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Rattenplage in der Römerstadt: Frankfurter Mieter kämpfen gegen ungebetene Untermieter

Rattenplage in der Frankfurter Römerstadt: Mieter finden Kot und angebissene Lebensmittel im Keller. Was steckt dahinter und was unternimmt die ABG?

Redaktion
·
23. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Ratten im Keller – ein Albtraum in der Römerstadt

Ratten huschen durch Gärten, laufen über Wege und kriechen durch Löcher in die Häuser: In der Frankfurter Römerstadt kämpfen immer mehr Anwohner gegen eine handfeste Rattenplage. Was lange wie ein Einzelfall wirkte, entpuppt sich als flächendeckendes Problem in der Ernst-May-Siedlung – und viele Betroffene haben die Tiere bislang nicht einmal gemeldet.

Rita und Werner Mittag sind ein Beispiel, das die ganze Dramatik zeigt. Seit Anfang Juli haben die Mieter in der Straße Im Burgfeld Ratten im Keller ihres Reihenhauses. Schon im vergangenen Herbst tauchten die Tiere dort auf. „Das haben wir in den über 40 Jahren so noch nicht erlebt“, sagen die beiden. Als Einstiegsroute diente ein Loch in der Kellerwand, das nach Bauarbeiten der Mainova offen geblieben war – wochenlang unbemerkt.

Lebensmittel angefressen, Kot im Flur

Was das Ehepaar Mittag in dieser Zeit erlebte, klingt wie ein Horrorfilm im Kleinformat: Lebensmittel wurden angefressen, in Waschküche und Kellerflur fanden sich Kotspuren. Nach einem ersten Befall im Vorjahr entdeckten die Mittags nach Abschluss der damaligen Schädlingsbekämpfung sogar zwei verweste Ratten im Keller. Im Juli wurde das mutmaßliche Einstiegsloch zunächst provisorisch, Ende des Monats dauerhaft verschlossen. Trotzdem zeigte eine Überwachungskamera Anfang August noch immer eine Ratte im Keller – obwohl die Schädlingsbekämpfung zuvor für beendet erklärt worden war.

Die Mittags stehen mit ihrem Problem nicht allein. Bereits Anfang Juli berichteten sie der ABG Frankfurt Holding von Nachbarn aus dem Burgfeld und der Mithrasstraße, die regelmäßig Ratten in ihren Gärten sähen. Gespräche mit weiteren Anwohnern bestätigen: Die Tiere werden in der Siedlung inzwischen regelmäßig gesichtet, teilweise gelangen sie durch vorhandene Öffnungen und Schäden direkt in die Gebäude. Viele Bewohner hatten die Sichtungen schlicht nicht gemeldet – weil ihnen gar nicht bewusst war, dass sie das tun sollten.

ABG nimmt Befall ernst – aber die Wortwahl sorgt für Ärger

Die ABG Frankfurt Holding erklärt auf Anfrage, sie nehme Hinweise auf Schädlingsbefall sehr ernst. Sobald Mieter einen konkreten Befall meldeten, würden notwendige Maßnahmen eingeleitet. Als mögliche Ursache nennt der städtische Wohnungskonzern den Umgang mit Abfällen: Im August seien zerrissene Müllsäcke außerhalb der Tonnen sowie Essensreste und weiterer Unrat an Müllplätzen dokumentiert worden. Auch in Mietergärten hätten Mitarbeiter Kompostplätze mit Obst- und Gemüseabfällen festgestellt.

Für Ärger sorgte allerdings, wie der Mieterservice die Ursache zunächst gegenüber den Mietern formulierte. In einer Nachricht hieß es, die Vermieterin habe „weder die Ratten gezüchtet, noch dort angesiedelt“ – schuld seien vielmehr Bewohner, die „nicht in der Lage“ seien, ihren Unrat ordentlich zu entsorgen. Auf Nachfrage räumte die ABG ein, dass diese Wortwahl nicht ihrem Anspruch entspreche, und kündigte an, den Vorgang intern nachzuverfolgen.

Bemerkenswert: Bei mehreren Rundgängen durch die Straßen der Siedlung fielen dem Journalisten weder schlecht getrennte Mülleimer noch illegale Lebensmittelreste in Kompostanlagen auf.

Bauliche Mängel als Einfallstor

Die ABG bestätigt, dass bei Arbeiten einer beauftragten Fachfirma vor mehr als einem Jahr ein Loch im Keller entstanden sei – und das Unternehmen davon bis vor Kurzem nichts gewusst habe. Nach dem Hinweis sei das Loch geschlossen und nach weiteren möglichen Zugängen gesucht worden. Einen Zusammenhang zwischen dem verstärkten Auftreten der Tiere und Tiefbauarbeiten der Mainova, den viele Anwohner vermuten, sieht die ABG nicht.

Die fast 100 Jahre alte Siedlung wird nach Angaben der ABG seit Jahrzehnten abschnittsweise und unter den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert. Erste Reihenhauszeilen seien bereits energetisch saniert worden, darunter Bereiche An der Ringmauer, Im Heidenfeld, Im Burgfeld und in der Mithrasstraße.

Was tun, wenn ihr Ratten seht?

Wie groß das Rattenproblem in der Römerstadt tatsächlich ist, lässt sich kaum beziffern – nicht jede Sichtung landet in einer Statistik. Klar ist aber: Wer Ratten sieht, sollte das unbedingt melden! Nur so können Schädlingsbekämpfer gezielt handeln und sich das Problem nicht weiter ausbreiten. Bleibt dran, Frankfurt – und haltet die Augen offen. Euer Radio Frankfurt berichtet weiter über alles, was eure Stadt bewegt!

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