
Pfarrer Diether Heesemann ist am 3. August 2026 gestorben. Frankfurt trauert um einen der engagiertesten Bürger der Stadt – Mitgründer des Rechtshilfekomitees…
Frankfurt hat einen seiner engagiertesten Bürger verloren: Pfarrer Diether Heesemann ist am Montag, 3. August 2026, gestorben. Über Jahrzehnte hat er sich in unserer Stadt für Menschen eingesetzt, die Unterstützung, Schutz und Beistand brauchten. Die Stadt Frankfurt trauert um eine Persönlichkeit, die das gesellschaftliche Leben hier maßgeblich mitgeprägt hat – und deren Wirken weit über den eigenen Ruhestand hinausging.
Diether Heesemann war kein Mensch der leeren Worte – er hat angepackt. Schon seit den 1970er-Jahren engagierte er sich im Initiativausschuss Ausländische Mitbürger und war damit früh an einem der zentralen Themen Frankfurts dran: dem Zusammenleben in einer vielfältigen, internationalen Stadt. 1978 zählte er zu den Mitbegründern des Frankfurter Rechtshilfekomitees, das Zugewanderte rechtlich berät und sich besonders mit Fragen des Asyl- und Aufenthaltsrechts befasst. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er der Arbeit des Komitees eng verbunden.
Für dieses außergewöhnliche Engagement erntete Heesemann vielfache Anerkennung: 2005 wurde das Frankfurter Rechtshilfekomitee mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. 2023 erhielt Diether Heesemann selbst die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt – eine der höchsten Ehrungen, die Frankfurt zu vergeben hat.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Lebens war der interreligiöse Dialog. Heesemann begleitete die Gründung des Frankfurter Rats der Religionen und brachte sich über viele Jahre aktiv in den Austausch zwischen den Religionsgemeinschaften ein. Dabei ging es ihm nicht nur um Gespräche zwischen Kirchen – sondern um die ganz konkrete Frage, wie Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen in einer Stadt miteinander leben, Konflikte austragen und dennoch im Dialog bleiben können.
Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg bringt es auf den Punkt: „Diether Heesemann verstand Dialog nicht als Selbstzweck. Er war ein politisch denkender und engagierter Mensch, der gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam verfolgte und sich zu Fragen von Migration, Menschenrechten sowie zum Verhältnis von Religion und Gesellschaft zu Wort meldete. Was ihn auszeichnete, war die Verbindung von konkreter Hilfe für einzelne Menschen mit dem Einsatz für Strukturen, die das Zusammenleben in Frankfurt bis heute prägen.“
Die Anteilnahme aus dem Frankfurter Rathaus ist groß und aufrichtig. Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke sagt: „Die Arbeit von Pfarrer Diether Heesemann war geprägt von dem Grundsatz, dass jeder Mensch Würde besitzt.“ Frankfurt verliere mit ihm „einen Anwalt für die Schwächeren in der Gesellschaft und einen Brückenbauer zwischen den Religionen“.
Oberbürgermeister Mike Josef betont, wie nachhaltig Heesemanns Arbeit wirkt: „Er hat nicht nur einzelnen Menschen geholfen, sondern Strukturen mit aufgebaut, die bis heute wirken. Frankfurt verliert eine Persönlichkeit, die sich um das demokratische und vielfältige Miteinander in unserer Stadt verdient gemacht hat.“
Als Pfarrer der Evangelischen Kirche war Diether Heesemann weit mehr als ein Geistlicher im klassischen Sinne. Er hörte zu, vermittelte, gab Orientierung und scheute auch kontroverse Diskussionen nicht. Sein Engagement hörte nicht auf, als er in Rente ging – er blieb in Frankfurt aktiv und ein gefragter Gesprächspartner, bis zuletzt.
Frankfurt verliert mit Diether Heesemann einen Menschen, der Haltung gezeigt, Verantwortung übernommen und für seine Überzeugungen eingestanden hat. Die Netzwerke und Institutionen, die er mit aufgebaut hat, werden weiter wirken – das ist sein Vermächtnis für unsere Stadt.






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