeinsam 100 Millionen Barrel Öl und Kraftstoffe aus ihren Notfallreserven auf den Markt zu bringen. Koordiniert wird die ganze Aktion über die Internationale Energieagentur, die Freigabe soll sofort starten und sich über vier Monate hinziehen. Besonders wichtig für euch: Ein großer Teil des Diesels soll schon in den ersten 20 Tagen verfügbar sein.

Zu den G7 gehören Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und die USA, dazu ist auch die EU mit am Tisch. Noch ist laut Reuters nicht final geklärt, wie genau sich die 100 Millionen Barrel auf die einzelnen Länder und Produkte verteilen – klar ist nur, Diesel soll Priorität bekommen.

Warum der Diesel-Nachschub so knapp ist

Der Hintergrund der Aktion: Seit dem Iran-Krieg hakt es gewaltig beim Nachschub. Wie CNBC berichtet, haben sowohl die Angriffe auf russische Raffinerien als auch Störungen im Nahen Osten die weltweite Versorgung mit Diesel und Gasöl spürbar eingeschränkt. Die Nettoexporte aus den Golfstaaten lagen im August nur bei einem Bruchteil des Niveaus vor Kriegsbeginn – zusammen mit den Ausfällen aus Russland fehlen dem Weltmarkt laut IEA-Daten rund 1,6 Millionen Barrel Diesel und Gasöl pro Tag im Vergleich zum Februar.

Spannend ist auch der politische Hintergrund: Laut Reuters stand US-Präsident Donald Trump zuletzt massiv unter Druck wegen der Rekord-Dieselpreise in den USA – und drohte Europa sogar mit einem möglichen Export-Stopp für US-Diesel, falls die EU nicht selbst ihre Reserven anzapft. Am Ende einigten sich die G7 darauf, komplett auf Exportbeschränkungen untereinander zu verzichten. Trump selbst sprach laut Reuters von einem „massiven“ Beitrag Europas.

Was bedeutet das für deutsche Autofahrer?

Für euch als Autofahrer in Frankfurt und Umgebung ist die eigentliche Frage natürlich: Wird der Diesel an der Zapfsäule jetzt billiger? Erste Reaktion gab’s schon an den Finanzmärkten – europäische Diesel-Futures gaben nach der Ankündigung deutlich nach, wie die HNA berichtet. Das ist aber nur die halbe Miete. Zwischen Großhandelspreis und dem, was ihr tatsächlich an der Tankstelle zahlt, liegen noch Transportkosten, Raffinerie-Margen sowie Steuern und Abgaben.

Deutschland selbst hält laut dem Erdölbevorratungsverband in Hamburg aktuell rund 20 Millionen Tonnen Rohöl und Mineralölprodukte vor – darunter Diesel, Benzin, Heizöl und Kerosin. Ob und wie viel Deutschland konkret zur neuen G7-Aktion beisteuert, ist bislang noch offen. Dafür müsste erst das Bundeswirtschaftsministerium eine entsprechende Verordnung erlassen.

Tankrabatt kommt noch obendrauf

Für euch kommt die G7-Ankündigung zu einem Zeitpunkt, an dem der deutsche Staat ohnehin schon beim Spritpreis eingreift: Seit dem 1. Oktober ist die Energiesteuer auf Diesel und Benzin bis Jahresende um 14,04 Cent je Liter gesenkt – inklusive der gesparten Mehrwertsteuer kommt ihr laut HNA auf eine rechnerische Entlastung von rund 17 Cent pro Liter. Zwei Effekte, die sich grundsätzlich ergänzen könnten: Der Tankrabatt wirkt direkt auf die Steuerlast, die Reserve-Freigabe soll das weltweite Angebot erhöhen und damit die Großhandelspreise drücken.

Ob daraus am Ende wirklich spürbar günstigerer Diesel an den Tankstellen im Rhein-Main-Gebiet wird, hängt von vielen Faktoren ab: Wie schnell die Mengen tatsächlich in Europa ankommen, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt und ob sich die russischen Raffinerien erholen. Die IEA-Chef Fatih Birol hatte zuletzt erklärt, dass von der bereits im März beschlossenen Rekordfreigabe von 400 Millionen Barrel schon rund zwei Drittel umgesetzt wurden.

Wir von Radio Frankfurt bleiben für euch an dem Thema dran – sobald sich an den Dieselpreisen bei uns in der Region was tut, hört ihr’s zuerst bei uns. Der Sound der Weltstadt, das beste Programm im Main-Gebiet – jetzt reinhören!

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