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Darmstadt: Rabbi Bruno Italiener soll endlich eine Straße bekommen

Der Förderverein Liberale Synagoge fordert eine Rabbi-Bruno-Italiener-Straße in Darmstadt – 70 Jahre nach dem Tod des mutigen Kämpfers gegen Antisemitismus.

Redaktion
·
17. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 56 Minuten

70 Jahre nach seinem Tod – ein wichtiges Zeichen gegen Vergessen

Manche Menschen verdienen es, dass wir sie nicht vergessen. Rabbi Bruno Italiener ist einer von ihnen. 70 Jahre nach seinem Tod fordert der Förderverein Liberale Synagoge (FLS) jetzt eine Rabbi-Bruno-Italiener-Straße in Darmstadt – und dieser Forderung kann man sich nur anschließen. Ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur und gegen Judenhass, das in unserer Region schon längst überfällig war!

Wer war Bruno Italiener?

Bruno Italiener war ein Thora-Gelehrter, der ganze 20 Jahre lang in Darmstadt wirkte und dabei weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte. In der Zeit der Weimarer Republik machte er sich deutschlandweit einen Namen als entschiedener Kämpfer gegen Antisemitismus. Mit einer Streitschrift stellte er sich mutig dem wachsenden Judenhass entgegen – ein Akt, der damals echten Mut erforderte und heute noch beeindruckt.

Ein Porträt aus dem Jahr 1927 zeigt ihn als Mann seiner Zeit – und doch war er seiner Zeit in vielem weit voraus. Sein Engagement für Toleranz und gegen Diskriminierung ist heute aktueller denn je.

Der Förderverein Liberale Synagoge macht Druck

Zum 70. Todestag von Bruno Italiener ergreift der Förderverein Liberale Synagoge (FLS) die Initiative. Die Forderung ist klar: Darmstadt soll eine Rabbi-Bruno-Italiener-Straße bekommen. Damit würde die Stadt einem Mann Ehre erweisen, der über zwei Jahrzehnte fest mit ihr verbunden war und in schwierigen Zeiten eine wichtige Stimme gegen Antisemitismus war.

Straßenbenennungen sind kein kleines Thema – sie sind ein Statement. Sie sagen: Diese Person zählt. Diese Geschichte zählt. Und genau das ist die Botschaft, die der FLS mit seiner Forderung sendet.

Warum das auch uns in der Region angeht

Wir bei Radio Frankfurt stehen für den Sound der Weltstadt – und zur Weltstadt gehört auch das Bewusstsein für Geschichte und Verantwortung. Die Region Rhein-Main hat eine reiche und vielschichtige Geschichte, die es zu bewahren gilt. Initiativen wie die des Fördervereins Liberale Synagoge erinnern uns daran, wer die Menschen waren, die diese Region geprägt haben – auch und gerade dort, wo ihre Geschichten lange im Schatten lagen.

Rabbi Bruno Italiener kämpfte mit Worten gegen Hass – das ist eine Haltung, die bleibt. Eine Straße in Darmstadt wäre ein längst überfälliger Dank an einen Mann, der sich nicht weggeduckt hat.

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