Beim Museumsuferfest 2026 in Frankfurt lockt das Bibelmuseum Kinder mit Minecraft und VR-Brillen. Was sonst noch geboten war, erfährst du hier.
Am Samstagmorgen noch gähnende Leere auf den Bierzeltgarnituren am nördlichen Mainufer – doch das täuscht! Das Museumsuferfest 2026 in Frankfurt war wieder ein echtes Highlight für die ganze Stadt. Familien, Kinder, Kulturbegeisterte: Alle zog es raus ans Main-Gebiet, um die Museen auf eine ganz besondere Art zu erleben. Und ein Museum stach dabei besonders heraus: das Bibelmuseum in Sachsenhausen.
Im schummrigen Licht, direkt neben einer großen Holz-Arche, stehen zehn Laptops auf einem langen Tisch – und alle Plätze sind besetzt. Kinder und Jugendliche sitzen auf den Holzbänken und spielen konzentriert „Minecraft“. Kaum wird ein Platz frei, ist er sofort wieder belegt. Das Konzept? Simpel, aber genial: Statt trockener Bibellektüre baut ihr hier Noahs Arche digital nach.
Verantwortlich dafür ist Thomas Götzelmann vom „Bibellabor“ aus Berlin, der extra für das Event angereist ist. „Minecraft ist wie Lego, nur digital“, erklärt er – und bezeichnet es als „meistverkauftes Computerspiel der Welt“. Die Spezifikationen für das Schiffbau-Szenario hat sein Team selbst programmiert. Laut Sven Lichtenecker, im Bibelmuseum zuständig für Bildung und Vermittlung, ist es das allererste Mal, dass das Museum Minecraft einsetzt. Digital ist das Bibelmuseum aber schon länger unterwegs – etwa mit VR-Brillen zum Thema „Reise des Paulus“.
Auch wenn die Schafe, die Noah auf seine Arche führt, genauso mehreckig sind wie die Köpfe der Menschen – es macht einfach Spaß! Die kindgerecht erzählte Geschichte durch die VR-Brille zu erleben und dabei quasi im selben Boot zu sitzen, begeistert Jung und Alt. Passend dazu läuft im Bibelmuseum noch bis zum 1. November eine Ausstellung mit Münzen aus aller Welt vor 2000 Jahren. Die Kinder sind jedenfalls voll dabei – und das zeigt: Kultur muss nicht langweilig sein!
Das Bibelmuseum war aber nicht das einzige Highlight beim Museumsuferfest 2026. Im Jungen Museum etwa hämmert der neunjährige Ben auf Kupferdraht ein – mitten in der Ausstellung „Damals 1410″, die Medienkompetenz spielerisch vermittelt. Mit einer persönlichen Spielkarte loggen sich die Besucher:innen an 25 Stationen ein und lernen dabei alles über Datenschutz, Fake News, Spam und In-App-Käufe – verpackt in eine Reise ins mittelalterliche Dorf des Jahres 1410.
Im Garten des Archäologischen Museums zündete Bibliothekarin Andrea Giar derweil eine Feuerschale an und kochte als keltische Köchin den vegetarischen Eintopf „Ritschert“ – mit Hirse, Schalgerste, dicken Bohnen und Steinsalz. Streichhölzer statt Feuerstein, klar – „das dauert sonst zu lange“, gibt sie schmunzelnd zu.
Wer’s eher klassisch mag: Vor dem Geldmuseum der Deutschen Bank bildeten sich schon am Vormittag lange Schlangen am Glücksrad. Gutscheine, Sparschweine und sogar eine Euro-Goldmünze lockten die Besucher:innen. „Das ist jedes Jahr so“, sagt eine Mitarbeiterin – und meint damit den Ansturm.
Außerdem im Programm: das Quiz „Welcher Märchencharakter bist du?“ im Romantikmuseum, Kurzfilme für Menschen ab drei Jahren im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum sowie der Workshop „Offene Funkstation“ im Museum für Kommunikation.
Das Museumsuferfest 2026 zeigt einmal mehr, warum Frankfurt eine echte Weltstadt der Kultur ist. Ob Minecraft, Mittelalter oder keltisches Kochen – hier ist für jeden etwas dabei. Besonders schön: Museen wie das Bibelmuseum beweisen, dass Tradition und Digitalisierung kein Widerspruch sind. Jetzt reinhören und informiert bleiben – Radio Frankfurt, der Sound der Weltstadt!






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