
Nach der Gen-Z-Demo eskaliert die Lage in Frankfurt: Plünderungen auf der Zeil, ein Waffenladen wird attackiert, Molotowcocktails fliegen auf die Polizei.
Das hätten sich wohl viele anders gewünscht: Was als Gen-Z-Demo tagsüber noch ruhig über die Bühne ging, ist am Samstagabend in unserer Stadt komplett eskaliert. In der Spitze zogen laut Polizei rund 8.000 Menschen durch die Innenstadt, die Veranstalter sprachen sogar von bis zu 9.000 Teilnehmern. Nach wiederholten Böller- und Steinwürfen auf Einsatzkräfte löste die Polizei die Demonstration schließlich auf. Und dann ging’s erst richtig los.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bestätigte, dass dabei mehrere Polizisten verletzt wurden – ein Beamter nach ersten Erkenntnissen möglicherweise sogar schwerer. Poseck sprach von rund 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern, die sich unter die Demonstranten gemischt und die Einsatzkräfte massiv mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik angegriffen hätten.
Besonders hart traf es unsere berühmte Einkaufsmeile: Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, lagen die Schwerpunkte der Ausschreitungen rund um Konstablerwache, Hauptwache und die Zeil. Augenzeugen meldeten erste Plünderungen, betroffen war unter anderem das Modegeschäft „Snipes“. Auch dpa-Reporter beobachteten laut stern.de, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe sowie andere Gegenstände stahlen.
Richtig brenzlig wurde es dann in der Berliner Straße: Dort wurden die Scheiben eines Waffengeschäfts eingeschlagen. Die Polizei nahm eine tatverdächtige Person fest und stellte zwei Waffen sicher, die übrigen Waffen aus dem Laden wurden von den Einsatzkräften gesichert. Wie der Tagesspiegel in seinem Liveblog schreibt, sollen mehrere mutmaßliche Täter festgenommen worden sein – Details zu den sichergestellten Waffen wollte ein Polizeisprecher am Abend aber nicht nennen.
Die Lage spitzte sich derart zu, dass die Polizei mit einem großen Aufgebot anrückte – inklusive Hubschrauber, Wasserwerfer und Panzerwagen, wie die Allgemeine Zeitung berichtet. Über die sozialen Netzwerke appellierte die Polizei Frankfurt an alle Unbeteiligten, die Innenstadt zu meiden. Auf ihrem Account hieß es: Es werde weiterhin an mehreren Läden randaliert, zusätzlich würden Molotowcocktails auf die Einsatzkräfte geworfen.
Kurz nach 22 Uhr zog die Polizei dann die Reißleine und sperrte die Zeil zwischen Hauptwache und Konstablerwache komplett ab. Ein Zutritt war nicht mehr möglich, Unbeteiligte konnten den Bereich laut Polizei aber weiterhin verlassen. Laut Tagesspiegel beschrieb eine Reporterin die Szenerie gegen 21 Uhr so, dass sich Gruppen in Nebenstraßen zurückzogen, Barrikaden errichteten und mit allem warfen, was auf der Straße lag – ständig sei klirrendes Glas zu hören gewesen.
Frankfurt stand mit den nächtlichen Ausschreitungen übrigens nicht allein da. Laut Tagesspiegel zog auch die Gewerkschaft der Polizei eine gemischte Bilanz der bundesweiten Gen-Z-Proteste: Die Kundgebungen selbst seien überwiegend friedlich verlaufen, doch nach deren Ende habe sich die Lage in mehreren Städten zugespitzt – neben Frankfurt etwa auch in Köln, Hamburg, Stuttgart und Berlin. Die Initiative „Gen Z regelt“ zog dennoch ein positives Fazit und sprach von mehr als 100.000 Teilnehmern bundesweit. Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert sei, darauf habe man keinen Einfluss gehabt, hieß es von einem Sprecher der Initiative.
Für unsere Stadt bleibt es ein Abend, den viele so schnell nicht vergessen werden. Wir bleiben für euch dran und halten euch auf dem Laufenden – wie immer, mit dem besten Programm im Main-Gebiet.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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