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Schönhof-Viertel in Bockenheim: Initiative kritisiert mangelhafte ÖPNV-Anbindung

Die Initiative Schönhof-Viertel kritisiert die ÖPNV-Anbindung des neuen Bockenheimer Quartiers. Was die Stadt plant und wo die größten Lücken bleiben.

Redaktion
·
29. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Neues Quartier, alte Probleme?

Frankfurt wächst – und das Schönhof-Viertel in Bockenheim ist eines der spannendsten Stadtentwicklungsprojekte im Main-Gebiet. Seit 2019 entstehen auf dem ehemaligen Siemensgelände rund 2.000 Wohnungen, eine Grundschule, mehrere Kitas und Grünflächen. Klingt gut, oder? Doch eine Initiative macht jetzt lautstark auf ein Problem aufmerksam: die ÖPNV-Anbindung des neuen Viertels lässt zu wünschen übrig.

Was die Initiative Schönhof-Viertel konkret bemängelt

Das Stadtplanungsamt bezeichnet das Schönhof-Viertel offiziell als Beispiel für „sozial und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung“ – unter anderem wegen der angeblich guten ÖPNV-Anbindung. Die Initiative Schönhof-Viertel sieht das ganz anders. Und die Fakten, die sie nennt, sprechen eine deutliche Sprache:

  • Der Westbahnhof liegt nur 350 Meter Luftlinie entfernt – zu Fuß sind es aber über einen Kilometer.
  • Die nächste U-Bahnstation ist 15 Gehminuten entfernt.
  • Der einzige Bus, der am Viertel hält, fährt nicht ins Stadtzentrum.
  • Sichere Querungsmöglichkeiten über die stark befahrene Rödelheimer Landstraße fehlen – besonders kritisch mit Blick auf die geplante Grundschuleröffnung 2027.

Bewohnerin Monica Membrive bringt es auf den Punkt: „Ein direkter, ebenerdiger Zugang zum Westbahnhof wäre für unser Viertel ein großer Schritt nach vorne. Er würde nicht nur die Wege verkürzen, sondern auch eine barrierefreie Verbindung schaffen – besonders für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Mobilitätseinschränkungen.“

Was die Stadt dazu sagt

Das Frankfurter Mobilitätsdezernat räumt gegenüber dem Journal Frankfurt ein, dass Mobilitäts- und Siedlungsplanung beim Schönhof-Viertel nicht von Anfang an gemeinsam gedacht wurden – ein Versäumnis, das die nachträgliche Integration von Mobilitätslösungen deutlich aufwändiger macht. Das Dezernat betont aber, dass das Viertel trotzdem die „übliche Qualität des Nahverkehrs“ erhalten soll. Verwiesen wird dabei auf die Buslinie M72, die das Quartier rund um die Uhr mit der U-Bahnstation Industriehof und dem Rödelheimer Bahnhof verbindet.

Zu den fehlenden Sicherheitsmaßnahmen an der Rödelheimer Landstraße machte das Mobilitätsdezernat allerdings keine Angaben – eine Lücke, die die Initiative weiter beschäftigen dürfte.

Was ist für die Zukunft geplant?

Es gibt zumindest Lichtblicke. Die Stadt hat konkrete Maßnahmen angekündigt:

  • Ab dem 13. Dezember sollen zusätzliche Fahrten mit Gelenkbussen eingeführt werden.
  • Die Ertüchtigung eines Teils der Salvador-Allende-Straße soll Anfang 2027 die Anbindung zum Westbahnhof verbessern.
  • Für die Rödelheimer Landstraße sind Änderungen für den Radverkehr geplant, darunter ein abmarkierter Radweg – vorgesehen für Ende Sommer.
  • Langfristig soll das Schönhof-Viertel laut Gesamtverkehrsplan Schiene 2035+ einen eigenen S-Bahn-Halt bekommen. Außerdem ist eine Gleisunterführung für den Zugang zum Westbahnhof geplant.

Positiv: An der Rödelheimer Landstraße 5 wurde bereits ein Car-Sharing-Angebot eingeführt.

Fazit: Guter Wille allein reicht nicht

Das Schönhof-Viertel zeigt, was passiert, wenn Wohnungsbau und Mobilitätsplanung nicht von Anfang an zusammengedacht werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner zahlen den Preis dafür – mit langen Umwegen, fehlenden Querungsmöglichkeiten und einem Busnetz, das nicht wirklich ins Stadtzentrum führt. Die angekündigten Maßnahmen sind ein Anfang, aber die Initiative bleibt zu Recht kritisch. Frankfurt, der Sound der Weltstadt verdient auch im neuen Bockenheimer Quartier eine Anbindung, die diesen Namen verdient!

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