
Am Alten Flugplatz in Frankfurt wurde erneut ein Bücherschrank angezündet. Warum diese solidarischen Orte so wichtig sind und was jetzt auf dem Spiel steht.
Was ist bloß los in unserer Stadt? Am Alten Flugplatz Kalbach/Bonames hat es wieder gebrannt – und diesmal traf es einen der geliebten öffentlichen Bücherschränke. Am frühen Morgen des 30. Juli ging bei der Feuerwehr der Notruf ein: „Es brennt ein Bücherregal.“ Die Wehr rückte aus, löschte – doch der Schaden war angerichtet. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE), das in Frankfurt für die öffentlichen Bücherschränke zuständig ist, schaltete sofort die Polizei ein. Ob es sich um Brandstiftung handelt, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Aber ernsthaft: Was sonst soll da passiert sein?
Schockierend, aber wahr: Es ist nicht der erste Angriff auf diesen Standort. Der Bücherschrank am Alten Flugplatz wurde laut ASE bereits mindestens dreimal mutwillig beschädigt – eingeschlagene Scheiben, ausgerissene Türen, Bücher auf dem Boden. Und das ist leider kein Einzelfall im Stadtgebiet. Im Frankfurter Westen, in Alt-Nied, wurde zur Weihnachtszeit ein Bücherschrank in Brand gesteckt. In Preungesheim wurde einer regelrecht „in die Luft gejagt“, wie die dortige Ortsvorsteherin beklagte. Andere Schränke wurden mit Graffiti besprüht. Allen Angriffen gemeinsam: eine vollständige Missachtung des Buches – und damit auch der Menschen, für die diese Schränke gedacht sind.
Ob der Bücherschrank am Alten Flugplatz nach diesem Brand überhaupt noch einmal instandgesetzt wird, ist laut ASE unklar. Auch ob er dort überhaupt bleiben wird, steht in den Sternen. Die Behörde erklärt dazu: „Adäquate Standorte für öffentliche Bücherschränke sind unter dem Aspekt der Vandalismusprävention solche, die einer gewissen sozialen Kontrolle vor Ort unterliegen.“ Der Alte Flugplatz sei „unter diesen Gesichtspunkten nicht optimal“ – zu wenig Menschen, zu wenig Kontrolle rund um die Uhr. Und ein neuer Bücherschrank kostet satte 8.000 Euro.
Das bedeutet im Klartext: Wenn Vandalen gewinnen, verliert am Ende die ganze Gemeinschaft. Gerade die Menschen, die sich keine Bücher für 20 oder 30 Euro leisten können, verlieren damit einen kostenlosen Zugang zu Wissen und Kultur. Das ist nicht nur ein Verlust für eine Straßenecke – das ist ein Verlust für Frankfurt.
Warum kümmert sich eigentlich das Mobilitätsdezernat um Bücherschränke? Die Antwort ist charmant und macht Sinn: weil Bücherschränke als Ziele – oder Zwischenziele – das Unterwegssein zu Fuß fördern. Sie sind also nicht nur Literaturtankstellen, sondern auch ein Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesundheitsvorsorge. Eine grandiose Idee, die es zu schützen gilt!
Frankfurt, das ist der Sound der Weltstadt – und dazu gehören auch diese kleinen, feinen Orte der Gemeinschaft und Bildung. Bücherschränke sind ein Symbol dafür, dass wir füreinander da sind. Dass wir teilen. Dass wir lesen, denken, wachsen. Wer sie zerstört, greift nicht nur Holz und Glas an – sondern genau das, was unsere Stadt lebenswert macht.
Es braucht jetzt mehr Aufmerksamkeit, mehr soziale Kontrolle und mehr Engagement für diese solidarischen Orte. Schaut hin, wenn ihr an einem Bücherschrank vorbeikommt. Nehmt ein Buch, bringt eins zurück – und meldet Vandalismus, wenn ihr ihn seht. Frankfurt ist bunt, kreativ und weltoffen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Bücherschränke unserer Stadt nicht in Flammen aufgehen – weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinne.






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