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Buchpreis für Shida Bazyar: Frankfurt startet in die große Bücherwoche

Shida Bazyar gewinnt den Deutschen Buchpreis 2026 – und eröffnet damit die Frankfurter Buchmesse.

Redaktion
·
6. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 52 Minuten

Der Sound der Weltstadt trifft auf große Literatur

Frankfurt steht wieder im Zeichen der Bücher! Noch wird auf dem Messegelände aufgebaut, doch die Vorzeichen für die Frankfurter Buchmesse stehen schon fest: Den Auftakt macht der Deutsche Buchpreis 2026, der an Autorin Shida Bazyar für ihren Roman „Die Lücken“ geht. Die Jury nennt das Werk einen „Roman gegen Gleichgültigkeit“ – und schon ist klar, dieser Messe-Jahrgang hat Substanz.

Was steckt hinter „Die Lücken“?

Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Bazyar erzählt in ihrem Roman von einem fiktiven Ort im Hunsrück und verwebt darin fast hundert Jahre deutsches Leben. Wie ZDFheute berichtet, trägt der Ort den Namen Heimesbach und ist an den Heimatort der Autorin angelehnt. Erzählt wird von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen auf der Suche nach Schutz in Deutschland. Der rund 500 Seiten starke Roman dreht sich um Lügen, Rassismus und Verdrängung.

Die Jury hob laut ZDFheute besonders den Blick der toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes hervor, die Sprünge zwischen den Zeitebenen ermöglichen. Der Deutsche Buchpreis ist insgesamt mit 37.500 Euro dotiert: Bazyar erhält 25.000 Euro, die weiteren Shortlist-Autorinnen und -Autoren Franziska Gänsler, Valeria Gordeev, Elias Hirschl, Peggy Mädler und Dana Vowinckel jeweils 2.500 Euro. Für den Preis hatte die Jury insgesamt 205 Titel gesichtet, bevor am Ende sechs Bücher übrig blieben.

Eröffnung mit Politik und großen Namen

Die Frankfurter Buchmesse selbst startet mit einer Pressekonferenz und einem Festakt am Abend. Als Gastrednerin ist die US-amerikanische Historikerin Jill Lepore eingeladen, am Abend spricht die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wird erwartet, und bis Sonntag rechnen die Veranstalter mit mehr als einer Viertelmillion Besuchern auf dem Frankfurter Messegelände – das beste Programm im Main-Gebiet, keine Frage!

Mittendrin: Tschechien als Ehrengastland unter dem Motto „Ein Land an der Küste“. Rund 75 tschechische Autorinnen und Autoren reisen nach Frankfurt, im Pavillon soll Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielen. Zu den prominenten Gästen zählen Wolf Biermann, Gisèle Pelicot und Pulitzer-Preisträger Colson Whitehead. Auch Politiker wie Robert Habeck und Filmemacher Volker Schlöndorff werden erwartet.

Branche kämpft mit roten Zahlen

Hinter der literarischen Fassade sieht es wirtschaftlich allerdings nicht rosig aus. Der Umsatz der Buchbranche lag 2025 bei 9,62 Milliarden Euro und damit 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. In den ersten acht Monaten 2026 ging der Umsatz nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels weiter zurück. Für Verlage, Buchhandlungen und Autoren bleibt die Messe damit nicht nur ein Kulturereignis, sondern auch ein wichtiger Ort für Geschäftsabschlüsse und Orientierung in schwierigen Zeiten.

Ein Wechsel an der Spitze

Das Event-Programm wurde dieses Jahr auf zehn Bühnen mit mehr als 1.000 Sprechern erweitert. Am Samstag soll außerdem das Jugendwort bekanntgegeben werden. Zum Abschluss nimmt der Menschenrechtsanwalt Philippe Sands den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. Für Buchmessen-Direktor Juergen Boos ist es nach 21 Jahren die letzte Messe, bevor er in den Ruhestand geht. Sein Nachfolger wird Joachim Kaufmann, langjähriger Geschäftsführer des Carlsen Verlags.

Für Shida Bazyar geht die Erfolgsgeschichte übrigens weiter: Wie ZDFheute berichtet, erhält sie am 7. November auch den mit 30.000 Euro dotierten Wilhelm Raabe-Literaturpreis, gestiftet vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig. Die Jury erklärte dort, Bazyar habe einen der brisantesten Romane unserer Zeit geschaffen. Der Deutsche Buchpreis selbst gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird traditionell am Vorabend der Buchmesse vergeben – im vergangenen Jahr ging er an Dorothee Elmiger für „Die Holländerinnen“.

Frankfurt bleibt also auch 2026 die Stadt, in der Literatur, Politik und Wirtschaft aufeinandertreffen. DANKE AN 344.000 HÖRER, die mit uns gespannt auf die Buchmesse blicken – jetzt reinhören und am Laufenden bleiben!

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