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Rhein-Main-Link: Ortsbeirat Fauerbach fordert Trassenverschiebung um 100 Meter

Der Ortsbeirat Fauerbach fordert beim Rhein-Main-Link eine Trassenverschiebung um mindestens 100 Meter.

Redaktion
·
4. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Strom aus dem Norden – aber bitte woanders lang!

Der Rhein-Main-Link sorgt im Main-Gebiet weiter für heiße Diskussionen. Jetzt meldet sich der Ortsbeirat Fauerbach v. d. H. mit einem klaren Vorschlag zu Wort: Die geplante Erdkabeltrasse soll mindestens 100 Meter weiter nördlich verlaufen als ursprünglich vorgesehen. Das Thema treibt die Menschen im Ort so sehr um, dass die jüngste Ortsbeiratssitzung so gut besucht war wie noch nie – statt der üblichen rund zwölf Zuhörer kamen diesmal 26 Bürgerinnen und Bürger.

Was ist der Rhein-Main-Link überhaupt?

Kurz zur Einordnung: Der Rhein-Main-Link ist eine geplante Nord-Süd-Stromtrasse, die Offshore-Windenergie von der niedersächsischen Küste nach Hessen transportieren soll. Die Erdkabeltrasse wird voraussichtlich rund 600 Kilometer lang. Aktuell befindet sich das Mammutprojekt im Planfeststellungsverfahren – bis Ende 2026 sollen alle Genehmigungsunterlagen bei der Bundesnetzagentur eingereicht sein. Das Verfahren selbst dauert voraussichtlich vier Jahre. Die Inbetriebnahme ist nach vier- bis fünfjähriger Bauzeit für das Jahr 2033 geplant.

Was fordert der Ortsbeirat Fauerbach?

Ortsvorsteher Hans-Martin Bachus (CDU) macht deutlich: „Das Thema köchelt im Ort.“ Der Ortsbeirat hat sich intensiv mit dem Großprojekt beschäftigt, unter anderem in Gesprächen mit Stadtrat Wolfgang Bender und durch eine direkte Anfrage bei der Bundesnetzagentur. Die Antwort der Behörde war laut Bachus „erfreulich konkret“.

Das Ergebnis der Beratungen: ein realistischer Gegenvorschlag zur aktuellen Trassenplanung. Die Alternativroute würde mindestens 100 Meter weiter nördlich verlaufen als die Ursprungslinie – und dabei nur eine Abknickung aufweisen statt der zwei bisher vorgesehenen. An der Anhöhe Kulmond trifft die Alternativtrasse wieder auf die ursprüngliche Planungsgrundlage. Im weiteren Verlauf Richtung Südwesten wird die Leitung auf etwa 700 Metern unterirdisch durchgeführt – unter anderem unter der Landesstraße Fauerbach–Münster hindurch. Das Gelände dort bleibt dabei unverändert.

Ziel des Ortsbeirats ist es, die Stromtrasse weiter von der Bebauungsgrenze in Fauerbach weg und in Richtung Hoch-Weisel zu rücken. Eine Eingabe aus September 2024, die noch unter dem damaligen Ortsvorsteher Ewald Reitz (CDU) erstellt wurde und die Ablehnung der bisherigen Streckenführung festhält, ist weiterhin gültig – sie wird voraussichtlich zum Jahresende im Anhörungsverfahren relevant.

Probebohrungen bereits im Gange

Das Unternehmen Amprion, das den Rhein-Main-Link plant und realisiert, hatte frühzeitig Probebohrungen angekündigt, um den Trassenverlauf genauer beurteilen zu können. In Fauerbach ist bereits ein entsprechend markiertes Rohr in der Landschaft angelegt worden – ein sichtbares Zeichen, dass das Großprojekt längst konkret wird.

Und noch ein Energiethema: Agri-Photovoltaik in der Langen Brach

Neben dem Rhein-Main-Link stand in der Ortsbeiratssitzung noch ein weiteres Energieprojekt auf der Agenda: die geplante Agri-Photovoltaik-Anlage „Lange Brach“. Die Anlage liegt hauptsächlich auf Münsterer Gemarkung, betrifft Fauerbach aber insofern, als die Einspeisung auf dem Gebiet des Stadtteils stattfinden soll. Laut Ortsvorsteher Bachus ist das Thema in Fauerbach „so gut wie kein Thema“.

Auf einer Fläche von rund 9,5 Hektar soll eine Anlage entstehen, bei der Solarmodule so montiert werden, dass eine landwirtschaftliche Nutzung – ob Acker oder Grünland – weiterhin möglich bleibt. Geplant sind vier Megawatt-Peak Leistung in Kombination mit einem Grünstromspeicher. Umgesetzt wird das Projekt vom Unternehmen Arteus Energy aus Karlsruhe. Der Planentwurf liegt noch bis zum 28. August im Rahmen der öffentlichen Beteiligung aus – wer Hinweise einbringen möchte, findet Infos auf der Internetseite der Stadt Butzbach.

Fazit: Die Region redet mit!

Ob Stromtrasse oder Solaranlage – die Energiewende macht auch vor Butzbach und seinen Stadtteilen nicht halt. Gut, dass die Menschen vor Ort genau hinschauen und mitdiskutieren. Der Ortsbeirat Fauerbach zeigt, wie’s geht: konkret, informiert und mit realistischen Alternativen. Jetzt liegt der Ball beim Planfeststellungsverfahren – und wir bleiben für euch dran!

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