
KI-Songs fluten täglich die Streamingplattformen – echte Artists kämpfen dagegen an. Die Konzertreihe Unreleased macht im November in Frankfurt Station.
Stell dir vor: Während du tagelang an einem Beat tüftelst, Texte schreibst, aufnimmst und ein Musikvideo produzierst, wirft eine KI in derselben Zeit ein komplettes Album raus. Genau das ist die Realität, mit der echte Artists heute konfrontiert sind. Allein auf Deezer landen täglich 90.000 KI-generierte Songs – und 97 Prozent der Menschen können KI-Musik nicht mehr von menschengemachter Musik unterscheiden. Das sind keine Zukunftsszenarien, das passiert gerade jetzt.
Federico Battaglia, Co-Gründer der Hip-Hop-Konzertreihe Unreleased, bringt es auf den Punkt: „KI-Musik schafft einen komplett ungleichen Wettbewerb.“ Und er muss es wissen – seit über drei Jahren veranstaltet er mit Unreleased Live-Shows mit Künstlern, die vorher nicht angekündigt werden. In dieser Zeit hat er hautnah miterlebt, wie sich das Musikbusiness verändert.
Unreleased hat deshalb die Kampagne „Support Real Artists“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Bewusstsein schaffen – bei Plattformen, Streamingdiensten und vor allem bei den Hörerinnen und Hörern. Battaglia macht dabei einen wichtigen Unterschied: KI als Werkzeug für Artists ist eine Sache. Komplett erfundene KI-Artists, die unmarkiert auf Streamingplattformen landen, sind eine andere.
„Aus unserer Perspektiva ist das ein kapitalistisches System, das nur darauf ausgerichtet ist, Profit zu machen“, sagt Battaglia. Das Ergebnis: 71 Prozent der befragten Artists haben laut einer Recherche des Kickdrum Magazins Angst, ihren Lebensunterhalt wegen KI-Musik künftig nicht mehr bestreiten zu können. Besonders hart trifft es Artists, die gerade erst durchstarten wollen – sie haben noch keine etablierte Fanbase, die sie trägt.
Was muss sich konkret ändern? Battaglia hat drei klare Forderungen:
Neben der Kampagne läuft das Kerngeschäft von Unreleased weiter – und kommt im November nach Frankfurt! Das Konzept ist so simpel wie genial: Mindestens zehn Artists treten mit unveröffentlichten Songs auf, die Künstler werden vorher nicht bekannt gegeben, und Handys sind während der Show verboten. Das klingt radikal? Ist es auch – und genau das macht es besonders.
„Es entsteht eine sehr besondere Atmosphäre. Man merkt, dass die Leute offen für neue Musik sind“, erzählt Battaglia. Wer kommt, kommt nicht wegen eines bestimmten Namens auf dem Plakat – wer kommt, ist offen für alles. Und genau das sorgt für Momente, die man so schnell nicht vergisst: ein Comeback, ein persönlicher Song, ein Artist, der nach langer Pause wieder auf der Bühne steht.
Für die Frankfurt-Show plant Unreleased rund drei größere lokale Artists, die man in der Stadt kennt, und dazu sieben aufstrebende Talente mit großem Potenzial. Der letzte Frankfurt-Termin war bereits ausverkauft – also seid schnell!
Das Unreleased-Konzert in Frankfurt steigt am 4. November in der Batschkapp, Einlass ab 19 Uhr. Tickets gibt es ab 36,15 Euro – und angesichts des einzigartigen Formats ist das mehr als fair. Holt euch euer Ticket, bevor es zu spät ist – und erlebt Musik so, wie sie sein soll: live, echt und ohne Handy-Bildschirm vor der Nase.






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