Das Städel zeigt bis 20. September 2026 rund 45 Druckgrafiken von Pieter Bruegel dem Älteren – witzig, rätselhaft und überraschend aktuell. Jetzt entdecken!
Habt ihr gewusst, dass Pieter Bruegel der Ältere zu Lebzeiten vor allem als Grafiker berühmt war – und nicht als Maler? Das Städel Museum dreht den Spieß jetzt um und rückt genau diesen oft übersehenen Teil seines Schaffens ins Rampenlicht. Mit „Bruegel. Printed“ zeigt Frankfurt bis zum 20. September 2026 rund 45 außergewöhnliche Druckgrafiken nach Bruegels Zeichnungen – witzig, rätselhaft und bis heute verblüffend aktuell. Jetzt reinhören auf den Sound der Weltstadt und nichts verpassen!
Die Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung im Städel ist der perfekte Rahmen für diese Entdeckungsreise. Rund 30 der gezeigten Blätter stammen direkt aus der eigenen Sammlung des Städel – ergänzt durch Leihgaben aus der Albertina in Wien und der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Dazu kommen zwei Gemälde von Pieter Brueghel d. J. sowie weitere niederländische Druckgrafiken, die den Blick auf das künstlerische Umfeld der Zeit weiten.
Die Motive sind so vielfältig wie das Leben selbst: weite Landschaften, religiöse und weltliche Sinnbilder, pointierte Alltagsszenen. Bruegel (1525/30–1569) war ein genauer Beobachter menschlicher Schwächen – und das merkt man jedem einzelnen Blatt an. Aus seiner Kenntnis älterer Bildtraditionen und seiner Vorliebe für die grotesken Motive des Hieronymus Bosch entwickelte er ganz neue Darstellungsformen, die unterhalten, irritieren und gleichzeitig zum Nachdenken anregen.
Hinter dem Erfolg von Bruegels Druckgrafiken steckt auch eine clevere Zusammenarbeit: Der Antwerpener Verleger Hieronymus Cock und seine Frau Volcxken Diericx sorgten dafür, dass Bruegels Bildwelt europaweit sichtbar wurde. Antwerpen war im 16. Jahrhundert ein Zentrum für Grafik und Buchwesen – und der Verlag von Cock und Diericx zählte zu den modernsten seiner Zeit. Er vermittelte zwischen Entwerfern und Stechern, finanzierte Druckplatten und organisierte den Vertrieb. So wurden Bruegels Druckgrafiken in hohen Auflagen verbreitet, während seine heute berühmten Gemälde damals nur wenigen Sammlern bekannt waren.
Viele Motive seiner späteren Gemälde sind in den Druckgrafiken bereits angelegt – die Ausstellung macht das auf faszinierende Weise sichtbar. Astrid Reuter, Leiterin der Graphischen Sammlung bis 1800 des Städel, bringt es auf den Punkt: „Der Reiz liegt im Zusammenspiel von Naturnähe, Einfallsreichtum und humorvoller Übertreibung. Bis heute laden sie zum Entdecken, Nachdenken und Lachen ein.“
Ein besonders starkes Beispiel für Bruegels zeitlose Aktualität ist das Blatt „Die großen Fische fressen die kleinen“. Aus einem großen gestrandeten Fisch treten kleinere Fische hervor, die ihrerseits noch kleinere verschlingen – eine einfache Redewendung wird zum kraftvollen Bild gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Schon zu Bruegels Lebzeiten gab es darüber Diskussionen. Heute, im Jahr 2026, regt das Motiv genauso zum Nachdenken an wie damals.
Prof. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel, lädt bei der Ausstellungseröffnung dazu ein: „Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen zu einer Entdeckungsreise durch Bruegels vielschichtige Bildwelten voller erzählerischer Kraft, feinsinniger Beobachtungen und überraschender Details.“
„Bruegel. Printed“ ist das beste Programm im Main-Gebiet für alle, die Kunst lieben, die Geschichten erzählt, überrascht und zum Schmunzeln bringt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. September 2026 im Städel Museum – also nicht zu lange warten! Frankfurt hat mal wieder gezeigt, warum es zu den spannendsten Kulturstädten Europas gehört. Wir sagen: hingehen, staunen, genießen!






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