Beim Aktionstag „Sossenheim kann nachhaltig
Frankfurt lebt Nachhaltigkeit – und das nicht nur in der Innenstadt! Im Stadtteil Sossenheim hat das „Netzwerk nachhaltig lernen in Frankfurt“ gemeinsam mit dem Quartiersmanagement einen Aktionstag auf die Beine gestellt, der sich gewaschen hat. Unter dem Motto „Sossenheim kann nachhaltig“ verwandelte sich der Kirchberg in einen Lernort der besonderen Art. Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten sich an 20 Ständen alles rund ums Thema Nachhaltigkeit erarbeiten – interaktiv, kreativ und mit echtem Aha-Erlebnis.
Einer der Hingucker war der Stand rund um das Thema Äpfel. In der vorangegangenen Projektwoche besuchten Schülergruppen die örtlichen Streuobstwiesen in Sossenheim – denn deren Erhalt ist längst ein wichtiger Aspekt des Artenschutzes. Aus frühen Sommeräpfeln wurde bereits der erste Most gekeltert. Am Aktionstag gab es dann handfeste Bildungsarbeit: Zum Beispiel, dass Apfelmus Zucker enthält, Apfelmark aber nicht – für viele Erwachsene wohl genauso neu wie für die Kinder.
Und dann war da noch diese eine Schülerin, die kurzerhand Apfelessig als Getränk ausprobieren wollte. Ein paar Tropfen auf der Zunge reichten – und der Versuch war für sie sehr schnell beendet. Aber hey: Auch das ist Lernen am eigenen Erfahrungsschatz! 😄
Beim Stand des Vereins „Energiepunkt Frankfurt“ gab es einen Barfußpfad zu entdecken. Besucher spürten hautnah, wie unterschiedliche Materialien Hitze speichern und sich aufheizen – ein direkter Lerneffekt zum Thema Oberflächenmaterialien und Klimaanpassung. Der Energiepunkt ist übrigens neu im Stadtteil: Er hat vor einigen Monaten das Management des Klimaquartiers Sossenheim übernommen und bietet jetzt auch Energieberatung an. Eine kostenlose Erstberatung im Quartiersbüro gibt es dienstags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 13 bis 17 Uhr.
Netzwerk-Sprecherin Kirsten Allendorf brachte es auf den Punkt: Kinder sind die ideale Zielgruppe für Nachhaltigkeitsbildung. Sie leben noch am längsten in der Zukunft, sind aufnahmebereiter als viele Erwachsene – und sie tragen die Themen nach Hause. Multiplikatoren eben!
Die Mitmachaktionen ließen keine Wünsche offen. Bei der Jugendfeuerwehr wurden Anstecker hergestellt und bemalt, während der Nachwuchs der Brandschützer gleichzeitig über richtiges Verhalten bei einem Wohnungsbrand informierte. Bei der Regenbogengemeinde wurden Löcher in Holzabschnitte gebohrt und kreative Gestecke mit Grünzeug angefertigt. Beim Wohnungsunternehmen GWH bemalten Schülerinnen und Schüler Blumentöpfe aus Ton, füllten sie mit Erde und bekamen noch ein Päckchen Samen obendrauf. Stempelkarten sorgten für extra Motivation: Wer sechs Stempel sammelte, gewann eine Tüte Popcorn.
Dass die Veranstaltung genau auf dem Kirchberg stattfand, war übrigens kein Zufall. „So können wir auch darauf hinweisen, welchen Nutzen dieser Platz haben könnte“, erklärte Kirsten Allendorf. Eine dezente Erinnerung daran, dass die Umgestaltung des Platzes schon lange diskutiert wird – aber noch immer auf sich warten lässt. Das Wohnungsunternehmen GWH sorgte mit Bierzeltgarnituren, Schirmen und Pavillons für den nötigen Komfort – gut so, denn die Augustsonne ließ sich trotz allem blicken.
„Sossenheim kann nachhaltig“ – dieser Satz macht Lust auf mehr. Wenn 20 Organisationen und Initiativen zusammenkommen, Kinder mit Begeisterung Stempel sammeln und eine Schülerin durch Apfelessig eine Lektion fürs Leben lernt, dann ist das gelebte Gemeinschaft. Frankfurt, wir sind stolz auf euch! Jetzt reinhören und mehr über das bunte Leben in unserer Stadt erfahren – der Sound der Weltstadt wartet auf euch.


Tschaikowskis Oper „Mazeppa



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