
Sylvia Weber gibt das Frankfurter Baudezernat ab – 228 Schulprojekte bleiben offen. Wir zeigen, was sie erreicht hat und wie es mit dem Schulbau weitergeht.
Frankfurt erlebt gerade einen spürbaren Wechsel in der Stadtpolitik: Sylvia Weber (SPD) gibt das Baudezernat ab. Nach fünf Jahren übernimmt künftig Wolfgang Siefert für die Grünen die gesamten Bauaufgaben der Stadt – so sieht es der Koalitionsvertrag von CDU, Grünen, SPD plus Volt vor. Weber bleibt aber Bildungsdezernentin und damit weiterhin eine der wichtigsten Stimmen beim Thema Schulbau in Frankfurt.
Als Weber das Baudezernat vor fünf Jahren übernahm, traf sie auf einen massiven Sanierungsstau. An den rund 180 Schulstandorten hat sie insgesamt 228 notwendige Bau- und Sanierungsprojekte identifiziert – eine Zahl, die auch heute noch für Gesprächsstoff sorgt. Denn: Vollständig abgebaut ist dieser Stau noch lange nicht. „228 ist eine große Zahl. Es ist nach fünf Jahren nicht zu Ende, sondern es geht weiter“, sagt Weber selbst.
Trotzdem kann sie sich einiges auf die Fahnen schreiben: Acht neue Schulgebäude gingen an den Start, 19 Erweiterungen und größere Sanierungen wurden abgeschlossen oder begonnen, neun Auslagerungsstandorte entstanden. Parallel dazu wurden städtische Gebäude wie die Neue Börse und die Hasenpfade von ehemaligen Bürogebäuden zu Schulen umgewandelt – ganz im Sinne des Mottos „weiterbauen statt abreißen“.
Ein zentrales Anliegen Webers war es, nicht nur mehr, sondern auch anders zu bauen. Photovoltaik, Wärmepumpen, Holzbau, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Zisternen gehören inzwischen zum Standard beim Neubau. Auf 78 städtischen Gebäuden gibt es Photovoltaikanlagen. Beim Gymnasium Römerhof soll sogar ein Abwasserkanal als Wärmequelle dienen.
Das wohl bekannteste Projekt in diesem Zusammenhang: die Johanna-Tesch-Schule. Sie wird Frankfurts erste klimaneutrale Schule – ein Meilenstein, über den wir in einem früheren Beitrag bereits ausführlich berichtet haben. 147 Millionen Euro werden investiert, die Schule in Preungesheim soll mehr Energie erzeugen als sie verbraucht, mit Solarpanelen, umweltfreundlichen Baumaterialien und einem Regenwassersammelsystem. Die Fertigstellung ist für Sommer 2028 geplant.
Damit Frankfurt gleichzeitig an vielen Projekten arbeiten kann, wurden in den vergangenen Jahren neue Strukturen aufgebaut: die Schulbauoffensive, die Bildungsbaugesellschaft und ein Rahmenvertrag mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG. Bis zu 65 Bauprojekte könnten inzwischen parallel bearbeitet werden, so Weber.
Mit dem Wechsel des Baudezernats sollen diese Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Beim Schulbau wird es dabei keine klare Trennung geben: Webers Bildungsdezernat und Sieferts Baudezernat sollen eng zusammenarbeiten – mit gemeinsamen Abstimmungsrunden, Entscheidungskreisen und einer gemeinsamen Leitung der Stabsstelle Schulbau. Weber bleibt zunächst auch federführend für die Stabsstelle Schulbau und die Bildungsbaugesellschaft.
Den Abschied vom Baudezernat sieht Weber nicht als persönliche Niederlage. Die Aufgaben seien schlicht zu groß für ein einzelnes Dezernat gewesen. „Das kann man mal ein paar Jahre machen, mit Selbstausbeutung, aber auf Dauer ist es nicht zu schaffen“, sagt sie offen. Ihr Ziel für die Übergangsphase: Strukturen schaffen, die irgendwann ohne sie funktionieren. „Meine Aufgabe ist es, mich überflüssig zu machen.“
Als Bildungsdezernentin bekommt Weber nun wieder mehr Raum für andere Themen – Ganztag, Jugendhilfe, Mediennutzung, Mobbing, kulturelle Bildung und die Weiterentwicklung der Schulen. Der Schulbau bleibt dabei fest auf ihrer Aufgabenliste. Frankfurt bleibt also in Bewegung – und das beste Programm im Main-Gebiet hält euch auf dem Laufenden!






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