Das Bad Vilbeler Kammerorchester begeisterte beim Sommerkonzert in der Wasserburg mit Klassik und Hexenzauber.
Was für ein Sonntagmittag in Bad Vilbel! Das Bad Vilbeler Kammerorchester (BVKO) hat beim diesjährigen „Sommerkonzert“ das Burgfestspielpublikum in der Wasserburg so richtig verzaubert. Unter der Leitung von Dirigent Klaus Albert Bauer sorgten 50 Musikerinnen und Musiker für Gänsehaut-Momente und jede Menge Begeisterung. Der Sound der Weltstadt reicht diesmal bis in die Wetterau – und das war mehr als gut so!
Den größten Applaus des Abends holte sich allerdings Sabine Fischmann. Die Sängerin, Schauspielerin und Pianistin trat in einer ganz neuen Rolle vor das Publikum: Sie wollte nichts Geringeres werden als die Bad Vilbeler Mittagshexe – „Bad Vilbula“. Fröhlich fragte sie Kinder und Erwachsene auf den Rängen: „Wie werde ich das?“ Rat holte sie sich unter anderem bei einem Zauberer, dem ein Trompeter mit seinem Instrument eine Stimme verlieh.
Was folgte, war eine charmante Reise durch Märchen, Mythen und Klassik – mit ordentlich Wortwitz und einem Augenzwinkern. Sabine Fischmann faltete aus buntem Papier Vögel, die ins Publikum flatterten, begleitet von „Der Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Märchen-Oper „Hänsel und Gretel“. Und sie machte unmissverständlich klar: „So eine Hexe wie Rosine Leckermaul will ich auf keinen Fall sein!“ – untermalt vom „Hexenritt“ des BVKO.
Weiter ging die Reise in die „Halle des Bergkönigs“ aus Edvard Griegs Orchesterstück, das er für Henrik Ibsens dramatisches Gedicht „Peer Gynt“ komponiert hatte. Sabine Fischmann übersetzte den klassischen Text kurzerhand in aktuelle Jugendsprache – Netflix-Serien-tauglich, versteht sich. Das Publikum war begeistert!
Einen besonders spannenden Moment bot das Stück „Die Mittagshexe“ von Antonín Dvořák. Die Geschichte stammt aus der Volksballade „Blumenstrauß“ von 1853 des tschechischen Dichters Karel Jaromír Erben. In der Musik übernehmen die Instrumente die Rollen der Familienmitglieder: Eine Oboe gibt dem quengelnden Kind eine Stimme, eine Bassklarinette verleiht der Mittagshexe Gehör. Die Partitur umfasst eine beeindruckende Besetzung – von Flöten und Oboen über Hörner und Tuba bis hin zu Pauken, Glockenspiel und Streichern. Ein großes Orchester für eine große Geschichte!
Am Ende verkündete Sabine Fischmann strahlend: „Ich hab’s geschafft! Ich bin die Bad Vilbeler Mittagshexe ,Bad Vilbula‘.“ Doch sie nutzte ihren Auftritt auch für eine nachdenkliche Botschaft: Warum werden Hexen immer mit dem Bösen verbunden? „Warum soll eine Frau nicht einfach ihre Talente haben?“, appellierte sie ans Publikum. Ihre Hexe war nämlich alles andere als gruselig – sie war lustig, tollpatschig und manchmal total überfordert von den Erwartungen der Menschen. Das kam an!
Das Festspielpublikum feierte Sabine Fischmann, Dirigent Klaus Albert Bauer und alle 50 Musikerinnen und Musiker mit lang anhaltendem Beifall. Ein Sommerkonzert, das Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen Freude gemacht hat – mit bekannten Melodien, mitreißendem Theater und echtem Herzblut. Bad Vilbel, ihr könnt stolz sein auf euer Kammerorchester! Das beste Programm im Main-Gebiet hat eben manchmal auch einen Hauch Hexenzauber. Jetzt reinhören und mehr aus der Region entdecken!






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