Lothar Stapf, langjähriger Frankfurter CDU-Politiker und Stadtteilverfechter, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Traurige Nachrichten aus dem Römer: Lothar Stapf, langjähriger Frankfurter CDU-Politiker und engagierter Stadtteilverfechter, ist am vergangenen Samstag unerwartet im Alter von 83 Jahren gestorben. Das hat die CDU-Fraktion mitgeteilt. Für alle, die ihn kannten, ist es ein echter Verlust – nicht nur für die Partei, sondern für ganz Frankfurt.
Lothar Stapf war kein Politiker, der große Reden schwang. Er war einer, der anpackte. 1974 trat er der CDU bei und widmete sich seitdem vor allem seinem Heimatstadtteil Dornbusch. Er gehörte dem Ortsbeirat 9 an und war von 2003 an für 13 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Dort übernahm er zeitweise das Amt des wohnungspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion und des stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers.
Besonders am Herzen lag ihm die Verkehrssicherheit an den U-Bahn-Stationen auf der Eschersheimer Landstraße. Zuletzt setzte er sich mit Nachdruck für den Erhalt des historischen Eschersheimer Wasserturms ein – ein Zeichen dafür, wie sehr ihm die Identität seines Stadtteils bedeutete.
Als Lothar Stapf vor zehn Jahren als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher zum letzten Mal eine Sitzung im Römer leitete, wünschte er dem künftigen Stadtparlament eine konstruktive Zusammenarbeit. Das war kein Lippenbekenntnis – das war sein politisches Credo. Ideologisch gefärbte Grundsatzdebatten waren seine Sache nie. Er wollte Lösungen finden, pragmatisch und parteienübergreifend.
Sein sachlicher Stil hinterließ Eindruck. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Yannick Schwander würdigt ihn so: „Die Stadtteile und ihre Identitäten waren ihm sehr wichtig. Sein sachlicher, lösungsorientierter Arbeitsstil verschaffte ihm weit über Parteigrenzen hinaus Anerkennung.“
Neben seiner politischen Arbeit engagierte sich Lothar Stapf als ehrenamtlicher Ortsgerichtsvorsteher. In dieser Rolle stand er den Menschen auch bei schwierigen Themen zur Seite – etwa wenn es um Nachlassangelegenheiten ging. Verlässlich, menschlich, da.
Und trotz all seines Engagements für Frankfurt blieb er neugierig auf die Welt. Als Diplom-Ingenieur für Regelungstechnik interessierte er sich zeitlebens für neue Entwicklungen. Nach Urlauben in seinem geliebten Südtirol erzählte er begeistert von neuen Formen der Energieversorgung, die er dort entdeckt hatte – immer mit dem Gedanken, was sich davon auf Frankfurt übertragen ließe.
Lothar Stapf war kein lauter Politiker. Er war einer, der still und beständig für seine Stadt da war – für den Dornbusch, für die Stadtverordnetenversammlung, für die Menschen im Ortsgericht. Frankfurt verliert mit ihm jemanden, der die Kommunalpolitik nicht als Bühne, sondern als Dienst verstanden hat. Wir gedenken ihm in Dankbarkeit.

„Die unsichtbare Stadt



„Die unsichtbare Stadt


Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.