21 Anlieger in Hausen-Oes erfuhren vom geplanten Straßenausbau nur per Zufall – und sollen 90 Prozent der sechsstelligen Kosten tragen. Alle Infos hier.
Stellt euch vor: Ihr lebt seit Jahren in eurer Straße, alles läuft rund – und dann erfahrt ihr quasi zufällig, dass eure Straße ausgebaut werden soll. Und ihr sollt dafür auch noch kräftig in die Tasche greifen. Genau das passiert gerade 21 Anliegern im Butzbacher Stadtteil Hausen-Oes. Die Geschichte sorgt für Ärger – und das völlig zu Recht!
Im Bereich des Erlengrunds in Hausen-Oes plant die Stadtverwaltung Butzbach den sogenannten Straßenendausbau zur Fertigstellung eines Baugebietes. Betroffen sind mehrere Abschnitte: im Erlengrund zwischen Am Petermannswäldchen und Alte Straße, die Alte Straße zwischen Kirchweg und Im Erlengrund, der Kirchweg zwischen Am Petermannswäldchen und Alte Straße sowie Am Petermannswäldchen ab Kirchweg auf einer Länge von rund 45 Metern.
Das Problem: Die 21 betroffenen Anlieger haben von dem Ganzen nur im Rahmen einer Ortsbegehung erfahren – also quasi zufällig. Eine direkte, frühzeitige Information durch die Stadt? Fehlanzeige! In einem Schreiben an die Butzbacher Zeitung (BZ) machen die Anwohner ihrem Ärger Luft: „Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum eine solche Maßnahme geplant wird, ohne die unmittelbar tangierten Anwohner in die konkrete Planung einzubeziehen, und eine Einsichtnahme in die Planungsunterlagen verwehrt wird.“
Noch dicker kommt es: Auf den mehrfachen Wunsch nach einem persönlichen Gespräch mit dem Bürgermeister haben die Anlieger bisher keinen Termin erhalten. Das macht die Sache nicht besser!
Was die Anwohner besonders wurmt: Die betroffenen Straßen existieren seit Jahrzehnten, sind asphaltiert und verfügen über eine funktionierende Wasser-, Abwasser-, Strom- und Telefoninfrastruktur. Müllabfuhr, Forstbetrieb, Energie und Versorgung Butzbach sowie Rettungsdienste können sie problemlos nutzen. Warum also jetzt der teure Ausbau?
Laut Stadtverwaltung befinden sich die Straßen derzeit noch im Zustand einer Baustraße – mit einer Fahrbahn von etwa 3,50 Metern Breite und einer bituminösen Tragschicht. Der abschließende Ausbau sei bereits seit Längerem vorgesehen und diene der Fertigstellung der Erschließung des Baugebietes.
Die Anwohner fragen außerdem kritisch nach, warum die Straßen auf sechs Meter verbreitert werden sollen – obwohl die nahegelegene Landesstraße, auf der sogar Schwerlastverkehr fährt, nur fünf Meter breit ist. Und: Warum soll zusätzliche Fläche versiegelt werden, wenn die bestehenden Straßen ihre Funktion längst erfüllen?
Jetzt kommt der Teil, der wirklich wehtut: Die kalkulierten Gesamtkosten liegen im sechsstelligen Bereich. Eine Förderung oder ein Zuschuss ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Und laut städtischer Erschließungssatzung werden 90 Prozent des beitragsfähigen Erschließungsaufwandes auf die Anlieger umgelegt. Die Stadt Butzbach trägt gerade mal zehn Prozent. Wie hoch der Beitrag für einzelne Grundstücke ausfällt, steht noch nicht fest.
Geplant ist die Umsetzung der Maßnahme für den Zeitraum September bis Dezember 2026. Die Stadtverwaltung will die Anlieger informieren, sobald nach Abschluss der Auftragsvergabe belastbare Angaben zu Unternehmen, Bauablauf und Kosten vorliegen – angestrebt wird eine Information „im Lauf des Septembers“.
Die Botschaft der 21 betroffenen Hausener ist klar und deutlich: „Wir wollen einen konstruktiven Austausch mit Ihnen, Herr Bürgermeister, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden.“ Ein verständlicher Wunsch – schließlich geht es um ihr Zuhause, ihre Straßen und ihr Geld.
Was denkst du? Hätten die Anlieger von Anfang an einbezogen werden müssen? Wir bleiben für euch am Ball – das ist der Sound der Weltstadt, direkt aus eurer Region!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.