Die Initiative Schönhof-Viertel kritisiert die ÖPNV-Anbindung des neuen Bockenheimer Quartiers. Was die Stadt plant und wo die größten Lücken bleiben.
Frankfurt wächst – und das Schönhof-Viertel in Bockenheim ist eines der spannendsten Stadtentwicklungsprojekte im Main-Gebiet. Seit 2019 entstehen auf dem ehemaligen Siemensgelände rund 2.000 Wohnungen, eine Grundschule, mehrere Kitas und Grünflächen. Klingt gut, oder? Doch eine Initiative macht jetzt lautstark auf ein Problem aufmerksam: die ÖPNV-Anbindung des neuen Viertels lässt zu wünschen übrig.
Das Stadtplanungsamt bezeichnet das Schönhof-Viertel offiziell als Beispiel für „sozial und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung“ – unter anderem wegen der angeblich guten ÖPNV-Anbindung. Die Initiative Schönhof-Viertel sieht das ganz anders. Und die Fakten, die sie nennt, sprechen eine deutliche Sprache:
Bewohnerin Monica Membrive bringt es auf den Punkt: „Ein direkter, ebenerdiger Zugang zum Westbahnhof wäre für unser Viertel ein großer Schritt nach vorne. Er würde nicht nur die Wege verkürzen, sondern auch eine barrierefreie Verbindung schaffen – besonders für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Mobilitätseinschränkungen.“
Das Frankfurter Mobilitätsdezernat räumt gegenüber dem Journal Frankfurt ein, dass Mobilitäts- und Siedlungsplanung beim Schönhof-Viertel nicht von Anfang an gemeinsam gedacht wurden – ein Versäumnis, das die nachträgliche Integration von Mobilitätslösungen deutlich aufwändiger macht. Das Dezernat betont aber, dass das Viertel trotzdem die „übliche Qualität des Nahverkehrs“ erhalten soll. Verwiesen wird dabei auf die Buslinie M72, die das Quartier rund um die Uhr mit der U-Bahnstation Industriehof und dem Rödelheimer Bahnhof verbindet.
Zu den fehlenden Sicherheitsmaßnahmen an der Rödelheimer Landstraße machte das Mobilitätsdezernat allerdings keine Angaben – eine Lücke, die die Initiative weiter beschäftigen dürfte.
Es gibt zumindest Lichtblicke. Die Stadt hat konkrete Maßnahmen angekündigt:
Positiv: An der Rödelheimer Landstraße 5 wurde bereits ein Car-Sharing-Angebot eingeführt.
Das Schönhof-Viertel zeigt, was passiert, wenn Wohnungsbau und Mobilitätsplanung nicht von Anfang an zusammengedacht werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner zahlen den Preis dafür – mit langen Umwegen, fehlenden Querungsmöglichkeiten und einem Busnetz, das nicht wirklich ins Stadtzentrum führt. Die angekündigten Maßnahmen sind ein Anfang, aber die Initiative bleibt zu Recht kritisch. Frankfurt, der Sound der Weltstadt verdient auch im neuen Bockenheimer Quartier eine Anbindung, die diesen Namen verdient!


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