Hund Spike wartet seit anderthalb Jahren im Tierheim Dreieich auf ein Zuhause. Auch Katze Bertha hofft auf eine neue Familie – alle Infos zur Adoption hier.
Stellt euch vor, ihr wartet anderthalb Jahre auf jemanden, der einfach die Tür aufmacht und sagt: „Du kommst mit mir.“ Genau das erlebt Spike gerade im Tierheim Dreieich. Der American-Staffordshire-Terrier-Mischlings-Rüde sitzt schon seit gut anderthalb Jahren dort – und sucht dringend ein neues Zuhause. Wer Spike begegnet, merkt sofort: Streicheleinheiten nimmt er sehr, sehr gerne! Und an der Leine läuft er entspannt. Klingt doch eigentlich perfekt, oder?
Das Problem ist bekannt: Als American Staffordshire Terrier gehört Spike in Hessen zu den sogenannten Listenhunden. Wer ihn aufnehmen möchte, muss bestimmte Auflagen erfüllen. Dazu kommt, dass Spike andere Hunde nicht mag – er wird deshalb draußen mit Maulkorb geführt und ausschließlich als „Einzelprinz“ vermittelt. Der Rüde wird sieben Jahre alt, hat also noch viele schöne Jahre vor sich. Und in Dreieich gibt es sogar einen echten Bonus: Tiere, die aus dem Tierheim vermittelt werden, sind von der Hundesteuer befreit – das gilt auch für Listenhunde!
Nicht nur Spike hofft auf ein neues Zuhause. Auch Katze Bertha wartet seit über einem Jahr im Tierheim Dreieich. Die schneeweiße Maine-Coon-Mix-Katze wurde im Juli 2023 geboren, ist verspielt, aufgeweckt und liebt die Nähe zum Menschen. Kaum öffnet sich die Tür zu ihrem Zimmer, springt sie ihrer Betreuerin Zoe Liederbach schon auf die Schulter. Ein kleiner Wermutstropfen: Bertha ist taub. Sie soll als Wohnungskatze vermittelt werden – am besten mit gesichertem Balkon oder einem Garten zum Freigang. Wer ihr das bieten kann, macht einer ganz besonderen Katze eine riesengroße Freude!
Bertha und Spike sind nur zwei von vielen Tieren, für die das Tierheim Dreieich ein neues Zuhause sucht. Rund 25 bis 30 Hunde warten dort aktuell auf Vermittlung – viele mit einer Vorgeschichte, viele brauchen erfahrene Halter. Tierheimleiter Michael Krause bringt es auf den Punkt: „Unser Problem ist nicht, dass so viele Tiere kommen, sondern dass wir die Hunde, die wir haben, nur schwer vermitteln.“
Bei den Katzen sieht es beweglicher aus: Rund 150 bis 170 von ihnen durchlaufen das Tierheim jährlich. Trotzdem musste das Tierheim in den vergangenen Sommern Aufnahmestopps verhängen – weil nur aufgenommen werden kann, was tierschutzgerecht untergebracht werden kann.
Aktuell saniert das Tierheim Dreieich sein Dach für rund 600.000 Euro, dazu kommen 45.000 Euro für neue Fenster. Das hilft dem Gebäude – löst aber nicht das grundlegende Finanzproblem. Acht Städte und Gemeinden sind dem Tierheim angeschlossen und zahlen rund einen Euro pro Einwohner. Das reicht bei weitem nicht. Ein Beispiel macht das deutlich: Zwölf sichergestellte Hunde aus einer Kommune verursachten Kosten von 70.000 bis 80.000 Euro – der gesamte Jahresbeitrag dieser Stadt liegt bei rund 42.000 Euro.
SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Geis, die als Tierschutzsprecherin ihrer Fraktion gerade auf Sommertour durch hessische Tierheime ist, hat sich die Lage in Dreieich selbst angeschaut. Und Michael Krause hat eine klare Forderung: Ein neues Finanzierungskonzept muss her. Spenden und Ehrenamt sind wichtig – aber sie können laut Krause nicht dauerhaft ersetzen, was für den regulären Betrieb gebraucht wird. Das Ziel: eine Grundfinanzierung, die die tatsächlichen Kosten wirklich abdeckt.
Ihr lebt im Rhein-Main-Gebiet und habt Platz, Herz und vielleicht sogar Erfahrung mit besonderen Hunden? Dann könnte Spike auf euch gewartet haben. Oder ihr sucht eine verschmuste Wohnungskatze mit ganz eigenem Charme? Dann ist Bertha eure Kandidatin. Das Tierheim Dreieich freut sich über jede Anfrage – und jede Adoption bedeutet nicht nur für das Tier, sondern auch für das Tierheim eine echte Entlastung. Gebt Spike und Bertha eine Chance – der Sound der Weltstadt braucht auch Herzen für die Schwächsten!






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