Waldbrand im Frankfurter Stadtwald: Nahe Gateway Gardens brannten hunderte Quadratmeter – sogar Wurzeln. Wie Feuerwehr und Stadtforst jetzt reagieren.
Frankfurt, wir müssen reden! Der Stadtwald brennt – und das nicht zum ersten Mal in diesem Sommer. Am Freitagabend loderten einige hundert Quadratmeter Wald nahe der Station Gateway Gardens. Feuerwehrsprecher Thorsten Jung bestätigte, dass auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz waren. Nach etwa zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle – aber so einfach war das nicht.
Das Tückische an diesem Feuer: Teilweise brannten auch Wurzeln unter der Erde weiter. Wasser draufkippen reichte also längst nicht aus. Die Feuerwehrkräfte mussten den Boden aufhacken, um die Schwelbrände wirklich zu löschen. Klingt aufwendig – und das war es auch.
Der Brand am Freitagabend war kein Einzelfall. Peter Rodenfels, stellvertretender Leiter des Stadtforstes, hat in kurzer Zeit bereits acht Feuer im Stadtwald gezählt. Die Bilanz einer einzigen Woche ist erschreckend: Vor wenigen Tagen brannten 1.000 Quadratmeter in Gateway Gardens, in Goldstein rund 500 Quadratmeter, dazu ein weiteres Feuer in der Taubenlachschneise zwischen Schwanheim und der Unterschweinstiegschneise. Ende Juni brannte es gleich zweimal in Niederrad – dort war die Lage laut Rodenfels zeitweise so ernst, dass ein Übergreifen vom Boden- auf einen Kronenbrand drohte. Ein Kronenbrand breitet sich deutlich schneller aus als ein Bodenfeuer.
Auch der Deutsche Wetterdienst macht aktuell wenig Hoffnung: Für Frankfurt gilt Waldbrandgefahrenstufe 4, für die kommenden Tage sogar Stufe 5 – das bedeutet höchste Gefahr. Trotz des Regens am Samstag bleibt die Lage angespannt.
Der Stadtforst und die Feuerwehr haben reagiert und ihre Maßnahmen deutlich verstärkt. Alle Förster haben inzwischen sogenannte Feuerspritzen im Auto – gelbe Rucksäcke mit rund 20 Litern Wasser. „Damit können wir keinen Waldbrand löschen, aber kleine Feuer bekämpfen, ehe es zum Waldbrand kommt“, erklärt Rodenfels. Außerdem werden die Streifen im Stadtwald intensiviert.
Auch die Feuerwehr ist besser vorbereitet als zuvor: Feuerwehrsprecher Thorsten Brückner berichtet, dass alle Feuerwachen den sogenannten Abrollbehälter – einen Container mit Schläuchen, Anschlüssen und weiterem Equipment – bereits standardmäßig aufgesattelt haben. Das spart wertvolle Minuten im Einsatz. Zusätzlich werden Informationsfahrten im Stadtwald intensiviert, damit die Einsatzkräfte genau wissen, welche Waldwege wohin führen und wo sich die nächsten Teiche zur Wasserentnahme befinden.
Bei der Alarmierung hilft auch der Flughafen-Tower: Dort hat man rundherum freie Sicht und kann Rauchfahnen früh erkennen. Selbst Piloten im Anflug melden Rauch – so bleibt kaum ein Feuer lange unentdeckt.
Eine Frage, die sich viele stellen: Könnte man die Feuergefahr senken, indem man Totholz, Äste und Blätter aus dem Wald entfernt? Theoretisch ja – aber Rodenfels sieht den Nachteil als größer an. Denn Altholz speichert bei Regen Feuchtigkeit und verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet. Außerdem würden beim Ausräumen des Waldes wichtige Nährstoffe verloren gehen. Bislang musste laut Rodenfels noch keine Waldbrandfläche aufgeforstet werden – die Feuer wurden jeweils schnell genug gelöscht, sodass Eichen und Kiefern mit ihren dicken Rinden keinen Schaden nahmen.
Das gilt jetzt für alle, die im Stadtwald unterwegs sind: In ganz Frankfurt – natürlich auch im Stadtwald – ist offenes Feuer streng verboten. Grillen ist tabu, und auch das Rauchen im Wald ist untersagt. Der kleinste Funke kann derzeit eine Katastrophe auslösen. Also bitte: Haltet euch daran und schützt unseren Stadtwald! 🌲🔥






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