Der Hessenpark in Neu-Anspach hat eine nahezu vollständige Sammlung von Otto-Versandkatalogen aus den Jahren 1952 bis 2019 erhalten.
Wer kennt es nicht – der dicke Otto-Katalog, der einmal im Jahr ins Haus flatterte und stundenlang durchgeblättert wurde? Was früher Millionen Haushalte begeistert hat, ist heute ein echtes Zeitdokument. Und genau das hat jetzt ein neues Zuhause gefunden: Das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach hat vergangene Woche eine nahezu vollständige Sammlung von Otto-Versandkatalogen aus den Jahren 1952 bis 2019 erhalten. Ein besonderes Stück Kulturgeschichte mitten im Main-Gebiet!
Hinter der Schenkung steckt Harald Blumenauer, Inhaber von Blumenauer Immobilien. Über mehr als 40 Jahre hat er die Kataloge zusammengetragen – und das aus einem ganz praktischen Grund: Als Immobilienexperte nutzte er die Hefte, um Kunden bei der Einrichtungsberatung zeitgenössische Wohn- und Ausstattungsstandards zu zeigen. Was als professionelles Nachschlagewerk begann, wurde im Laufe der Zeit zu einer außergewöhnlichen Dokumentation des gesellschaftlichen Wandels.
Für Blumenauer war die Entscheidung, die Sammlung abzugeben, eine bewusste: „Immobilien sind stets Spiegel der Gesellschaft. Mit den Katalogen habe ich über viele Jahre hinweg beobachtet, wie sich unsere Wohn- und Lebensbedürfnisse verändert haben. Es freut mich sehr, dass diese Sammlung nun an einem Ort wie dem Hessenpark einen sinnvollen Platz findet.“
Klingt simpel – ist es aber nicht! Die Otto-Kataloge sind weit mehr als alte Verkaufsprospekte. Seite für Seite spiegeln sie wider, wie sich Wohntrends, Design, technische Ausstattung und gesellschaftliche Lebensentwürfe über Jahrzehnte verändert haben. Vom Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre bis in die digitale Ära kurz vor dem Ende des Printkatalogs 2019 – wer diese Hefte durchblättert, hält einen Querschnitt durch die deutsche Nachkriegsgeschichte in den Händen.
Museumsleiter Jens Scheller, Geschäftsführer des Freilichtmuseums Hessenpark, freut sich über den Neuzugang: „Die Otto-Kataloge werden künftig eine wertvolle Grundlage für Forschung und Ausstellungen bilden. Sie unterstützen uns dabei, gesellschaftliche Entwicklungen, Wohnkultur und Lebenswelten der jüngeren Vergangenheit zu erschließen und für unsere Museumsgäste anschaulich zu vermitteln.“
Mit der Übernahme baut der Hessenpark seinen Bestand an zeitgeschichtlichen Quellen gezielt aus. Die Kataloge werden schrittweise erschlossen und in die wissenschaftliche Sammlungsarbeit integriert. Langfristig sollen sie als Grundlage für Forschungsprojekte und neue Ausstellungsformate dienen – rund um den Wandel von Wohnen, Konsum und Alltagsleben seit den 1960er-Jahren. Ein echter Gewinn für alle Geschichtsbegeisterten in der Region!
Ihr wollt mehr über den Hessenpark und seine Sammlungen erfahren? Dann schaut auf der Website des Museums vorbei und plant euren nächsten Ausflug – Geschichte zum Anfassen, direkt vor eurer Haustür. Das ist der Sound der Weltstadt – und ihrer Umgebung!






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