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Neuer Kulturort in Frankfurt: Die Nordvorhalle der Leonhardskirche ist fertig!

Die Nordvorhalle der Frankfurter Leonhardskirche ist nach fast 20 Jahren Restaurierung fertig und öffnet sich als neuer Kulturort.

Redaktion
·
29. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 7 Tagen

Fast 20 Jahre Restaurierung – jetzt öffnet Frankfurts schönste Vorhalle ihre Türen

Frankfurt bekommt einen neuen, ganz besonderen Kulturort – und der hat eine lange Geschichte! Nach fast zwei Jahrzehnten aufwendiger Restaurierung ist die Nordvorhalle der Leonhardskirche endlich fertig. Der langgestreckte, festliche Saal mit dem berühmten spätgotischen „hängenden Gewölbe“ – einer atemberaubend komplizierten Konstruktion des späten Mittelalters – erstrahlt wieder in neuem Glanz. Und das Beste: Er soll ab sofort auch für Konzerte, Lesungen und Vorträge genutzt werden!

Kirchennah, aber nicht liturgisch – der perfekte Kulturraum

Dompfarrer Johannes zu Eltz beschreibt den wiedergewonnenen Raum als „einen Ort auf heiligem Boden, aber noch nicht im Heiligsten, kirchennah, aber nicht liturgisch.“ Klingt abstrakt? Ist es aber nicht! Genau das macht die Nordvorhalle so spannend als Veranstaltungsort. Während in der Kirche selbst kein Sektempfang erlaubt ist, sei das hier vielleicht schon möglich, so zu Eltz. Neben der kulturellen Nutzung erfüllt der Raum auch eine liturgische Funktion – ein Taufbecken und zwei barocke Beichtstühle haben hier ihren Platz gefunden.

Bettina Schmitt, die Leiterin des Dommuseums, schwärmt: „Für mich ist das der schönste Ort dieser Art in Frankfurt.“ Gleichzeitig gibt sie zu: Eine kulturelle Nutzung ist nicht ganz ohne Tücken. Bestuhlung muss extra aufgebaut werden, richtig heizen lässt sich hier kaum – und Toiletten gibt es in der Kirche keine. Trotzdem ist Schmitt überzeugt: Die Mühe ist es wert!

Im September geht’s los – das ist das Programm

Als erstes Arkadenkonzert startet am Sonntag, 6. September, um 17 Uhr die Premiere unter dem Titel „Freundliche Stille“. Mit dabei sind der Countertenor Franz Vitzthum und Markus Flaig am Akkordeon. Das Programm reicht von Motetten der Renaissance über Werke von Purcell, Schubert und Brahms bis zu Francis Poulenc – Musik vom irdischen Frieden und himmlischer Ruh‘.

Am Sonntag, 13. September, um 17 Uhr erwartet euch eine theatralische Lesung mit Musik: „Alles geht durch meine Hand“ – angelehnt an das mittelalterliche Wandbild vom Tod, das bei der Restaurierung in der Heiliggrabkapelle entdeckt wurde. Das Skelett auf der fast comichaften Sprechblase gibt den Ton vor für eine Rezitation des „Ackermanns aus Böhmen“, um 1400 von Johannes von Tepl verfasst. Die Schauspieler Reinhold Behling und Axel Gottschick gestalten die Lesung, musikalisch begleitet von Judith Freise (Barockgeige) und Toshinori Ozaki (Laute). Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung nötig – per Mail an fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de oder telefonisch unter 069/80 08 71 82 93.

Den Abschluss macht das zweite Arkadenkonzert „Bass, Basso, Bassoon“ am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr mit Musik für zwei Fagotte und Orgelbegleitung von Telemann, Vivaldi und Vanhal. Mit dabei sind Henrike Kirsch und Jeremias Weith an den Fagotten sowie Torsten Mann an der Orgel. Der Eintritt ist frei – Spenden sind aber willkommen!

Führungen, Denkmaltag und ein Archivschatz

Wer die restaurierte Vorhalle auf eigene Faust erkunden will: Ab sofort bietet St. Leonhard jeden Sonntag um 14 Uhr eine Führung durch die Kirche und die Nordvorhalle an. Die Teilnahme kostet vier Euro, der Eintritt ins Dommuseum ist inklusive. Im Oktober folgen Spezialführungen zur romanischen, gotischen und barocken Architektur – die genauen Termine stehen noch nicht fest.

Am Tag des offenen Denkmals, dem 13. September, beteiligt sich St. Leonhard mit Rundgängen um 13, 13.30, 14 und 14.30 Uhr. Und am 16. September um 16 Uhr gibt es im Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster eine ganz besondere Führung: Michael Matthäus zeigt dort die originale Stiftungsurkunde Friedrichs II. für St. Leonhard aus dem Jahr 1219. Plätze sind begrenzt – also schnell anmelden über dommuseum-frankfurt.de oder unter Tel. 069/80 08 71 82 93!

Die Leonhardskirche ist übrigens wieder täglich geöffnet: werktags von 15 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Kommt vorbei und lasst euch von diesem einzigartigen Ort begeistern – Frankfurt hat wieder einen Kulturtipp der Extraklasse!

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