Alle sechs Fraktionen des Rosbacher Stadtparlaments fordern die RB 16 im 15-Minuten-Takt – doch die Mehrkosten von bis zu 3 Millionen Euro pro Jahr sind noch…
Gute Nachrichten für Pendler im Main-Gebiet – zumindest was den politischen Willen betrifft: Das Rosbacher Stadtparlament hat sich geschlossen hinter eine Forderung nach dichterem Taktverkehr auf der Regionalbahn 16 (RB 16) gestellt. Alle sechs Fraktionen stimmten für einen gemeinsamen Antrag, der die Kreise Hochtaunus und Wetterau auffordert, beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) einen verbesserten Fahrplan zu bestellen. Das Ziel: ein 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit und ein 30-Minuten-Takt außerhalb davon – auf der Strecke zwischen Friedrichsdorf und Friedberg.
Momentan fahren zwischen 6 und 8 Uhr früh vier Züge von Rosbach nach Friedrichsdorf und drei nach Friedberg – dasselbe gilt mittags zwischen 12 und 14 Uhr. Für viele Pendlerinnen und Pendler schlicht zu wenig. Die Rosbacher Stadtverordneten sehen jetzt die Chance, das zu ändern: In Rodheim wurde ein Ausweichgleis gebaut, das auf der sonst eingleisigen Strecke nötig ist, damit sich gegenläufige Züge begegnen können. Durch dieses neue Gleis sei ein dichter Takt technisch möglich – und damit auch die lang ersehnte Verlängerung der RB 16 nach Bad Homburg. Bisher müssen Fahrgäste in Friedrichsdorf umsteigen, um mit der S5 nach Bad Homburg, Oberursel oder Frankfurt weiterzufahren.
So verlockend die Idee klingt – die Kostenfrage trübt die Euphorie. Erster Stadtrat Hans-Peter Rathjens mahnte bei der Sitzung in der Adolf-Reichwein-Halle zur Vorsicht: „Da werden Erwartungen geweckt, die nicht gleich befriedigt werden können.“ Für einen verdichteten Takt bräuchte man vier Züge statt der aktuell zwei – doppelt so viele wie bisher. Jeder zusätzliche Kilometer Streckenentgelt kostet rund 6 Euro, pro Fahrt kommen weitere 150 Euro für das Ansteuern der Bahnhöfe dazu. Rathjens rechnete vor: „Da kommen Sie pro Jahr auf 2 bis 3 Millionen Euro.“ Und er fragte offen, wer diesen Mehraufwand stemmen soll. Eine Skepsis, die der gesamte Magistrat teilt.
Hinzu kommt ein logistisches Problem: Von Bad Homburg nach Friedberg braucht ein Zug 26 Minuten. Bei einer Umlaufzeit von einer Stunde für Hin- und Rückfahrt blieben dem Zugführer an den Wendepunkten gerade mal vier Minuten – laut Rathjens „extrem knapp“.
Die Bedenken aus dem Magistrat beeindruckten die Stadtverordneten herzlich wenig. „Die Bahn soll sich nun Gedanken über die bessere Nutzung dieser Strecke machen“, sagte Tom Jacob von der SPD. FWG-Mann Christian Lamping brachte es auf den Punkt: „Entscheidend ist, dass wir diesen Beschluss heute auf die Schiene setzen.“ CDU-Mann Jörg Egerter ergänzte: „Es geht darum, etwas zu trommeln für diese Bahnstrecke.“
Die 16,4 Kilometer lange Bahnstrecke hat eine bewegte Geschichte: 1901 ging sie auf Befehl von Kaiser Wilhelm II. in Betrieb – damals sogar mit zwei Gleisen. Heute ist sie eingleisig und hätte im 20. Jahrhundert fast stillgelegt werden. Nach dem Scheitern von Wasserstoffzügen verkehren nun Dieselzüge auf der Strecke, die zuvor in Schleswig-Holstein im Einsatz waren.
Doch es gibt Hoffnung auf eine saubere Zukunft: Die DB InfraGO prüft die Elektrifizierung der RB 16 und schreibt auf ihrer Website, eine Umsetzung bis Ende 2028 anzustreben – in Abstimmung mit dem Land Hessen und dem RMV. Wenn die Strecke elektrifiziert ist, könnten dort zeitweise auch Züge der Main-Weser-Bahn umgeleitet werden, während zwischen Bad Vilbel und Friedberg zusätzliche S-Bahn-Gleise installiert werden.
Das Rosbacher Stadtparlament hat ein starkes Zeichen gesetzt. Ob der Wunsch nach einem 15-Minuten-Takt auf der RB 16 Realität wird, hängt jetzt davon ab, wie sich die Kreise Hochtaunus und Wetterau positionieren – und vor allem, wer am Ende die Millionen-Rechnung bezahlt. Wir halten euch auf dem Laufenden!






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