
Frankfurter Schaustellerin Lena Roie trägt die Krone als Rheingauer Weinkönigin – jetzt will sie Deutsche Weinkönigin werden.
Sie hat keine Winzerstochter-Biografie, keinen Hof im Rheingau – und trotzdem trägt Lena Roie seit rund einem Jahr die Krone als Rheingauer Weinkönigin. Jetzt will die Frankfurter Schaustellerin noch einen Schritt weiter gehen und sich um den Titel der Deutschen Weinkönigin bewerben. Eine Story, die zeigt: Frankfurt und Wein passen viel besser zusammen, als viele denken. Jetzt reinhören – und mehr über diese starke Frau aus unserer Stadt erfahren!
Lena Roie ist in der Welt der Volksfeste groß geworden – Wäldchestag, Dippemess, das ganze Programm. Doch als Rheingauer Weinkönigin bringt sie deutschen Riesling und Co. an Orte, wo man ihn sonst kaum findet: direkt unter die Menschen. „Ich durfte zeigen, wie eng wir eigentlich zusammengehören“, sagt sie über die Verbindung zwischen Frankfurt und dem Rheingau.
Dabei war ihr Start als Königin alles andere als ein Selbstläufer. Traditionsbewusste Rheingauer standen der Frankfurterin anfangs skeptisch gegenüber – üblicherweise kommt die Weinkönigin aus Oestrich-Winkel, Rüdesheim oder Geisenheim. Doch die Kritik ist inzwischen abgeebbt. Ihre Botschaft: Unterschiede trennen nicht – sie ergänzen sich. „So wie bei zweieiigen Zwillingen: Wir sind total unterschiedlich, aber wir gehören trotzdem einfach zusammen.“
Was macht Lena Roie anders als ihre Vorgängerinnen? Sie nimmt Rheingauer Weine als Botschafterin mit auf ihre Volksfest-Touren. Zu jeder Weinkarte an ihrem Stand gibt es einen eigenen Wein-Guide mit Infos zu Rebsorten, Anbaugebiet und den Winzerinnen und Winzern dahinter. Ihr Ziel: Auch Menschen begeistern, die sonst nie mit deutschem Qualitätswein in Berührung kommen.
Und sie denkt groß: „Es gibt in Deutschland 3000 Weihnachtsmärkte mit ungefähr 160 Millionen Besuchern aus aller Welt. Wenn wir es schaffen, dort deutschen Wein zu positionieren, wäre das eine Riesenhausnummer.“ Übrigens: Auch heißer Riesling oder Chardonnay finden auf Weihnachtsmärkten immer mehr Fans – nicht nur der klassische Glühwein!
Was viele überrascht: Schaustellerei und Weinbau haben laut Lena Roie mehr gemeinsam als man denkt. Beide sind Familienbetriebe, bei beiden ist das Wetter das größte Risiko, beide kämpfen mit ähnlichen wirtschaftlichen Herausforderungen – und beide sind als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Diese Gemeinsamkeiten schaffen echtes Vertrauen im Gespräch mit Winzerinnen und Winzern.
Dazu kommt: In Deutschland trinken die Menschen nur zu 30 Prozent heimischen Wein, während es in Österreich 70 Prozent sind. Für Lena Roie ist klar, wo der Hebel ansetzen muss: im Einzelhandel, in der Gastronomie, in der Hotellerie – und eben auf Volksfesten. „Regionalität ist beim Essen viel präsenter als beim Wein. Es muss also im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand hinaus ins Glas geblickt werden.“
Lena Roie hat in ihrer Amtszeit auch konkret etwas bewegt: Der Lohrberg, Frankfurts kleinste und östlichste Weinlage, die offiziell zum Rheingau zählt, hat mit Fabian Schmidt einen neuen Pächter bekommen. Und das Projekt einer gemeinsamen Marke „Frankfurt Rheingau“ klingt für Lena Roie mehr als verlockend: „Frankfurt kennt jeder auf der Welt allein schon wegen des Flughafens. Und nur den wenigsten dürfte bekannt sein, dass man in weniger als einer halben Stunde von dort mitten im Weinberg sein kann.“
Mut gemacht für ihren nächsten großen Schritt hat ihr übrigens Ulrike Neradt – die bis heute letzte Rheingauer Weinkönigin, die in Neustadt an der Weinstraße antrat, gewählt im Jahr 1972. Die beiden saßen bei der Weinwoche in Wiesbaden anderthalb Stunden zusammen. „Sie hat mir sehr viel Mut gemacht“, sagt Lena Roie.
Wir drücken der Frankfurterin die Daumen – und sind gespannt, ob bald eine Frau aus unserer Stadt mit der deutschen Weinköniginnen-Krone glänzt. Das wäre Der Sound der Weltstadt – auf ganz besondere Weise!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.