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Ratten in der Römerstadt: Bewohner kämpfen gegen ungebetene Gäste

Ratten in Frankfurts Römerstadt: Anwohner kämpfen gegen Befall in Kellern und Gärten. Wie die ABG reagiert und was Mieter jetzt wissen müssen.

Redaktion
·
22. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Ratten auf dem Vormarsch in Frankfurts Römerstadt

Ratten in den Gärten, Kotspuren im Kellerflur und angefressen Lebensmittel – in Frankfurts Römerstadt haben Anwohner zunehmend ein ernstes Problem. Immer mehr Bewohner berichten, in den vergangenen Monaten Ratten gesehen zu haben. Und das Ausmaß dürfte noch größer sein als bislang offiziell bekannt: Viele Sichtungen wurden gar nicht erst gemeldet, weil den Bewohnern schlicht nicht bewusst war, dass sie das hätten tun sollen.

Durch ein Loch in der Wand – direkt ins Reihenhaus

Besonders dramatisch ist die Situation für Rita und Werner Mittag, die in der Straße Im Burgfeld wohnen. Seit Anfang Juli kämpft das Ehepaar gegen Ratten im Keller ihres Reihenhauses – und das nicht zum ersten Mal. Schon im vergangenen Herbst waren die Tiere aufgetaucht. „Das haben wir in den über 40 Jahren so noch nicht erlebt“, sagen die Mieter.

Der Zugang für die Ratten: ein Loch in der Kellerwand, das nach früheren Bauarbeiten der Mainova offen geblieben war. Wochenlang wurden Lebensmittel angefressen, in der Waschküche und im Kellerflur fanden sich Kotspuren. Nach einem ersten Befall im vergangenen Jahr entdeckten die Mittags sogar zwei verweste Ratten im Keller. Das mutmaßliche Einstiegsloch wurde im Juli provisorisch und Ende des Monats dauerhaft verschlossen. Doch eine Überwachungskamera zeigte Anfang August noch immer eine Ratte im Keller – obwohl die Schädlingsbekämpfung zu dem Zeitpunkt bereits für beendet erklärt worden war.

Nicht nur eine Familie betroffen

Die Mittags sind mit ihrem Problem offenbar in bester Gesellschaft. Bereits Anfang Juli berichteten sie der ABG von Nachbarn aus dem Burgfeld und der Mithrasstraße, die regelmäßig Ratten in ihren Gärten sehen. Die vielen aufgestellten Köderboxen in der Siedlung sprechen für sich. Gespräche vor Ort bestätigen: Ratten sind in der Römerstadt inzwischen ein bekanntes Bild – und dringen teilweise durch vorhandene Öffnungen und Schäden in Gebäude ein.

ABG reagiert – und entschuldigt sich für Wortwahl

Die ABG Frankfurt Holding erklärt auf Anfrage, Hinweise auf Schädlingsbefall sehr ernst zu nehmen. Sobald Mieter einen konkreten Befall melden, werden laut einem Sprecher die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Als mögliche Ursache nennt der städtische Wohnungskonzern den Umgang mit Abfällen: Im August seien zerrissene Müllsäcke außerhalb der Tonnen, Essensreste, Windeln und weiterer Unrat an Müllplätzen dokumentiert worden. Auch Kompostplätze mit Obst- und Gemüseabfällen in Mietergärten wurden festgestellt.

Für Ärger sorgte allerdings, wie der Mieterservice das Problem zunächst kommunizierte. In einer Nachricht hieß es, Schuld seien Bewohner, die „nicht in der Lage“ seien, ihren Unrat ordentlich zu entsorgen – und von „illegal“ angelegten Kompostplätzen war die Rede. Auf Nachfrage räumt die ABG ein, dass diese Wortwahl nicht ihrem Anspruch entspreche, und kündigte an, den Vorgang intern nachzuverfolgen.

Was den baulichen Aspekt angeht, bestätigt die ABG: Bei Arbeiten einer beauftragten Fachfirma vor mehr als einem Jahr sei das Kellerloch entstanden – ohne dass das Unternehmen davon wusste. Nach dem Hinweis der Mieter wurde ein Fachbetrieb beauftragt, das Loch zu schließen und nach weiteren möglichen Zugängen zu suchen. Einen Zusammenhang zwischen dem verstärkten Rattenauftreten und Tiefbauarbeiten der Mainova sieht die ABG dagegen nicht.

Siedlung fast 100 Jahre alt – Sanierungen laufen

Der Zustand der fast 100 Jahre alten Ernst-May-Siedlung spielt für die Bewohner eine wichtige Rolle. Die ABG saniert nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten abschnittsweise – unter den strengen Vorgaben des Denkmalschutzes. Priorität haben derzeit unter anderem Fassaden entlang wichtiger Sichtachsen. Erste Reihenhauszeilen wurden bereits energetisch saniert, darunter Bereiche An der Ringmauer, Im Heidenfeld, Im Burgfeld und in der Mithrasstraße.

Wie groß das Rattenproblem in der Römerstadt wirklich ist, lässt sich schwer beziffern. Nicht jede Sichtung landet bislang in einer Statistik – und bei mehreren Rundgängen durch die Straßen fielen dem Redakteur der FNP weder schlecht getrennte Mülleimer noch illegale Lebensmittelreste auf. Fakt ist: Das Thema beschäftigt die Anwohner und verdient mehr Aufmerksamkeit. Wer Ratten sichtet, sollte dies unbedingt melden!

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