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Frankfurt-Griesheim: S-Bahnen weg, Busse stecken fest – Bürger am Limit!

In Frankfurt-Griesheim halten S-Bahnen wegen Bahnhofsarbeiten nicht mehr – Busse stecken fest, Bürger sind am Limit. Wir erklären, was gerade schiefläuft.

Redaktion
·
31. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Abgehängt im Frankfurter Westen

Im Stadtteil Griesheim läuft gerade einiges zusammen – und zwar alles auf einmal. Die Bürgerinnen und Bürger im Frankfurter Westen sind genervt, und das völlig zu Recht: Wegen der laufenden Sanierung des Bahnhofs Griesheim ist der Mittelbahnsteig gesperrt. Die Folge? Die stadtauswärts fahrenden S-Bahn-Linien S 1 und S 2 halten aktuell gar nicht erst in Griesheim. Wer in die falsche Richtung muss, fährt zwangsweise bis Nied durch und nimmt dann einen Zug zurück. Das kostet Zeit, Nerven – und für viele schlicht zu viel davon.

Bei einer Sommertour der SPD-Fraktion machten rund 30 Griesheimer ihrem Ärger Luft. Kolja Müller, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer, bekam die Lage buchstäblich zu spüren: Das Edelstahlgeländer zur Fußgängerunterführung war in der Hitze so heiß, dass man sich die Finger verbrennen konnte. Ein Symbol für eine Situation, die schon lange zu heiß läuft.

Baustellen, Umleitungen, Chaos – und keine Alternativen

Die S-Bahn-Misere ist dabei nur ein Teil des Problems. Wegen Bauarbeiten war auch die Mainzer Landstraße gesperrt – und damit vier Wochen lang auch die Straßenbahnen keine Option. Die Buslinie 89, die vom Süden Griesheims Richtung Straßenbahnhaltestelle fährt, musste wegen Leitungsarbeiten der Mainova einen Umweg fahren. Parkplätze fielen weg, die Busse steckten trotzdem im Stau. Und als ob das nicht genug wäre: Die Fahrer wussten laut Bürgerberichten oft selbst nicht, welche Route sie nehmen sollten.

Die Griesheimer haben daraufhin die Sache selbst in die Hand genommen: Die Aktionsgemeinschaft Griesheimer Bahnhof versorgte die Busfahrer kurzerhand mit Wasserflaschen und Wegbeschreibungen. Gelebte Nachbarschaftshilfe – aber eigentlich sollte das nicht nötig sein.

Im Oktober wird’s noch schlimmer

Die nächste Hiobsbotschaft steht schon fest: Ab Oktober wird bis Mitte Februar Gleis 1 gesperrt. Dann dreht sich das Problem um – diesmal halten die stadteinwärts fahrenden S-Bahnen nicht in Griesheim. Wer dann zum Hauptbahnhof will, der nur eine Station entfernt liegt, muss erst in die Gegenrichtung nach Nied fahren. „Hat jemand an die Schüler gedacht, die um 8 Uhr in der Schule sein müssen?“, fragte eine Frau bei der Veranstaltung. Eine Pendlerin ist bereits auf das Auto umgestiegen – mit der Bahn brauche sie derzeit über eine Stunde, mit dem Auto nur 15 Minuten.

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Birgit Puttendörfer (SPD) kämpft derweil darum, die Deutsche Bahn umzustimmen: „Warum können die Züge nicht an Gleis 2 und 3 halten?“ Eine berechtigte Frage – bisher ohne befriedigende Antwort.

Die Omegabrücke fehlt – und vieles mehr

Dabei kämpft Griesheim schon länger für eine bessere Infrastruktur. Jahrzehntelang hatte das Aktionsbündnis rund um Vereinsringvorsitzende Ursula Schmidt für die Sanierung des Bahnhofs gestritten. Als sie endlich startete, musste im September 2023 die Omegabrücke über die Gleise kurzfristig aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Seitdem gibt es nur eine Behelfsbrücke für Radfahrer. Schmidt hofft auf einen schnellen Neubau – möglichst ohne langwieriges Planfeststellungsverfahren, ähnlich wie beim Bau der Zeller Brücke der B 45 im Odenwald. Ob am Ende eine Brücke oder ein Tunnel die Gleisquerung löst, ist noch offen.

Dazu kommen mutwillige Zerstörungen: Die neuen Aufzüge an den Bahnsteigen werden immer wieder beschädigt – sogar die Steuerung wird herausgerissen. Puttendörfer nimmt die Bahn hier in Schutz: „Das sind die modernsten Modelle, die eigentlich widerstandsfähig sein sollen.“ Die Bürger fordern Kameras oder einen Wachdienst. Ein älterer Mann brachte es auf den Punkt: „Ich bin auch frustriert und mache trotzdem nichts kaputt.“

Griesheim braucht Lösungen – jetzt!

„Es passiert zu viel auf einmal, ohne die Menschen mitzunehmen“, fasst Puttendörfer die Lage zusammen. Und das trifft es ziemlich genau. Griesheim ist ein lebendiger Frankfurter Stadtteil – und verdient eine Verkehrsinfrastruktur, die funktioniert. Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören – bei Radio Frankfurt, dem Sound der Weltstadt!

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