
Übergriffe auf die Frankfurter Feuerwehr haben sich 2026 auf 74 Fälle verdoppelt. Was steckt dahinter und was muss jetzt passieren?
Es sind Zahlen, die einem den Atem verschlagen: Die Übergriffe auf Einsatzkräfte der Feuerwehr in Frankfurt haben sich 2026 glatt verdoppelt. Während die Branddirektion im gesamten Jahr 2025 noch 37 Fälle an das Land Hessen meldete, sind es in diesem Jahr bereits 74 gemeldete Ereignisse – und das Jahr ist noch nicht vorbei. Das ist kein normaler Anstieg. Das ist ein Warnsignal für unsere Stadt.
Besonders erschreckend: Die meisten Übergriffe passieren nicht bei spektakulären Löscheinsätzen, sondern genau dort, wo Menschen am dringendsten Hilfe brauchen – beim Rettungsdienst. Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) machte das in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung deutlich. Sie berichtete in der Fragestunde von den drastisch gestiegenen Zahlen und ordnete sie als Teil eines traurigen gesellschaftlichen Trends ein. Lediglich zwei der gemeldeten Übergriffe in 2025 und 2026 zusammen ereigneten sich bei klassischen Feuerwehreinsätzen – der Rest trifft die Einsatzkräfte im Rettungsdienst.
Das bedeutet: Menschen, die ausrücken, um Leben zu retten, werden genau dabei attackiert. Feuerwehrleute und Sanitäter setzen täglich ihre eigene Gesundheit aufs Spiel – und werden dafür angegriffen. Das darf Frankfurt nicht einfach so hinnehmen.
Was in Frankfurt passiert, ist leider kein isoliertes Phänomen. Die Rede von einem „gesellschaftlichen Trend“ macht deutlich, dass die wachsende Gewalt gegen Einsatzkräfte ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Trotzdem trifft es unsere Stadt, unsere Feuerwehrleute, unsere Nachbarinnen und Nachbarn, die im Ehrenamt oder Hauptberuf jeden Tag rausfahren, egal ob nachts, an Wochenenden oder an Feiertagen.
Frankfurt steht für Weltoffenheit, Dynamik und Zusammenhalt – das ist der Sound der Weltstadt. Umso wichtiger ist es, dass wir als Community klar sagen: Übergriffe auf Einsatzkräfte sind inakzeptabel. Punkt.
Unsere Stadt ist immer wieder Thema – manchmal wegen großer Kultmomente wie dem Ende der Kult-Serie „Ein Fall für Zwei“, die Frankfurt jahrzehntelang ins deutsche Wohnzimmer gebracht hat. Aber dann gibt es Meldungen wie diese, die zeigen: Es gibt echte Probleme in unserer Stadt, die wir nicht wegschauen dürfen.
In einem früheren Beitrag haben wir darüber geschrieben, wie der Kulti-Krimi „Ein Fall für Zwei“ das Bild Frankfurts in den deutschen Medien geprägt hat – eine Serie, die für Heimatgefühl und Verbundenheit mit der Stadt stand. Jetzt geht es um ein ganz anderes Frankfurt-Bild: eines, das wir gemeinsam verändern müssen.
Die Zahlen sind da, sie sind eindeutig und sie fordern Konsequenzen. Für die Einsatzkräfte, die täglich ihr Bestes geben – für uns alle. Frankfurt muss zeigen, dass es seine Heldinnen und Helden schützt und sich klar auf ihre Seite stellt. Wir bei Radio Frankfurt sagen: Danke an alle, die trotzdem jeden Tag ausrücken. Ihr habt unseren vollen Respekt.






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