Martin Lejeune bringt „Mangelsdorff Revisited
Frankfurt und Jazz – das gehört zusammen wie der Main und die Skyline. Und genau dieses Erbe wird am 20. August 2026 im Palmengarten lebendig: Martin Lejeune bringt sein Programm „Mangelsdorff Revisited“ zur Uraufführung – und zwar dort, wo Albert Mangelsdorff selbst schon unzählige große Momente gefeiert hat. Klingt nach einem Abend, den ihr nicht verpassen solltet!
Lejeune hat das Programm im Rahmen seines Frankfurter Jazz-Stipendiums 2025 erarbeitet und komponiert. Der Impuls kam dabei von zwei Seiten: Das Amt für Wissenschaft und Kunst hatte anlässlich Mangelsdorffs 25. Todestags ein Konzept zur Neudeutung seines Nachlasses ausgeschrieben. Gleichzeitig war es für Lejeune ein ganz persönliches Anliegen – bereits 2006 hatte er im Auftrag der Frankfurter Jazz Initiative Mangelsdorffs Musik für ein großes Ensemble eingerichtet. Diesmal wollte er weitergehen.
„Nicht nur seine Musik spielen, sondern auch seine Haltung, seine Experimentierfreude und seine Rolle als Brückenbauer zwischen Tradition und Avantgarde erforschen“ – so beschreibt Lejeune seinen Ansatz. Unterstützt wird das Projekt von der Jazz Initiative Frankfurt in Kooperation mit der Polytechnischen Gesellschaft und dem Palmengarten Frankfurt.
Für „Mangelsdorff Revisited“ hat sich Lejeune auf drei Ebenen dem Thema genähert: Er hat Aufnahmen und Kompositionen studiert, im Stadtarchiv geforscht – darunter private Tonbandaufnahmen, Fotos, Korrespondenzen, Terminkalender und unveröffentlichte Notenhandschriften – und sich die entscheidende Frage gestellt: Wie würde Mangelsdorff heute klingen?
Das Ergebnis ist ein Konzert, das weit über eine bloße Retrospektive hinausgeht. Elektronische Elemente verbinden sich mit theatralischen Mitteln: Gesprochenes Wort wurde vertont – Dank gilt dabei „wenig theater“ mit Regina Wenig, Saskia Taeger und Uli Höhmann – und visuelle Projektionen von Jonas Lohse versetzen das Publikum stimmungsmäßig in die 60er und 70er Jahre.
Eine Frage dürfte viele Jazz-Fans beschäftigen: Warum gibt es keine Posaune im Ensemble, obwohl Mangelsdorff doch als Posaunen-Pionier gilt? Lejeunes Antwort ist klar und respektvoll: Mangelsdorffs Posaunenspiel war einzigartig – es einfach zu „ersetzen“, wäre vermessen. Stattdessen wird sein Einfluss auf andere Instrumente und Klänge gelenkt. Das Ensemble vereint Bläser, die seine melodische Freiheit aufgreifen, eine Rhythmussektion, die seinen Swing transportiert, und elektronische Elemente, die seine Experimentierfreude aufnehmen.
Das Ziel: Mangelsdorffs Musik nicht kopieren, sondern weiterdenken. Für Lejeune ist der Auftritt auf der Originalbühne des Palmengartens dabei mehr als nur ein Konzert – er beschreibt es als eine spirituelle Sache.
Frankfurt hat eine beeindruckende Jazztradition – und Abende wie dieser zeigen, warum. „Mangelsdorff Revisited“ verspricht kein Museum, sondern ein lebendiges, zukunftsweisendes Konzerterlebnis. Wer den Sound der Weltstadt in seiner ganzen Tiefe erleben will, sollte sich den 20. August im Kalender markieren. Wir sehen uns im Palmengarten!

„Die unsichtbare Stadt



„Die unsichtbare Stadt


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