
Seit 30 Jahren baut Nik Huber in Nieder-Roden Gitarren für Bands wie Scorpions und Foo Fighters.
Stell dir vor, du wächst in einer Familie auf, in der drei Generationen vor dir schon Schreiner waren – und du landest trotzdem auf den größten Bühnen der Welt. Genau das ist die Geschichte von Nik Huber. An der Benzstraße in Nieder-Roden, mitten in Rodgau, entstehen seit 30 Jahren Gitarren, die Bands wie Metallica, Foo Fighters und Scorpions zum Klingen bringen. Der Sound der Weltstadt kommt manchmal eben aus dem Umland!
„Mein Uropa, mein Opa und mein Vater waren Schreiner. Ich bin also genetisch und staubmäßig vorbelastet“, sagt Nik Huber selbst mit einem Augenzwinkern. Diese Holzliebe hat er früh verinnerlicht – und kombiniert mit seiner Leidenschaft für die Gitarre, die er mit neun oder zehn Jahren erstmals in die Hand nahm. Vorbilder wie AC/DC und die Beatles machten das Klavier schnell uninteressant. Rockstar wollte er werden. Geworden ist er etwas noch Cooleres: der Mann, der die Gitarren der Rockstars baut.
Der Weg dorthin führte über eine Gitarrenbauschulen auf der spanischen Insel Formentera. Für den damals 24-jährigen Schreiner war das „eine echte Traumpackung“ – und der Startschuss für alles, was folgte. Nur drei Jahre später, 1996, gründete er „Nik Huber Guitars“. Mit Auftritten auf der Musikmesse Frankfurt und der Namm-Show in Kalifornien machte er sich schnell international einen Namen – ganz ohne klassische Ausbildung zum Zupfinstrumentenmacher.
Heute surren in der Manufaktur die Maschinen, klopfen Werkzeuge im Rhythmus, und 16 bis 17 Mitarbeiter sind im Einsatz. Rund 70 bis 80 Gitarren sind gerade gleichzeitig in Arbeit. Aus Ahorn, Mahagoni und Palisander entstehen Instrumente, bei denen jedes Detail zählt – von der natürlichen Holzmaserung als Teil des Designs bis hin zur ausgeklügelten Bienenwabenstruktur im Inneren, die das Gewicht reduziert und für eine besondere Resonanz sorgt. „Das ist eine Wir-Firma, keine Ich-Firma“, betont Huber. Das gemeinsame Ziel: kompromisslos die bestmöglichen Gitarren bauen.
Wer zu den Kunden zählt, macht auch Extrawünsche möglich. Gerade sind zwölf limitierte Modelle für Scorpions-Sänger Klaus Meine in Produktion – jedes Stück für rund 14.000 Euro. Ein präzise eingelegter Perlmutt-Schriftzug am Hals, viele Arbeitsstunden, viel Herzblut. Huber nennt sie „Sisyphus-Gitarren“ – und am Ende zählt nur eines: „Klaus war begeistert.“ Dass Weltstars mit den eigenen Instrumenten auf der Bühne stehen, schadet dem Geschäft natürlich nicht. Auch Musiker wie Max Grund und Patrick Riedle, die normalerweise mit Apache und Ayliva unterwegs sind, schauen in der Rodgauer Manufaktur vorbei.
Hätte er auf Formentera bleiben oder in den USA arbeiten können? Klar. Aber Huber hat sich bewusst für seine Heimatstadt Rodgau entschieden. „Es hat mich einfach gefuchst, das hier selbst zu machen“, sagt er. Als Freigeist wäre ein Angestelltenverhältnis sowieso nichts gewesen.
Am Samstag, dem 22. August, steigt die große Geburtstagsparty direkt vor der Manufaktur an der Benzstraße 3a in Nieder-Roden. Auf der Bühne stehen Musiker wie Joey Jones, Max Grund und das Jazz-Duo Blair/Huber. Aus Australien reist eigens Gitarrist Adam Miller an. Jeder angemeldete Gast bekommt ein Tombola-Los – der Hauptpreis ist eine „Dolphin-Special-Guitar“. Im Gegenzug wird um eine Spende für das Kinderhospiz gebeten. Für das Leibliche Wohl sorgen die Foodtrucks „Waffelprinzessin“ und „Pinos Italianfood“ sowie zwei Getränkewagen.
Spontane Besucher sind willkommen, für eine bessere Planung wird aber um Anmeldung gebeten – online unter nikhuber-guitars.com. Nach dem Jubiläum steht schon die nächste Marke im Blick: Bald können bei „Nik Huber Guitars“ 6.000 gebaute Gitarren gefeiert werden. Das beste Programm im Main-Gebiet hat eben auch die besten Nachbarn!






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