
Im Museum Angewandte Kunst Frankfurt läuft bis Februar 2027 eine Ausstellung, die demokratische Symbole wie Adler und Wahlurne kreativ neu denkt.
Wahlurne aus der Mülltonne, ein Raubvogel als Staatswappen und ein Orden in militärischer Tradition – klingt erstmal seltsam, oder? Aber genau darum geht’s! Im Museum Angewandte Kunst Frankfurt läuft noch bis zum 21. Februar 2027 die Ausstellung „Adler, Orden, Wahlurne. Redesigning Democratic Representation“ – und die hat’s in sich. Hier wird Demokratie nicht einfach erklärt, sondern richtig hinterfragt. Jetzt reinhören – und dann hingehen!
Kuratiert von Prof. Dr. Friedrich von Borries, beschäftigen sich hier sowohl etablierte Künstler*innen als auch Studierende mit drei zentralen Symbolen unserer Demokratie: der Wahlurne, dem Bundesadler und dem Bundesverdienstkreuz. Das Ziel? Nicht einfach kritisieren – sondern durch gezieltes Redesigning verbessern. Der Ansatz heißt Re-De-Re: ein Forschungsprojekt, das die Wechselwirkungen von Gestaltung und politischer Repräsentation untersucht.
Die Kernfrage lautet: Passen diese Symbole noch zu dem, was wir heute unter Demokratie verstehen? Und das ist eine Frage, die wirklich jeden von uns betrifft – gerade in Zeiten, in denen unser Verhältnis zur Demokratie so intensiv diskutiert wird wie selten zuvor.
In vielen deutschen Kommunen ist es Alltag: Der Stimmzettel wandert in eine umfunktionierte Mülltonne. Die Ausstellung stellt genau hier die Frage, ob dieser äußerliche Rahmen der Würde des demokratischen Wahlaktes überhaupt gerecht wird – und zeigt kreative Alternativen. Eine simple, aber starke Provokation: Sind Wählerstimmen etwa für die Tonne?
Der Adler als Wappentier ist historisch mit Gewalt und Dominanz verbunden – Eigenschaften, die eher in vordemokratische Gesellschaften passen. Die Ausstellung macht deutlich, dass dieses Symbol kaum widerspiegelt, wer wir heute sein wollen, und zeigt Möglichkeiten, wie ein modernes, demokratisches Staatssymbol aussehen könnte.
Auch beim Bundesverdienstkreuz wird’s spannend: Mit dieser Auszeichnung ehrt der Staat das zivilgesellschaftliche Engagement seiner Bürger*innen. Aber warum in Form eines Ordens, der sowohl in christlicher Bildbedeutung als auch in militärischen Traditionen verwurzelt ist? Die Ausstellung greift auch hier ein und denkt Ehrung neu.
Was die Schau im Museum Angewandte Kunst so besonders macht: Sie ist keine trockene Politikstunde, sondern ein sinnlich erfahrbares Erlebnis. Man sieht, hinterfragt und staunt. Etablierte Künstler*innen und Studierende bringen frische Perspektiven, und das Konzept des Redesignings macht Lust, selbst mitzudenken. Das ist der Sound der Weltstadt – kreativ, mutig, gesellschaftlich relevant.
Also, Frankfurt: Schnappt euch die Chance und besucht die Ausstellung „Adler, Orden, Wahlurne. Redesigning Democratic Representation“ noch bis zum 21. Februar 2027 im Museum Angewandte Kunst. Das beste Programm im Main-Gebiet ist nicht nur im Radio – manchmal hängt’s auch an den Wänden!






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