Trinkwasser wird knapp in der Wetterau: Die Ovag kürzt Lieferungen von September bis Jahresende. Frankfurt bekommt schon jetzt drastisch weniger Wasser.
Hitze, Trockenheit, Rekordverbrauch – und jetzt kommt die bittere Konsequenz: Die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) müssen die Trinkwasserlieferungen an Kommunen im Wetteraukreis spürbar kürzen. Von September bis Jahresende soll die Wassermenge weiter reduziert werden. Wer das zu spüren bekommt – und warum Frankfurt schon seit Wochen drastisch weniger Wasser bekommt.
Alles begann mit der ersten Hitzewelle im Juni: Seitdem ist der Wasserverbrauch von Privatleuten und Gewerbe sprunghaft gestiegen. Wie viel genau, verrät Unternehmenssprecher Michel Kaufmann nicht. Aber er macht die Dimension klar: „Der Freitag vor den Sommerferien war nicht nur der bisherige Spitzentag in diesem Jahr, sondern der Spitzentag seit Beginn der Wasserversorgung durch die Ovag vor rund 120 Jahren.“ Seitdem laufen die Brunnen-Anlagen in Vogelsberg und Wetterau am „Rand ihrer Leistungsfähigkeit im absoluten Spitzenlastbetrieb“.
Auch als die Hitze zwischendurch etwas nachließ, blieb die Wasserabgabe im Juli hoch. Die Folge: nahe der Oberfläche steckt kaum noch Feuchtigkeit im Boden. Das zieht die Ressourcen in die Tiefe – und an ihre Grenzen.
Was bisher kaum jemand wusste: Die Ovag hat bereits seit Wochen weniger Wasser geliefert. Möglich war das nur, weil die Abgabemenge in die Rhein-Main-Region – also vor allem nach Frankfurt – drastisch reduziert wurde. Zugunsten der Städte und Gemeinden im Wetteraukreis.
Zum Vergleich die Dimensionen: Die Ovag fördert pro Jahr bis zu 35,8 Millionen Kubikmeter Wasser. Davon gehen normalerweise 18,6 Millionen Kubikmeter nach Frankfurt, rund 10,71 Millionen Kubikmeter an die Kommunen des Wetteraukreises und etwa eine Million Kubikmeter in den Vordertaunus.
Die Ovag hat ihre kommunalen Kunden per Brief aufgefordert, nicht mehr als die vereinbarten Wassermengen abzurufen. Das Ergebnis laut Kaufmann: „Dies führte nur in einigen Kommunen zum Erfolg.“ Heißt: Viele Städte und Gemeinden haben weiter mehr gezogen als vereinbart.
Deshalb kommt jetzt die nächste Stufe: Von September bis Jahresende wird die Wasserlieferung weiter gedrosselt – um wie viel genau, steht noch nicht fest. Kaufmann weist darauf hin, dass Kommunen auch eigene Brunnen und weitere Lieferanten haben. Wenn aber auch die nicht mehr liefern können, wird die Diskussion ums Wassersparen noch deutlich schärfer. Weitere Verbote, Gärten mit Trinkwasser zu bewässern, sind dann wohl kaum zu vermeiden.
Dass es so kommen könnte, hatte Ovag-Vorstandschef Joachim Arnold bereits im Oktober 2024 angekündigt: In Dürresommern müsse die Ovag weniger Wasser aus ihren Brunnen holen, sobald die Mindest-Grundwasserstände unterschritten werden. Jetzt ist genau das eingetreten. Die Aufsichtsbehörden des Landes wurden bereits informiert.
Von offizieller Wasser-Rationierung ist bisher noch nicht die Rede – aber die Lage bleibt angespannt. Wir halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören bei Radio Frankfurt – dem Sound der Weltstadt!

„Die unsichtbare Stadt



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