Frankfurt übt den Ernstfall: 370 Einsatzkräfte trainieren bei „Frankopia“ im Ostend Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur. Alle Infos zur Großübung!
Wer am Freitag oder Samstag im Frankfurter Ostend unterwegs ist und plötzlich Blaulicht über Blaulicht sieht, braucht keine Angst zu haben: Frankfurt übt! Mehr als 370 Einsatzkräfte trainieren im Rahmen der Katastrophenschutzübung „Frankopia“ für 24 Stunden den Ernstfall – und das dürfte vor allem rund um den Osthafen gut sichtbar sein.
Die Übung startet am Freitagabend um 19 Uhr und läuft bis Samstagabend. Neben dem Osthafen als zentralem Punkt könnten die Einsatzkräfte auch in anderen Stadtteilen auftauchen – die genauen Orte wurden bewusst nicht im Vorfeld bekannt gegeben.
Das diesjährige Übungsszenario ist so aktuell wie beunruhigend: Was passiert, wenn Drohnen den Frankfurter Flughafen oder die Stromversorgung attackieren? Plötzlicher Blackout, kein Mobilfunknetz, Schwerverletzte im ganzen Stadtgebiet – so sieht der simulierte Ernstfall aus, auf den sich die Kräfte vorbereiten.
Angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen ist dieses Szenario alles andere als aus der Luft gegriffen. Anfang August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt – die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Angriff verantwortlich. Kein Wunder also, dass Frankfurt jetzt genau für solche Lagen trainiert.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bringt es auf den Punkt: „Resilienz ist heute wichtiger denn je.“ Infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und des Erstarkens extremer Kräfte gerieten Gefahren für kritische Infrastruktur immer mehr in den Fokus. „Sabotage, Spionage und Cyberangriffe stellen eine zunehmende Bedrohung dar“, so Poseck.
„Frankopia“ ist kein kleines Planspiel – das ist eine richtige Mammutübung. Mit von der Partie sind:
Dazu kommen 80 Statisten, die zum Beispiel als Verletzte auftreten, damit die Übung so realistisch wie möglich wird. Insgesamt sind 370 Einsatzkräfte im Einsatz – ein beeindruckendes Aufgebot mitten in Frankfurt!
Die Übung „Frankopia“ findet seit 2017 regelmäßig statt. In diesem Jahr ist sie Teil der von der hessischen Landesregierung ausgerufenen „Resilienzwoche“, bei der auch die Bevölkerung für den Krisenfall sensibilisiert werden soll. Der Gedanke dahinter: Krisen lassen sich nicht immer verhindern – aber man kann sich bestmöglich auf sie vorbereiten.
Der Frankfurter Flughafen spielt in diesem Kontext eine besondere Rolle. Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, verzeichnete Fraport im August 2026 rund 6,3 Millionen Passagiere und ein Frachtvolumen von 179.400 Tonnen – ein Plus von 2,9 Prozent. Der Flughafen ist damit ein zentraler Wirtschafts- und Infrastruktur-Knotenpunkt der Region, dessen Schutz im Krisenfall oberste Priorität hat. Genau deshalb macht es Sinn, dass Drohnenangriffe auf solche kritischen Infrastrukturen nun fester Bestandteil der Übungsszenarien sind.
Also, Frankfurt: Wenn ihr am Wochenende im Ostend unterwegs seid und Rettungswagen, Feuerwehrautos und THW-Fahrzeuge im großen Stil seht – alles gut! Das ist der Sound einer Stadt, die sich vorbereitet. Und das ist definitiv beruhigend. Jetzt reinhören und informiert bleiben – Radio Frankfurt hält euch auf dem Laufenden. Der Sound der Weltstadt!






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