Jede vierte Jugendeinrichtung in Deutschland war schon Ziel rechtsextremer Angriffe. Was die Bedrohungsstudie 2026 aufdeckt und warum das auch Frankfurt…
Einbrüche, Hass-Mails, körperliche Angriffe – was wie eine Schlagzeile aus einem Kriminalfilm klingt, ist für viele Jugendclubs, Jugendverbände und Jugendgruppen in Deutschland bittere Realität. Laut einem exklusiven Bericht der Frankfurter Rundschau sind zahlreiche Einrichtungen der Jugendarbeit massiven Bedrohungen und Übergriffen aus der extrem rechten Szene ausgesetzt. Das trifft uns alle – und es betrifft auch die Region hier bei uns.
Die erschreckenden Zahlen kommen aus der „Bedrohungsstudie 2026″, die vom Erziehungswissenschaftler Benno Hafeneger, der Bildungsexpertin Jana Sämann sowie den Referenten des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR), Maximilian Lorenz und Lars Reisner, erarbeitet wurde. Die Studie erscheint in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift „deutsche jugend“ – der FR liegt sie aber bereits vor.
Das Ergebnis ist eindeutig und beunruhigend: Jede vierte Institution hat bereits mindestens einen Vorfall erlebt, den sie als rechtsextremen Angriff oder Übergriff einstuft. An der Erhebung, die von Dezember 2025 bis April 2026 durchgeführt wurde, nahmen bundesweit 354 Jugendgruppen, -verbände und -ringe teil.
Die betroffenen Einrichtungen berichten von einem breiten Spektrum an Bedrohungen und Angriffen. Dazu gehören:
Diese Vorfälle sind kein Einzelphänomen – sie zeigen ein Muster, das Jugendarbeit in Deutschland unter Druck setzt und einschüchtert. Engagierte Menschen, die täglich für junge Leute da sind, sollen offenbar mundtot gemacht werden.
Jugendarbeit ist das Fundament einer lebendigen, offenen Gesellschaft – das gilt auch für Frankfurt und die gesamte Region. Wer Jugendclubs und Jugendverbände bedroht, greift direkt in das Herz unserer Gemeinschaft ein. Ehrenamtliche und hauptamtliche Fachkräfte leisten täglich wichtige Arbeit, um jungen Menschen Orientierung, Gemeinschaft und Perspektiven zu geben. Dass genau diese Arbeit zunehmend unter Beschuss gerät, ist ein Signal, das wir nicht ignorieren dürfen.
Die Frankfurter Rundschau berichtet in ihrer Montagsausgabe vom 31. August 2026 ausführlich über die Studienergebnisse. Es ist wichtig, dass solche Berichte wahrgenommen werden – Aufmerksamkeit ist der erste Schritt zur Veränderung.
Die Ergebnisse der „Bedrohungsstudie 2026″ machen deutlich: Schweigen ist keine Option. Jugendverbände, Politik und Gesellschaft sind gefordert, hinzuschauen, zu unterstützen und klare Kante gegen Rechtsextremismus zu zeigen. Wer schweigt, macht sich mitschuldig – das gilt für uns alle.
Bleibt informiert, bleibt wachsam und redet miteinander – das ist der Sound einer Weltstadt wie Frankfurt, die für Offenheit und Vielfalt steht!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.