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Kirche bestohlen, Gräber geschändet: Kupferdiebe treiben in Frankfurt ihr Unwesen

Kupferdiebe treiben in Frankfurt ihr Unwesen: Kirchen, Friedhöfe und Bahnstrecken sind betroffen.

Redaktion
·
4. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Dreiste Diebstähle in Frankfurts Süden

Es läuft einem wirklich kalt den Rücken runter: In Frankfurt häufen sich seit Anfang Juni Buntmetalldiebstähle – und die Täter schrecken dabei vor nichts zurück. Nicht mal vor Kirchen oder Friedhöfen. Die Frankfurter Polizei hat deshalb eine offizielle Warnmeldung herausgegeben und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Besonders betroffen: die südlichen Stadtteile.

Was ist bisher passiert?

Die Liste der Vorfälle ist erschreckend lang. An der Mauritiuskirche im Frankfurter Stadtteil Schwanheim haben Unbekannte ganze 25 Meter Kupferfallrohr abmontiert und gestohlen. Eiskalt, mitten in der Stadt. Auf dem Friedhof in Sindlingen wurden rund zwei Dutzend Gräber beschädigt – Täter entfernten metallhaltigen Schmuck aus Laternen, Schalen und Vasen. Und an einem leerstehenden Gebäude in Niederrad versuchten zwei Männer, mehr als 100 Kilo Kupferkabel und -rohre zu entwenden.

Noch dreister war ein Fall am Bahnhof Groß-Karben Anfang Juli: Dort hatten drei Männer auf einer Baustelle bereits 120 Meter Kupferkabel in einen Transporter verladen – den reinen Materialwert bezifferte die Bundespolizei auf rund 11.800 Euro. Nur das rechtzeitige Eingreifen der Bundespolizei verhinderte den Diebstahl.

Warum ist Kupfer so begehrt?

Ganz einfach: Kupfer ist gerade extrem viel wert. Der Altmetallhandel zahlt derzeit etwa acht Euro pro Kilo. Wer also ein paar Meter Kupferrohr oder -kabel stiehlt, kommt schnell auf eine stattliche Summe. Der Grund für den hohen Preis liegt in der massiven Nachfrage: Ob beim Bau von Stromnetzen, Windrädern, Solaranlagen, E-Autos oder in Rechenzentren – überall wird Kupfer gebraucht. Das Angebot kann mit der Nachfrage kaum mithalten.

Buntmetalle wie Kupfer, Zinn, Zink, Blei sowie Legierungen wie Messing oder Bronze rosten nicht, haben eine hohe Leitfähigkeit und lassen sich leicht verarbeiten. Das macht sie für Diebe besonders attraktiv.

Deutsche Bahn besonders im Visier

Auch die Deutsche Bahn ist regelmäßig von solchen Diebstählen betroffen. Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit 617 Fälle registriert – das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Der materielle Schaden belief sich dabei auf rund sieben Millionen Euro. Dazu kommen Zugausfälle und Verspätungen, wenn die Leit- und Sicherungstechnik durch fehlende Kabel gestört wird.

Die Bahn reagiert: Speziell geschulte Sicherheitskräfte sind nachts mit Nachtsichtgeräten, Wärmebildkameras und Drohnen unterwegs. Außerdem werden Buntmetalle mit Farbmarkierungen versehen, die sich zurückverfolgen lassen, und der Metallhandel wird für mögliche Diebstähle sensibilisiert.

Organisierte Banden oder Einzeltäter?

Die Polizei Frankfurt geht davon aus, dass es beide Tätertypen gibt. Ein Sprecher erklärt: „Aufgrund des unterschiedlichen Umfangs von Diebesgut und Vorgehensweise gehen wir davon aus, dass es sowohl den Gelegenheitstäter als auch organisierte Gruppen gibt.“ Die Ermittlungsarbeit ist dabei oft schwierig – die meisten Diebstähle werden erst im Nachhinein bemerkt, ohne konkrete zeitliche Eingrenzung.

Ein Beispiel: Nachts wurden drei Personen mit einem Fahrradanhänger und einem gebrauchten Kupferfallrohr ertappt, die die Herkunft nicht erklären konnten. Einen Diebstahl nachzuweisen war trotzdem schwierig, weil keine Zuordnung möglich war.

So kannst du helfen!

Die Polizei Frankfurt ist auf eure Augen und Ohren angewiesen! Wer in den späten Abendstunden oder nachts verdächtige Beobachtungen macht – besonders in den südlichen Stadtteilen –, soll sich bitte umgehend melden. Jeder Hinweis kann helfen, die Täter zu schnappen und weitere Schäden zu verhindern. Meldet euch bei der Polizei Frankfurt, bevor die nächste Kirche oder der nächste Friedhof zur Zielscheibe wird!

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