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Minus Meier aus Frankfurt: Erst das siebte Lied handelt von der Liebe – davor kommen Sucht und Tod

Minus Meier aus Frankfurt begeistern bei „No Cover

Redaktion
·
29. August 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Frankfurter Band begeistert bei „No Cover“ in Stockheim

Liebe auf den ersten Blick? Nicht bei Minus Meier! Die Frankfurter Band hat beim Konzert der Reihe „No Cover“ in der Stockheimer Kulturhalle gezeigt, dass echter Mut zur Eigenständigkeit bedeutet, die ausgetretenen Pfade des Musikbusiness einfach zu ignorieren. Von insgesamt 14 gespielten Songs – inklusive Zugabe – war erst der siebte ein Liebeslied. Klingt ungewöhnlich? Ist es auch. Und genau das macht Minus Meier so besonders!

Wer steckt hinter Minus Meier?

Die Band besteht aus Sebastian Sell (Gesang, Bass, Gitarre), Jörg Breuer (Gitarre, Bass, Gesang), Markus Göbel (Schlagzeug) und Rainer Mielke (Keyboard). Den Namen haben sie übrigens einem nicht näher bekannten Kumpel namens Meier zu verdanken – und mit ihm allem Bieder-Bürgerlichen den Rücken gekehrt. Das Ergebnis: vollkommen befreite Musik zwischen Pop-Rock, Independent und Liedermachertum.

„Uns gibt es seit 2015. Erste Nummern entstanden aber bereits 2005 in dem Bemühen, auf Deutsch sehr persönliche Inhalte rüberzubringen, die unser Publikum versteht“, erklärte Leadsänger Sebastian Sell zwischen zwei Songs. Auf Deutsch zu singen ist dabei gar nicht so selbstverständlich, wie es klingt: „Dabei ist es gar nicht so einfach, die deutsche Sprache in eingängige Reime und Melodien zu packen. Wir tun es dennoch, weil wir denken: Ihr wollt nicht zum 800. Mal den ‚Summer of 69′ hören, sondern habt definitiv etwas Frisches verdient.“

Sucht, Tod, Sinn – und dann erst die Liebe

Was Minus Meier von anderen Bands unterscheidet, ist ihre thematische Tiefe. Statt Lovesongs am Fließband gibt es ehrliche, manchmal erschütternde Texte über das echte Leben. Mit „Geheime, heile Welt“ thematisiert die Band nächtliche Süchte, mit „Körperlos“ den Traum von grenzenloser Leichtigkeit. Songs wie „Urlaub von mir selbst“, „Gut so“ und das bewusst brutal gehaltene Stück „Gemein sein“ beschreiben – mal liebevoll, mal bissig und ironisch – die Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens.

Besonders bewegend: „Herz aus Porzellan“, das Sebastian Sell seinem ersten Sohn gewidmet hat – einem zarten Frühchen mit angeborenem Herzfehler. Der Text birgt das kranke Babyherz schützend in dem des Vaters. Gänsehaut garantiert.

Das älteste Stück des Abends war „Manchmal“ aus dem Jahr 2005. Mit der Zeile „Irgendwie ist manchmal meistens irgendwann“ trägt es leicht dadaistische Züge – und stellt zugleich poetisch die ewige menschliche Frage nach Sein und Vergänglichkeit. Dazu kam noch eine Besonderheit: In Abstimmung mit der Familie hat Minus Meier ein Gedicht von Hermann Hesse aus dem Jahr 1905 vertont. „Im Nebel“ zeigt in Klang und magischen Video-Bildern die Einsamkeit des Menschen – damals wie heute.

Das erste Liebeslied – und eine fast-Premiere

Das erste Liebeslied des Abends, „Muss das so sein“, erzählt von der Überraschung, die ein einziger Kuss auslöst, wenn er die eigene Welt aus den Angeln hebt. Das Stück „Ohne Fehler“ feierte dabei nahezu Premiere – es wurde erst zum zweiten Mal überhaupt auf einer öffentlichen Bühne gespielt.

Den Abschluss bildete die hymnentaugliche Ode „Schlaf ein“ an die Heimatstadt Frankfurt – mit all ihren Makeln, dem Lärm, dem Gestank und den grellen Lichtern. Und trotzdem: „Trotzdem will ich hier leben, will ich hier sein – du große Stadt am Main.“ Mehr Frankfurt geht kaum!

Die Konzertreihe „No Cover“ – Bühne für echte Originale

Minus Meier war spontan für eine andere Band eingesprungen und hat die Konzertreihe „No Cover“ nach dem Sommer fortgesetzt. Das Format, das die Kulturhalle Stockheim gemeinsam mit dem Kreis-Anzeiger seit Anfang des Jahres etabliert hat, steht für Originalität jenseits des Mainstreams. Die Konzerte dauern jeweils 60 Minuten und finden immer am letzten Mittwoch im Monat statt. Der Eintritt kostet 9,50 Euro im Vorverkauf und 10 Euro an der Abendkasse. Tickets gibt es unter www.kulturhalle-stockheim.de oder an der Abendkasse.

Kulturhallen-Betreiber Harald Steinke bringt es auf den Punkt: „Vom Musiker für Musiker.“ Wer also echte Musik abseits des Mainstreams erleben will – hier ist die richtige Adresse!

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