Das Gautschen im Freilichtmuseum Hessenpark: Am 16. August werden Druckergesellen nach jahrhundertealter Tradition in die Gilde Gutenbergs aufgenommen – nass…
Stellt euch vor: Ihr habt gerade eure Ausbildung abgeschlossen – und als Belohnung drückt euch jemand auf einen nassen Schwamm und taucht euch anschließend in einem Bottich unter. Klingt nach einem schlechten Scherz? Ist es aber nicht! Das ist das Gautschen – eine jahrhundertealte Tradition der Druckbranche, die gerade bei uns in der Region gefeiert wird. Und das Beste: Im Freilichtmuseum Hessenpark kann man dabei live zuschauen!
Das Gautschen ist kein gewöhnlicher Spaß – es ist ein feierlicher Taufakt. Mit ihm werden Buchdrucker und Schriftsetzer, heute unter dem Namen Mediengestalter bekannt, nach Abschluss ihrer Ausbildung offiziell in die sogenannte Gilde Gutenbergs aufgenommen. Symbolisch sollen dabei die „Sünden“ der Lehrzeit abgewaschen werden. Passender könnte die Metapher kaum sein!
Der Begriff „Gautschen“ stammt übrigens ursprünglich aus der Papierherstellung, wo er das Entwässern und Pressen von Fasern beschreibt. In der Druckbranche steht er hingegen für diesen einzigartigen Aufnahmeritus in die Berufsgemeinschaft – und der hat es buchstäblich in sich.
Am Sonntag, dem 16. August, ist es im Hessenpark ab 14.30 Uhr so weit. Auf dem Marktplatz des Freilichtmuseums müssen sich die sogenannten Kornutinnen und Kornuten – das sind die frisch ausgerlernten Azubis – dem Ritual unterziehen. Die Zeremonieablauf ist dabei klar geregelt:
Für die Durchführung der Zeremonie sind Gautschmeister Hans Kempgen, Schwammhalter Eduard Seibert sowie die Packer Joachim Baatsch und Andreas Zeisler zuständig. Die Kornutinnen und Kornuten kommen aus verschiedenen Ausbildungsbetrieben der näheren Umgebung – ein echtes regionales Event also!
Das Gautschen im Hessenpark ist eine dieser Veranstaltungen, die man so schnell nicht vergisst – weder als Teilnehmer noch als Zuschauer. Es ist ein lebendiges Stück Handwerksgeschichte, das zeigt, wie lebendig alte Traditionen noch heute sein können. Die Veranstaltung dauert bis 16 Uhr, also habt ihr genug Zeit, vorbeizuschauen, zuzuschauen und vielleicht selbst ein bisschen nass zu werden.
Also: Schnappt euch eure Familien, Freunde oder einfach eure Neugier und macht einen Ausflug ins Usinger Land. Der Sound der Weltstadt Frankfurt mag weit weg sein – aber solche Momente erdet man genau dort, wo Handwerk und Geschichte aufeinandertreffen. Jetzt reinhören bei Radio Frankfurt – und danach ab in den Hessenpark!






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