
Frankfurt baut das Zeltlager für Obdachlose ab und eröffnet vier feste Unterkünfte mit rund 150 Schlafplätzen.
Rund fünf Wochen lang war ein Zeltlager mitten in der Bockenheimer Anlage nahe dem Eschenheimer Tor das Zuhause für obdachlose Menschen in Frankfurt. Jetzt ist Schluss mit der Übergangslösung – die Stadt baut die Zelte schrittweise ab und ersetzt sie durch vier feste Unterkünfte mit insgesamt rund 150 Schlafplätzen. Das ist eine echte Verbesserung für alle Betroffenen!
Der Umzug in die neuen Unterkünfte läuft in zwei Phasen ab. Bereits im August nehmen das Henriette-Fürth-Haus im Gutleutviertel und der Tagestreff Weser 5 im Bahnhofsviertel mehr als 70 Menschen auf. Im September folgen dann das Haus Lichtblick an der Eschersheimer Landstraße sowie eine weitere Unterkunft in der Innenstadt – zusammen mit rund 75 weiteren Schlafplätzen.
„Die Zelte werden schrittweise abgebaut, wenn die neuen Schlafplätze angenommen sind“, erklärte Christian Rupp, Sprecher des Sozial- und Gesundheitsdezernats. Das bedeutet: Kein Mensch wird auf der Straße stehen, bevor ein sicherer Platz bereitsteht.
Die vier Einrichtungen werden im Auftrag der Stadt von der Caritas Frankfurt und der Diakonie Frankfurt und Offenbach betrieben. Und das Wichtigste: Es geht nicht nur ums Schlafen. Alle Unterkünfte bieten niedrigschwellige Angebote, also auch Beratung und Unterstützung für die Menschen, die dort Schutz suchen.
Sozial- und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl (Grüne) macht klar, was das Ziel ist: „Unser Ziel bleibt, dass jeder Mensch einen sicheren Schlafplatz findet.“ Mit den neuen Einrichtungen gehe das Hilfsangebot trotz der Schließung am Eschenheimer Tor nicht verloren. Auch Diakoniepfarrer Markus Eisele betont: „Niemand sucht sich Obdachlosigkeit aus.“ Menschen ohne Obdach müssten Schutz und Würde erfahren – und es brauche dauerhafte Lösungen gegen Wohnungslosigkeit.
Die Geschichte hinter dem Zeltlager ist eine des schnellen Handelns unter Druck. Ende Juni hatte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die seit 2018 genutzte Notunterkunft in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor wegen Brandschutzmängeln kurzfristig schließen lassen. Die Stadt reagierte innerhalb weniger Stunden und errichtete fünf Zelte in der Bockenheimer Anlage – als Notlösung, die von Beginn an zeitlich begrenzt war.
Jetzt, wo die festen Unterkünfte bereitstehen, kann dieser Plan wie angekündigt umgesetzt werden. Laut Stadtangaben leben in Frankfurt rund 200 bis 300 Menschen auf der Straße. Viele weitere Wohnungslose sind bereits in Einrichtungen untergebracht.
Frankfurt zeigt mit diesem Schritt, dass schnelle Notlösungen möglich sind – aber eben nur der Anfang sein dürfen. Feste Unterkünfte mit echten Beratungsangeboten sind der nächste, wichtige Schritt. Bleibt zu hoffen, dass die Stadt diesen Weg konsequent weitergeht und langfristig mehr bezahlbaren Wohnraum schafft. Denn ein sicheres Zuhause ist kein Luxus – das ist für alle klar, die in dieser Stadt leben.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.