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Höchster Manti-Manufaktur droht das Aus: Umzug kostet die Zulassung

Recep Taser produziert in Höchst türkische Manti – doch sein Vermieter braucht die Räume selbst. Ein Umzug kostet ihm die behördliche Zulassung.

Redaktion
·
7. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Wochen

Ein Frankfurter Traum in Gefahr

Wer glaubt, türkische Küche bedeutet nur Döner, der hat Recep Taser noch nicht kennengelernt. Der 56-Jährige produziert seit rund zweieinhalb Jahren in der Kurmainzer Straße 45 in Höchst handgemachte Manti – kleine, mit gewürztem Rinder- oder Lammhackfleisch gefüllte Teigtaschen, die nach der Herstellung schockgefrostet, verpackt und rückverfolgbar gekennzeichnet werden. Dazu kommen Nudeln und mit Kartoffeln gefüllte Hingel. Ein echter Familienbetrieb, geführt mit Herzblut – und jetzt massiv unter Druck.

Rauswurf wegen Eigenbedarfs

Der neue Eigentümer des Gebäudes, der Afghanische Kulturverein, hat Eigenbedarf angemeldet. Laut Taser soll dort eine Moschee eingerichtet werden. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht: Anfragen beim Verein blieben unbeantwortet, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten hat nach eigener Aussage keinen Kontakt zum Verein – und bei der Bauaufsicht liegt weder ein Bauantrag noch ein Beratungsvorgang vor. Amtsleiterin Simone Zapke erklärt jedoch, dass das Gebiet als Mischgebiet ausgewiesen ist und religiöse Einrichtungen dort bauplanungsrechtlich grundsätzlich zulässig wären.

Taser selbst macht dem Verein keinen Vorwurf. Die Kündigung sei rechtmäßig, die Kommunikation fair – man habe ihm sogar mehr Zeit eingeräumt, als ursprünglich geplant war. Eigentlich hätte er die Räume schon im vergangenen Dezember verlassen müssen. Sein Sohn Emirhan (25) bringt es auf den Punkt: „Es ist alles rechtens. Jetzt müssen wir eben schauen, wie wir uns neu aufstellen können.“

26 Jahre Lufthansa – dann endlich der eigene Weg

Hinter dem Betrieb steckt eine persönliche Geschichte. 26 Jahre lang arbeitete Recep Taser am Frankfurter Flughafen für die Lufthansa-Tochter LSG, unter anderem als Lagerist im Küchenbetrieb. Der Wunsch nach Selbstständigkeit begleitete ihn all die Jahre. Erst nach seinem Ausscheiden wagte er den Schritt – und steckte seine Abfindung in den Aufbau der Manufaktur. In Höchst übernahm er eine bestehende Teigtaschenproduktion, erweiterte das Sortiment und investierte in Räume und Ausstattung. Eine neue Teigausrollmaschine dieser Art kostet übrigens über 60.000 Euro.

Seine Kunden kommen aus Frankfurt, Mainz und Wiesbaden – Privathaushalte, Gastronomiebetriebe, türkische Lebensmittelmärkte und vereinzelt auch Supermärkte. „Wir haben auch schon viele deutsche Kunden von unseren Produkten überzeugt“, sagt Taser. Mission erfüllt – zumindest bis jetzt.

Das eigentliche Problem: Die Zulassung geht verloren

Ein Umzug klingt erstmal machbar – doch genau hier liegt das größte Problem. Tasers behördliche Zulassung für die Lebensmittelproduktion ist an den aktuellen Standort in der Kurmainzer Straße gebunden. Wer umzieht, verliert sie. Und die Wiederbeschaffung dauert: Neun Monate hat es beim ersten Mal gedauert, bis die Zulassungsnummer vorlag. Mehrere Monate ohne Produktion und Einnahmen – das kann der Betrieb kaum überstehen.

Hinzu kommt: Nicht jede Gewerbehalle eignet sich für eine Lebensmittelproduktion. Die neuen Räume müssen strenge Hygienevorgaben erfüllen und Platz für Produktion, Kühlung und Lagerung bieten. Gesucht wird deshalb mit Hochdruck eine geeignete Fläche im Rhein-Main-Gebiet – notfalls auch weiter östlich Richtung Hanau.

Wie geht es weiter?

Solange die Genehmigungen für das geplante Vorhaben des Afghanischen Kulturvereins nicht vorliegen, darf Taser in Höchst weiterarbeiten. Doch das kann sich schnell ändern. „Dann muss ich am nächsten Tag meine Ware nach draußen stellen“, sagt er. Die Familie hofft, rechtzeitig einen Vermieter zu finden, der die nötigen Voraussetzungen erfüllt – bevor der Traum von der Selbstständigkeit vorzeitig endet. Der Sound der Weltstadt Frankfurt braucht solche Geschichten – und solche Menschen!

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